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Der Israelit · 1887-07-11 · Heft 53 (11.7.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 53 (11.7.1887)
Date
1887-07-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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963 Lehrmittelsammlung ausgcstatlct, die alljährlich durch Neuanschaffungen bereichert wird. Ebenso wird die im Vorjahre angelegte und von vcrschicdenen Seiten dorirte Echülcrbibliothck nach Möglichkeit vergrößert. Behufs Ausbildung von Erwachsenen, die vermöge ihres vorgeschrittene» Alters der Schule bereits entrückt sind oder jener, die infolge ihrer Beschäftigung am Tage außer Staude sind, die Schule öncntlich während der Tageszeit besuche» zu können, (namentlich Dalmudistcn, Eomptoiristcn, Haudelsgchilfcn re.) wird ein besonderer Abendkurs in den Lchrgcgcnständcn der Handels-Bürgerschule crönnct. Tcrsclbc beginnt am 15. September und dauert bis Ende Mai, PrehburH Laut einer voit der Pcfthcr Lbcrstaatsanwällschaft und vom Minisicrinm des Innern an die hiesigen Behörden hcrabgclangtcn Bcrständignng ist das Gericht angewiesen worden, in Angelegenheit der lebten hier stattgchabtcn Straßcntumnltc. welche auch, wie cs in der Zuschrift heißt, im AuSlandc ein trauriges Attischen erregten, mit aller Strenge gegen die Thcrlnchmcr vorzugchcn und sic der verdienten Strafe zuznführen. Ragnsn, 10. Juni. AuS Ancona erhalten wir die traurige .Kunde, daß dort vor einigen Tagen unser Landsmann Jacob di David Aus» im Alter von 6«: Jahren aus dem Leben geschieden ist. Jacob dr David Nussi war ein Sohn unserer Stadt, die er vor etwa vierzig Jahren verlassen barte, nm sich jenseits des adriatischc» Meeres, in Ancona, eine zweite Hcimath zu gründen. Das Glück begünstigte ihn in seinen Unternchmungett, und so konnte er bald in seiner neuen Barer sradt. du Geschäftshaus errichten, das sich durch feine Solidität und Ehrenhaftigicit einen Rainen in ganz Italien machte. War er nun aber ein ehrlicher, gewisienhaftcr und arbeitsamer Kaufmann, so war er auch ein treuer Sohn seines Glaubens, da er Früh und Abends das Gotteshaus besuchte, um hier mit Minjan seine Andacht zu verrichte,!. Auch war Jacob ein c'Vry* 2v cn r-s, denn den Abend widmete er immer dem Thorastudinui oder er beschäftigte sich sonst niit einem jüdischen Werke, (rr war auch mehrere Jahre hindurch Mitglied dcö lrultusvorsiandes in Ancona und bei mehreren l'hcbrorh daselbst bcklcidclc er die Stelle eines Präsidenten, Biccprästdcutcn oder Kassiers :c. R'cbstbci war er aber auch ein Mohcl, und erfüllte er diese Mizwah stets crs tcr rcc ohne irgendwelche pekuniäre Entlohnung. Kam bann ein Rabbiner oder sonst ein jüdischer Gelehrter nach Ancona, so konnte er sicher darauf rechnen, daß er km Hause di 3kussi die weitgehendste Gastfreundschaft herzliche Ausnahme finden werde. An.,>jnukpr^ Leichenbegängnisse nahmen fast alle Mitglieder «Tvi Gemeinde von Ancona Theil, um so dem Tobten'., noch am GrabcS Rande ein Zeichen ihrer Berchrnng^ und Hnchachtung zu geben. Auf dem Friedhöfe' sprachen dann der dortige Lbcrrabbincr und der Borstcher der dortigen EultuSgemeinde JsakDiygnte. Letzterer weinte dabei seinem mehrjährigen FMi.nde A und Eollcgcn im Eulturvorstande einen.Slroni'' Thronen nach. Tie Wittwe des Heimgegangene«'1 bedachte die Ehcbroth und die Armen von Äneöncr''. mit reichlichen Geldspenden. rmu.-n-inns '.vitcs ns C'n ny iyrr ror: rs.iu Italien. tni no£ Padua, 10. Juni. Gestern verschieb.-Mr? im Alter von «7 Jahren Tr. Marco da Zar«.,dev? cs verstanden hatte, nicht nur ein treuer nnb a,kf--^ opfcrungsfählgcr Sohn seines Landes, sondern auch" ein eifriger Anhänger seines Glaubens zu sckn, Änd.^ so Patriotismus mit Frömmigkeit, Nationalität^ mit Glauben harmonisch zu vereinigen. Aus Liebes zu seinem Batcrlande ließ er sich 1848 unter, die^- Freiwilligen Bcneticns anfnehmen und als /.sylcher^ machte er auch mehrere Gefechte mit. Släch'-dc?^ Bcrciilignng BeneticnS mit dem Königreiche Italien wählten ihn die Bürger in den Gcmciudcrafh.Z'pätto ter auch in den Provinzialrath,' während Königs Ltikror Emanncl ihn mehrfach dccorirtc. Sein -Be-j', gräbniß zeigte deutlich, welcher Hochachtung;.'Mg der Heimgegangene bei seinen Mitbürgern crsrcijctc,;r: denn Tausende derselben ohne Unterschied derbem«^ fcssion, des Standes und der politischen Gcnrruung'^ gaben ihm dabei das Geleite zu seiner letzten Ruhe-^, stältc. Die Bänder der Bahre wurden vom Präsi-H dcntcn des Provinzialrathcs Eommcndatore Eölclü,^ vom L^icebürgermcistcr von Padua EommcndäioreH Salvadcgo. von Professor Legnazzi, vom Provm-.^ zialrarh Pictrograndc und vom Bürgermeister - -j salscrngo getragen. Eommendarore Eoletti-., und;) Professor Legnazzi hielten auch die Grabreden^ Der 'Bcrstorbcuc hatte auch zahlreiche fromme StA-, tnngcn ln'ttlcrlasscn, so eine jährliche Reute, die .au-; seinem Stcrbctagc durchs Loos an eine jüdische und'-, , zivci christliche Bräute vcnbcilt werden soll, ..dann, 5000 Lire für das städtische Spital, 1500 Lire für', jüdische Armen, 1000 Lire für die Volksküchen,; loAH Lire für das Marinespital, 1000 Lire sür^daS .Kindcrasnl, 1000 Lire für die Kindergärten, Lire «die seine Familie dann ans 10,000 Lire >’ cr>-- höhte) für den hiesigen WohlthäligkeitSvcrein

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