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Der Israelit · 1887-06-30 · Heft 50 (30.6.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 50 (30.6.1887)
Date
1887-06-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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910 engen Rahmen eines Zeitungsartikels möglich ist, würde wohl eine lohnende und dankbare Ausgabe sein. Aber auch eine kurze und an der Hand statistischer Forschungen gegebene Umschau über die heutigen, durch Vermögen und sociale Stellung hervorragendsten Vertreter der New-.Z-orker Judenschaft wird nicht ohne Interesse sein," weil sie in 'den meisten Fällen zeigt, welche staunenswerthe Resultate im Zeitraum eines Mcnschcnaltcrs ein weiter Blick, unermüdliche, strenge Solidität gezeitigt haben. Tie meisten der erfolgreichsten jüdischen Bankiers und Kansicute in Rcw-'Äoik sind srlf maile men. (Geduldige Arbeit unb Kleist haben sie aus die oberste Staffel der weiter gebracht und heute stehen die Ncw-Borker Inden fast in icdcm Zweige kaufmännischer Tbärigkeit in der Vorderfront. Tie sieben Gebrüder Scligmann kamen von Bayern mit keinem anderen Kapital als köpf und guter Wille. Sie arbeiteten Han. lange Jahre hindurch, bis es ihnen gelang ein Kleidergeschäft auhubaucn. Im Jahre l$6l, als der Bürgerkrieg ausbroch, Hanen sie bereits ein Vermögen ermorden, welches ihnen erlaubte, die Kleider an den Nagel zu hängen und eine Banlsirma zu etablircn. In kurzer Zeit eröffnctcn sie in London, Paris. Frankfurt. San Francisko und Rcw-Trlcans Zwcig- Nicdcrlannngcn ihres mächtig ansblühc'tden Geschäftes. Heute gehören sie zu'den größten Bankiers der Lirelt. Ter verstorbene Philipp Heidelbach von der Firma Heidelbach, Ickelhemrer n. iSmp. war auch ei» ler.-chrrndes Beispiel für Ausdauer und geschäftlicher Tüchtigkeit. Als Gründer der Firma Scasongood n. Co. genoß er eines allgemeinen Ansehens im ganzen Lande. Lazarus Hallgarlen» welcher die Firma Hallgartcn n. Herzfcld, jetzt Hallgarten u. Co.. begründete, fir.tc sehr wenig Mittel, als er im Jahre lsio den Fuß in dieses Land setzte. Cr und seine beiden Söhne starben schnell hinter einander, sic hmterlicßcn das Geschäft in einem blühenden Zustande. Adolph Hallgarten, welcher vor einigen Jahren in Cnropa starb, vermachte Toll. 100,1 >00 den Wohlrhätigkeils-Anstülren Ztew-Borks. Wormser u. 15 o. machten ihr Vermögen in Sacran'ento nnd zwar wie die Scligmann's im Kleidcrgesckän. Maser und Cmanucl Lehmann begannen in Montgomcry. Ala., wo sie Storekeepers waren. Tie Bcrnhcimcrs waren von allen Mitteln entblößt, als sie nach Amerika kamen. Sie begannen als Pedlars, dann, singen auch sie ein Kleidergeschäft an, und sind beute ..vielfache Millionäre. Adolf Scheftcl, welcher heute Chef eines der größten Ledergeschästc der Stadt ist. hatte 300 Franks in der Tasche, als er vor zwanzig Jahren hier ankam. Auch Salomo» Loeb, von der Firma Kuhn, Locb u. Co., war ei» armer Junge, als er die alte Welt verließ. Cr ist heute einer der reichsten Gcldfürsten der. Hudson- Merropole und besitzt Grundcigcntburn im Wcrthe von Toll. 1,500,000. Sein Schwiegersohn, Jakob Schiff, der gleichfalls völlig mittellos ansing, ist setzt durch die vornehme Art. in welcher er seinen Wohlthätigkcirssinn berhätigt, einer der mit Recht beliebtesten Männer der Stadt. Seine Glaubensgcnoffrn nennen ihn den Montcsiore New-2)orks. Am deutlichsten und augenscheinlichsten tritt die riesige Ausdehnung des in jüdischen Händen befindlichen Geschäfts am Broadway hervor. Fast sämmrliche- 400 Gebäude in Broadway, von Canal Str. bis Union Square sind von Juden okknpirt, von den in dieser Slraßcnlänge befindlichen 1200 Firmen sind etwa 1000, deren Inhaber dieser -rastlos thätigen Nation angehören. An jedem jüdischen Festtage trägt der Broadway in seinen Gcschäftstycilcn völlig einen feierlichen Charakter. Tiefe Daten genügen, um einen Begriff von dem riesigen Cinstuß zu geben, welchen die Juden dank ihrer Energie, ihrer hohen geschäftlichen Begabung nnd Ausdauer in Rew-Aork gewonnen haben. Cr nimmt noch fortwährend zu. Im Jahre 1850 landeten im hiesigen Hafen 30,000 Juden, von welcher Zahl ungefähr zwei Trittel hier blieben, während der Rest sich westwärts wandte. Sie kamen zum größten Theile aus Rumänien und cädrußland. wo eine au die düsterste» Kapitel des Mittelalters erinnernde grausame Verfolgung, sie aus ihren Hcimarhsdörseru verjagt und über das Meer, ans den freien Boden der Republik, die jedem Menschen eine freie Bclhäligung seiner Individualität gestattet, getrieben hatte. Und so mancher der armen, bleichen, zerlumpten Burschen, welcher da drüben in dem Frohndienst der Intoleranz und maßlosen Unterdrückung elend zu Boden getreten wäre, wird hier zu einem nützlichen, auswärts strebenden Menschen werden! Wie jeder französische Soldat seinen Marschallsftab im Tornister, so trägt auch jeder an die Küste verschlagene arme Hebräer seine Zukunft in sich. <§^>ir ßdZai nicht verfehlen, auf die inr Inserate»iheil befindlicke Lnnoncr. ans bet Fabrik wa S. Mohr in Aianftnthal Herr.. cufnutHam;rr machen- — Nach dem uns vorNegenden Ärresre dc2 uns periöntick bekannten Herrn I. Singer nnd alle Bedingungen gegeben, damit die Seife von jeder «UgiLfeu Hausfrau ohne Bedenken beuükl werden kann.

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