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Der Israelit · 1887-07-28 · Heft 58 (28.7.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 58 (28.7.1887)
Date
1887-07-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVTII. Jahrgang. M 88. V .«!■ Genkrak - Organ für das orLKodore Iudenthum. HerauSgegeben vo» Ilr. Lehman« in Mainz. " . ' Donnerstag, den 28, Juli 5647 (1887). Leitender Artikel. §ie Sprüche der Fütcr. Drittes Buch. XXIX. Mainz, 25. Juli. Tn» mvum? rar. cx-ft bp in *o» bsycz" '2i D“,sn rx V-p2 Die vorstehende Mischna ist so überaus dunkel und wird in so verschiedener Weise erklärt, das; sie jeder Interpretation gemäß anders übersetzt werden müßte. Wir wollen demgemäß einige Uebcrsetzungeu hierherstellen. aus welchen der Leser die Verschiedenheit der Auffassungen erkennen mag. „Rabbi Jischmaöl pflegte zu sagen: Lei überaus zuvorkommend gegen den hervorragenden Greis, sei gefällig auch gegen solche Leute, deren Haar noch schwarz, und empfange jede» Menschen mit Freude.- Nach einer anderen Erklärung würde man folgendermaßen übersetzen müssen: „Erhebe dich leicht (zum Dienste deines Schöpfers), im Anfänge deine« Lebens, in deiner Jugend, und wenn du alt geworden, so soll es dir nicht zu schwer sein, Gott zu dienen, und sei gegen jeden Menschen zuvorkommend und freundlich- Rach einer dritten Interpretation müßte die Uebersctznng lauten: „Sei zuvorkommend gegen den Fürsten, gefällig gegen dessen Beamte und curpsange jeden Menschen mit Freude.- Stach einer vierten Erklärung müßte man übersetzen wie folgt: „Schwinge dich leicht empor zum Gipfel de« Erkenncns, übe dich stets, auf daß es dir leicht werde im Dienste dcS Allerhöchsten, und empfange jeden Menschen mit Freundlichkeit.- Aus diesen Beispielen, die sich noch vermehren ließen, ersehen unsre Leser, wie weit die Interpreten in der Erklärung der uns vorliegenden Mischnah auSeina^dergehen. — Ehe wir zur näheren Betrachtung und Darlegung derselben schreite», wollen wir Einiges über den mittheilen, dessen Ausspruch uns zur Besprechung vorlicgt. Wenn in unsren Mischnoth Rabbi Jischmaöl ohne nähere Bezeichnung erwähnt wird, so ist daS Nabbi Jifcdmaek ben Elischa, der Genosse des Nabbi Akiba, dessen Gegenpart in der halachischen DiScussion er meisten« war. Er stammte aus einem hervorragenden, priesterlichen Gcschlechte. Sein Großvater, der wie er Nabbi Jischmaöl ben Elischa hieß, war einer der letzten Hohenpriester gewesen und üarb den Märtyrcrtod gemeinsam mit dem Fürsten Nubbon Schimcon den Gamlicl I., wie uns dies in den Kinnoth und Selichoth so ergreifend geschildert wird. — Als kleines Lind wurde unser Nabbi Jischmaöl nach Nom in die Gefangenschaft geführt. ÄlS später Nabbi Josua ben Ehananja nach Siom karn, erzählte man ihm, daß im Gefängnille sich ein jüdische« Kind befinde von herrlicher Gestalt und wunderbarer Schönheit. Rabbi Jostra ließ sich vor die Thüre des Gefängnisses führen und rief hinein: „Wer ließ Jakob zur Beute werden, gab Israel den Stäubern preis?- (Jesaias E. 42. B. 24.) Da antwortete das Kind aus dem Gefängnisse heraus mit dem Schlüsse des Berfes: „Fürwahr, es ist der Ewige: Das ist's, daß wir gegen Ihn gesündigt haben, und sie wollten nicht in Seinen Wegen wandeln und honen nicht aus Selne Lehre.- — Als das Rabbi Josua vernahm, sprach er: „Sicherlich wird dieser Knabe einst ein großer^Lehrer in Israel werden: nicht werde ich nachlancn, bis ich ihn ausgclöst habe» werde um alles Geld, das man für feine Auslösung fordern wird.- — Und er that also und sühne den Knaben

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