Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-07-14 · Heft 54 (14.7.1887) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 54 (14.7.1887)
Date
1887-07-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449751--26800-2516647
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

975 rinen <Feuerwehr-)Dienst verrichten, welcher der Stadt (nicht auch den Juden V) 300,ooo Franks jährlich kostet, um bei „Judenzu löschen.- Tas ist so lrumänischc Wohlgcsinnthcit, Gcwineuhaftigkeit, Psticht, Diensteifer u. s. w. Baren Hirsch in Pari« hat die bukarestcr Bankfirma H a l f o n (Spaniole) telegraphisch angcfragt, wie doch die Fahl der Abgebrannten in Bouuschan ist, damit er ihnen zu Hilfe komme, Eine beiläufige Abschätzung habe ich Ihnen in meiner letzten Korrespondenz gegeben. — M a rok k o. Wiederum werden vier an Juden begangene Mordthaten in verschiedenen Thcilcn deS Landes gemeldet. In allen diesen Fällen ist, wie gewöhnlich, an eine ernste Bestrafung der Mörder nicht zu denken, und so ist die Sicherheit deS Lebens unserer Glaubensgenossen inuner mehr gefährdet. Tie gegen die Juden begangenen Grausamkeiten des «»f El Ks.ii werden nuumchr ihre gerechte Strafe finden; wie ich höre, ist derselbe in.(letten geschmiedet nach der gegenwärtigen Residenz des Sultans zur Aburthcilung gebracht worden. " 7 Die KonverMin.?on -- .... Friedrich Rott. - - (Fortsetzung.) Tie heiteren Tage des Vcrlobimgsfcstes waren vorüber, Herr von Lilienfeld war bereits abgereist, er konnte nicht länger sernbleiben von seinem Geschäfte. Frau von Lilienfeld hatte den Bitten ihrer Verwandten nachgcgcbcu und war einige Tage länger geblieben, jedoch unter der Bedingung, daß ihre küustige Schwiegertochter fie dann in das Seebad begleite. ,' Rosalie und ihre Ellen« waren freudig einverstanden, Gabriele und Iosefinc ärgerten sich jedoch im Geheimen darüber. (5s war cigenthünrlich, wie unstimpathisch den 5t indem ihre künftige Schwägerin war, obgleich sich ihnen dieselbe stets liebevoll und freundlich zeigte. Gabriele hatte eine Aversion gegen sie, noch bevor sie sie gekannt hatte, Iosefine jedoch war der . schönen Schwägerin Anfangs mit zutraulicher Herzlichkeit begegnet. Am Sabbat nach 'der Verlobung jedoch, als die (linder plaudernd bcifainrncii faficii, Marina wie gewöhnlich in ihrer Mitte, da war Frau Aronowitfch in das Zimmer getreten, einen Brief in der Hand, de» sie der Gouvernante reichte. „Liebes Fräulein, Sie sind wohl so freundlich — wir dürfen ain Sabbat die Briese nicht selbst öffnen —" Marina war erblasst, die Hand, in der sie das couvcrtitte Schreiben hielt, zitterte und sie machte keine Bewegung es zu erbrechen. Da hatte Iofcsine ihr das Schreiben entriffen und war damit zur Thür geeilt. „Unser Jean macht immer unsere Briefe auf,- rief sie der Dame zu, „ich bringe es Ihnen sogleich.- Kopfschüttelnd hatte Frau Aronowitfch sich entfernt und hatte diesen seltsamen Vorfall, wie sie cs nannte, ihrer Tochter und Frau von Lilienfeld erzählt. Als gleich darauf die Kleine ihr das erbrochene Schreiben überbrachtc, stellte die Mutter sie darüber zur Rede. „Warum hast Tu den Brief denn hinuntergebracht, Firn? (5ucr Fräulein hätte ihn doch öffnen könncn.- „Ach Mama,- erwiderte Iosefine, „ich weiß, Fräulein thut das nicht gcrn." „Tas ist aber doch eine horrende Ungefälligkeit,- rief Rosalie, „derartiges ist mir noch nicht vorgekommcn.- „DaS ist keine Ungefälligkeit,- cutgegnete die Kleine erregt, „aber —" „Was könnte cs anderes fein':!" fragte Rosalie pikirt, „die Mühe einen Brief zu öffnen, iß doch wahrlich nicht der Rede werth —- „Freilich nicht," rief Iosefine mit steigender Heftigkeit, „aber wenn cs auch eine große Mühe wäre, Fräulein ist nicht ungefällig, im Gegenthcil —" „Tarin hat Fini recht," stimulte Frau von Lilienfeld bei „das Fräulein ist gewöhnlich außerordentlich gefällig, es muß daher ihre Abneigung, einen Brief zu öst'uen, ciucu ganz besonderen Grund haben. Weißt Tu, wamm sie eS nicht gem thut?" Tie 5lleine erröthcte, sie warf einen ärgerlichen Blick auf Rosalie, als würde sie in deren Gegenwart nicht gern darüber sprechen; aber die Mutter wiederholte ihre Frage, es blieb ihr daher nichts anderes übrig als zu antworten. „Früher hat Fräulein am Sabbat sehr häufig

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.