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Der Israelit · 1887-07-04 · Heft 51 (4.7.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 51 (4.7.1887)
Date
1887-07-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIII. Jahrgang. M 51 Der Jsnelit. sr» Kentrak - Organ für das ortöodore IudentHmn. Herausgcgeben von Dr. Lrhmaou in Mainz. Montag, feen 4. Juli 5647 (1887). Leitender Artikel. Aie Spruch« der Jäter. Drittes Buch. XXII. Bad Hamburg, 30. Juni. Wir haben im vorigen Kapitel zu erklären versucht, in welcher Beziehung die Weisheit der Furcht vor der Sünde vocangeheu muß, daß cs sich hierbei nicht um ein Borhergchcn der Zeit nach, sondern der (Eigenschaft nach handelt, daß man die Furcht vor der Sünde höher schätzen soll als die eigene Weisheit. Es erübrigt nun noch zu erklären, wie diese Höherschätzung auf den Bestand der Weisheit Einfluß übt. Nabbenu Zonah weist darauf hin, daß das Bemühen um die Erringung der Weisheit größer wird durch das Streben, dieselbe praktisch zu verwenhen. Wer aber nur lernt, um sein Wißen zu bereichern, dem wird diese unpraktische Gelehrsamkeit wieder c^schwindcn. Auch wird derjenige, welcher die Sünde sürchtrt, sich s.-ts mit dem freuen, was er gelernt hat, den» die errungene P^ishcit kräftigt ihn, auf den Wegen zu wandeln, an die er sich gewöhnt hat, und sein Herz wird immer mehr Liebe für die Weisheit gewinnen. Wenn rr aber die Weisheit höher schätzt als die Furcht vor der Sünde, so wird das erlangte Wrffcn st inen Neigungen hindernd entgegcntretcn, und die Weisheit wird ihn als eine schwer zu ertragende Last dedünkcn, die er bald von sich abwcrfen wird. — Nabbenu Joseph Zabez findet, daß schon der weise König (Mischte E. 17 B. 16 n. 17) diesen Gedanken ausgesprochen habe. Tort heißt cs: 722 p« 37» r»32n 7*32 T2 TTE3 ~ 327 rrs? rer. jrn 3.tj» „Was nützt der Preis in der Hand eines Thoren, zu kaufen Weisheit, und ein Herz ist nicht da? Zu jeder Zeit liebt er. Böses zu thuu. und ein Bruder der Drangsal wird geboren werden."*) — In diesen zwei Versen bedarf Manches der Erklärung. Warum tadelt Salomo denjenigen, der Thora lernt, selbst wenn er keine Anlage dazu hat? Ist doch das Thorolernen an sich verdienst« lich. Außerdem muß noch der Zusammenhang mit dem folgenden Verse erklärt werden. — Aller», das Wort 27 bedeutet hier nicht, wie sonst wohl, den Zubegriff der geistigen Anlagen, sondern den sittlichen Willen, dem Erlernten nachznlcben, wie es heißt (Mischte (5. 15. V. 32) zb -y.p nnr-n jww« „Wer aus Zurechtweisung hört, erwirbt ein Herz/ das heißt: wer den Ermahnungen weiser Leute Gehör schenkt, kräftigt seinen Willen, daS Gute zu thun und das Böse zu meiden. — Demnach ist jener Vers so zu übersetzen: Wozu dient der Preis in der Hand eines Thoren, zu kaufen Weisheit, -!;n der Wille ist nicht da, den Gru>rdsätze» der Weisheit «achzuleben? Einem Solchen wird die Erlangung der Weisheit nicht allein nicht nützen, sie wird ihm und seinen Mitmenschen schaden. Zu jeder Zeit, selbst wenn er mit der Thora sich beschäftigt, liebt er. Böses zu tbun, und sein Endzweck ist, durch sein Wissen der Wahrheit und der Tugend er»:gcgcn;utrctc», so daß er ein Bruder, ein Geuoffe, ein Helfer der Bösen wird. — So lehren auch •) Tie gewöhnliche üfbcrfffcang d«s 17. Lerscs laut«»: .Zu itia 3«t lieb« bi« ö'ritUigfrit, und rin Bruder für die Roth wird erstehen.^ Tai heim: wenn Jemand stets gesellig ist und srL dadurch Freunde verschaist. so wird er zur Zen der Rolh sicher einen Freund finden, der gleich einem Bruder ihn zu tröste» und ihm zu helfen bereit fein wird tverglkiche Raschi). Hiernach netzt dieser Br»s mit dem rortzergehmt^n ia keinem Zusammenhänge; auch sprachliche Tchwierigkrittu stehen dieser Teurung emgegeu.

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