Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 58 (28.7.1887)
- Date
- 1887-07-28
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Akäiier für die israelitische Schute. tbrschcinco in zwanglosen Nummern.) ^9*hfür dasÄr-^ U^'GtthodoLe «MuderrthumB ZKM ds»mm EbEEBB «BBWiwra «». 2.1 Midagogifrlie Weilage r:u Mr. L5. l2s.s-ui««r. - i » ' 1 ■1 | I •] i Die häusliche Erziehung sonst und jetzt. rin Kulturvolk der Erde unterschätzt die Wichtigkeit der Erziehung. Lykurg. der Gesetzgeber des alten Sparta, wußte wohl, welch' wichtiger Factor das Erziehungsgcichäfl im Leben eines Volkes sei, beschälb stellte er dieses wichtige 'VsSSfep*'' Geschäft nicht nur unter staatliche Eoutrole, er überließ es vollständig Staat. 2a, die barbarische Line jener sanctionirtc ein Gesetz, welches dem Lraate das Recht gab, Kinder tödtcn zu dürfen, von denen dem Zeit nicht erwartet werden konnte, das; sie wegen körperlicher Schwäche cdcr Gebrechen tüchtige kräftige Staatsbürger werden würden. In der üraft des Körpers lag der Factor, der in jener- Zeit für die Brauchbarkeit des Individuums entschied, und die ganze Erziehung der Spartaner richtete sich danach. Anders war cs bei den Athenern, anders bei den Römern. Tie bedeutendsten Männer jener Völker haben über unser Thema geschrieben: viel wird in heuriger Zeit darüber gestritten, unsere Ausgabe sei, einen Vergleich zu ziehen zwischen der häuslichen Erziehung des jüdischen Volkes von „Sonst und Ieyr." Sonst. Was nennen wir sonst? Wir meinen nicht jene Zeit des grauen Attenhams, da unsere Erzväter in patriarchalischer Einfachheit und Größe, selbst Muster der Erziehung, ihre Kinder den natürlichen Gesetzen des gesunden Menschenverstandes gemäß erzogen; wir meinen nicht jene Zeit, da Gon selbst sein Volk während der Wüstemvandernug für sich und zu sich erzog: wir meinen nicht jene Zeit, da Israel im Vollbesitz seiner politischen und socialen Macht war und dem Herrn ein Heiligthum erbauen konnte im eigenen Laude; wir meinen nicht jene Zeit, da Israel aus seinem Lande geführt wurde, da cs fort in die Gefangenschaft nach Assyrien, Babylonien und Rom wandern mußte,— unser „sonst" liegt viel näher bei uns und unserer Zeit; unser „sonst" unfaßt keine fünfhundert Jahre. Tie Zustände der Juden, wie sie sich aus dem Mittelalter herausgcbildet hatten, waren trostlos beim Beginne der neuen Zeit. Zahllose Juden sielen als Mäwrer. Tiejenigen, die ihr Leben retteten, waren noch unglücklicher daran; cs waren Kammerknechte, durch schmähliche Abzeichen kenntlich, durch Ghettos von der menschlichen Gesellschaft ausgcschlosieu. Am Leben und am Eigenthum bedroht, hatten sie kein Ruheplätz-chen und mußten stets.