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Der Israelit · 1887-07-04 · Heft 51 (4.7.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 51 (4.7.1887)
Date
1887-07-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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WM MiijiiiigpyiiywiA1' a^fa^A^aiaii^^Kv 930 aber jetzt fast gar nicht mehr zu sehen bekommen. Unser Obcrradbiirer, Chacdam Iomtow Israel, hat nämlich schon vor längerer Zeit und zwar gleich nach dem Tode seiner ersten Frau, da er. trotz seines hohen Alters. nochmals eine Ehe einachen wollte, wovon jedoch seine schon erwachsenen Kinder nichts wissen wollten, weshalb eS auch zwischen ihnen und ihrem greisen Vater zu heftigen Zwistigkeiten kam. unserer Gemeinde den Nucken gekehrt und ist nach Jerusalem anSgcwandcrt, um nun dort am Fuße des Lelbcrges und an der Seite einer zweiten (Gemahlin seine Lebenslage zn beschließen. An besten Stelle fungirt nun provisorisch als Ldcrrabbincr Ebacham Mercado. der zwar den Titel: bhocham-Baschi nicht führen darf, den damit aber verbundenen Gelullt bezieht. Tabci fungirt noch in jeder unserer Synagogen ein eigener Rabbiner oder Ehacham. Kairo besitzt nämlich vierzehn Detbäuscr und zwar zwölf Synagogen und zwei Bote-Midraschim. Tie vorzüglichsten Synagogen hier sind: Tic Synagoge des Rabbi Mc'ir Bai-Hanes, die Synagoge des Rabbi Phajnn, die Synagoge des Rabbi Ismael, die Synagoge Ben Esra, die Synagoge Ustad (der Lehrer, 2'ZiLb). die Synagoge der Portugiesen und schließlich die Synagoge : p irs im rfryn br vnlpo die Rambam-Synagoge genannt, welche die hcrübmtesre aller ihrer hiesigen Schwestern ist. In der Rabe dieser Synagoge soll sich einst auch das 0»rab dieses jüdischen Gcistesherocn (der Rambam liegt bekanntlich in Palästina unweit der Stadl TibcriaS begraben) befunden haben und wird noch Heine in diesem GotteShause denen hüiidschrifUiches Werk: z-'zj m*o (Führer der Verirrten) gezeigt, das daselbst unter einem ONasschrank ausbewahrt wild und c.ligcn'.cilie Verehrung genickt. Alle Synagogen hier stehen vereint in der: Haret El-Icbud lIttdcngastc), die aber heute nur noch von den armen Inden bewohnt wird, da die Reichen schon lärigst zerstreut in der Stadt in ihren Palästen daselbst wohnen. An der Spitze unserer Gemeinde stehen fast durchwegs Millionäre, deren Namen auch in den Bankhäusern Europas einen guten Klang haben. Tieielben heißen: Moise und Josef Eatravi Bcu, Rissim Rosten Bcy, Matatia Rachmani, Simeon Rolo, Felix SuarcS und B. Sapncl. Tic Anzahl der jetzt in Kairo lebenden Juden wird auf 8000 Iubtn t*99:*tcr.4, jr naLdcm fit tinhtimischt ober eir jtrocnbttu fmb, «nur ben «^tricdrtn dtS L'anbtS obtr unlcr bcn r»onil''.'^ ^tlichrsdöf.ii «tdt», bit oincitU btn Tire!: Tribunanx intermtiunanx führen. bis 9000 geschätzt. Predigten werden kn unsere« Synagogen keine gehalten, nicht einmal an de« heiligen Festtagen. Dagegen pstegen die Rabbiner am Sabbar oder an den Feiertagen Nachmittags in ihrer Behausung oder in dem Palaste irgend eines jüdischen E'k-fus. der sie um diese Ehre bittet, eine Predigt und zwar selbstverständlich in arabischer Sprache adzutzalren. Sh Synagoge« werden sowohl hier, wie auch in Alexandrien nur mit Öcl und Kerzen, nie aber mir Gas beleuchtet Auch gibt eS in jeder Synagoge einen Knadenchor, der gewöhnlich aus acht bis zwöif Köpfen besteht. Für die Frauen gibt es in jeder Synagoge eine eigene Gallcrie. Auch hat jede Synagoge zwei oder drei Hasauim, die immer miteinander abwechfeln. In den zwei Votc-Midrafchkm, sind die Hafanrm zugleich khachamim, die Früh und Abends Schiur vortragen. Kricgsvcrsichcrung. Die Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet Is30 (alte Leipziger), welche im vergangenen Jahre die Unanfechtbarkeit ihrer fünfjährigen Policen cingeführt hat. ist jetzt auch mit einem neuen KriegSversichermrgSrcgulariv an die Tenentlichkcit getreten, welches sich durch ganz besonders humane Bestimmungen auszcichnct. Die .Kricgsvrämie beträgt für Laudwchrlente, dem Landsturm Angehörige und für Richlkombattanten, soweit dieselben von Zahlung einer Kricgsprämie nach den Allgemeinen Bersicherungsbedingungeu der Gesellschaft rsicht gänzlich befreit sind. 3%, für Offiziere der Landwehr und Mannschaften de« stehenden HccrcS, soweit die letzteren von Zahlung einer Kricgsprämie ni-^t ebenfalls befreit sind, .V*/,». für Berufs- und Arclerveofsizierc 8 °/0, wird jedoch nicht mehr von der Versicherungssumme, sondern von dieser abzüglich der jeweiligen Prämienreserve berechnet, wonach z. B. bei einem Landwchrofsizier, bez. bei einem Arzte, der abgekürzt auf 20 Jahre versichert ist und im elften Berfichcrungsjahre stchi, die KricgSprämie für 10,000 A!k. Versicherungssumme sich nur noch auf 298 Mk., bcz. sogar nur auf 72 AU. stellt. Tie Kricgsprämic verfällt der Gcfrllfchaf: erst, wenn der Versicherte persönlich in Kriegsgefahr kommt, fodaß also z. B. Erappenoffizicrc, solange sie den.Kriegsschauplatz nicht betreten haben, von KncgSprömicu befreit sind. Tic Gesellschaft will aus der Kricgsvcrsicherung keinerlei Vorrheil ziehen: sie verpflichtet sich daher, nach Ablauf des Kriegs einen etwaigen Ucberfchnß aus den au sie gezahlten Äriegsprämicn zurückzucrstatten, wäh-

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