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Der Israelit · 1887-07-14 · Heft 54 (14.7.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 54 (14.7.1887)
Date
1887-07-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXV1LL Jahrgang. M 54. Der Israelit. sr, KenLrak - Hrgan für das orLkodore Iudenthum. Herausgegeben von I»,-. Lehmann in Maluz. Donnerstag, de» 14. Juli 8647 (1887). Leitende nrmrL Me Sprüche der 'Däter. Drittes Buch. XXV. Mainz, n. Juli. 3ar p trw hv wer ,*o*.x orsv» p Non '*5 pici *cp bv nvofl *c wn orfc* rrm c-rs : cr.yr, p cwi rw y.s-yo ,Mabb! Doßa, der Cohn des Horkinas (Hyrkanos), pflegte zu sagen: der Schlaf am Morgen und der Wein am Mittage und das Spielen mit Kindern (nach Andern: das Spiel der Jünglinge) und das Sitzen in den Versammlungshäusern der Unwissenden bringen den Menschen aus der Welt." Der in unsrer Mischna genannte Weise war aller Wahrscheinlichkeit nach ein Schüler Hillels; er erreichte ein hohes Alter, wie unsre Weisen im Traktat Jcbamoth 16a. erzählen. Sein jüngerer Bruder Jonathan gehörte der Schule Schammai's an. (rin deutsches Sprichwort sagt: „Morgenstunde hat Gold im Munde." und auch die alten Römer pflegten zu sagen: .4urora niusis ainica. die Morgenröthe ist die Freundin der Musen, das heißt: die frühe Morgenstunde ist am geeignetsten zur Beschäftigung mit den Wissenschaften und Künsten. Am frühen Morgen ist der Mensch in seiner vollen Kraft, ausgeruht von den Anstrengungen dcS vergangenen Tages, noch nicht zerstreut durch die verschiedenen Eindrücke und Vorkommnisse, die im Laufe des Tages auf den Menschen einzudringen pflegen. Ta kann seinen Geist sammeln und sich vertiefen in bj Schätze des Wissens. Wer aber träge auf seinem Lager sich wälzt bis in den Hellen Tag hinein, der versäumt nicht nur die köstlichen Morgenstunden, der lange Schlaf macht ihn auch träge für den ganzen Tag. ES sst eine merkwürdige physiologische Erscheinung.. daß das Ucbcrniaß von Schlaf nicht allein nicht stärkt und kräftigt, sondern träge und schlaff macht. Für den Juden kömmt noch ein besonderes Moment hinzu. Der allgütige Gott hat uns geboten, früh Morgens das Schema (v-r) zu lesen und das Joch der himmlischen Regierung auf uns zu nehmen. Im hohen Sommer ist der Zeitpunkt Morgens um 7 Uhr schon überschritten. Wenn also Jemand bis 7 Uhr oder noch länger schläft, so verabsäumt er an jedem Tage, diese heilige Pflicht zur rechten Zeit zu üben. Daher beginnt auch unser religiöses Gesetzbuch, der Schulchan Aruch, mit den Worten: Man soll Heldcnkraft, gleich einem Löwen, entfalten, um Morgens früh sich von dem Lager zu erhebe» zum Dienste des Schöpfers; man soll vor allen Dingen bestrebt sein, in der Frühe in die Synagoge zu eilen, um dort das Morgcngcbct zu verrichten. — Ter Morgenschlaf ist so süß und angenehm; eS ruht sich so gut im Zustande des Halbwachens und Träumcns. Da ist cS nothwcndig, seine ganze Willenskraft zusammenzunchmen, um sich diesem Zustande zu entreißen, sich zu crniuntern und aufzusrehen, um seinem Schöpfer zu dienen. Der Träge hat tausend Ausreden, um noch länger im Zustande der Trägheit zu verharren. So sagt auch der weise König (Mischte C. 26. B. 13 u. 14): Ter Träge spricht: ein Schakal ist auf dem Wege, ein Löwe in den Straßen. Wie die Thüre sich in ihrem Angel, so wendet sich der Träge in seinem Berte." — Bald ist es dies, bald das, was den Trägen davon abhält, sich von seinem Lager zu erheben, um rechtzeitig das Gotteshaus aufzusuchen; bald fürchtet er, nicht genug geschlafen zu haben uud nicht genug gekrästigt zu sein; im Winter ist cs ihm zu kalt, da könnte er sich erkälten; cs sst ja noch finster draußen, da könnten Räuber oder Hunde ihn anfallen. Im Frühling ist die Lust zu

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