Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 50 (30.6.1887)
- Date
- 1887-06-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVIII. Jahrgang. Erste Kettage M Ar. 3V des Israelit. Z<it«ngsuachrichten und Correfpoudeuzen. Deutschland. Hamburg. Tie Heymann -Matthias- Stiftung von 1865 hat ihren ersten Rechenschaftsbericht erstattet. Die segensreiche Thätigkcit, welche der verstorbene Herr Heymann-Matthias fast vier Decennien der Talmud - Thora - Schule und ihren Zöglingen gewidmet, hat eine Anzahl derselben veranlaßt, eine Ctifrnng in'» Leben zu rufen, welche den Na-nen und das Andenken des unermüdlichen Freundes und Wohlrhätcrs der Jugend auch den kommenden Geschlechtern überliefern und in seinem edlen Sinne wirken soll. Tiefe Heymann-MatthiaS-Sliftung bezweckt: a) Die Errichtung von Freistellen an der hiesigen Talmud-Thora-Schule für diejenigen i»r. .Knaben, denen ohne solche die Aufnahme in die Talmud-Thora-Schule versagt sein würde, st) Ten Eltern und Erziehern, denen da» Schulgeld eine zu große Last ist, Bcihülsc dafür zu gewähren, c) Schülern, welche, nachdem sic eine höhere Erlasse der Talmud-Thora-Schule absolvirt haben, sich dem Studium zuwcndcn, während der weiteren Unterricht»- und Studienzeit Stipendien zu gewähren. Tiefer letztere Zweck tritt jedoch erst in Straft, wenn der Reservefonds die Höhe von Ä. 15,000 erreicht hat, fo daß bi» dahin die Thätigkcit auf die unter L und I) angeführten Zwecke sich beschränkt. Ter Reservefonds weist nun eine erfreuliche Zunahme auf, welche ans Legaten hochherziger Gönner, (ein» von M. 5000 und ein» von l'oooj und Geschenken resultier, doch ist ein recht schnelle» Anwachsen desselben auf die Höhe von M. 15,000 auch um so wünschcnSwcrthcr, als erst dann an die Gewährung von Stipendien gedacht werden kann. Schon im Schuljahre 1880 konnten M. 676,59 zur Bcrchcilung gelangen, mit denen 23 von 3! eingelausencn Gesuchen ganz oder thcilweise befriedigt wurden. Lbige 23 Bewilligungen bestanden in 10 Freistellen und 13 Unterstützungen. (Beisteuer zum Schulgeld.) Dagegen sind in den Erat pro 1887 bereits M. '.»«0 ausgenommen, welche sich auf 13 Freistellen und 14 Unterstützungen vcttheilcn, und unterliegt es keinem Zweifel, daß die gestellten Anforderungen mit jedem Zähre wachsen werden. — An Zahresdeträgcn wurden 1885/86 M. 1583.50 vereinnahmt. Tie Ausgaben betrugen M. 702.01. Ter Rcfcrvcsonds vereinnahmte M. 6471.51. — Für das Zahr 1886/87 betrugen die Einnahmen M. 2574.84, die Ausgaben M. 984.45. Der Reservefonds stieg auf M. 6885.87. Hamburg» 20. Juni. Gestern (Sonntag) Vormittag 9 Uhr fand die Beerdigung de» langjährigen Beamten der Beerdigungs-Brüderschaft der Gemeinde, Hm. S. v. d. Porten, vom Israel. Lirankenhar.se aus unter sehr zahlreicher Betheiligung statt. Herr Hcilbnt, als älteste» Mitglied der Direktion. widuieLe dem Heimgegangenen am Sarge ehrende Worte der Anerkennung für die von ihm in der Zeit von 50 Jahren bewiesene Pflichttreue im Dienste der Gemeinde. Auf dem Ohlsdorfer Friedhöfe in der Capelle nahmen der Gcmeiudcvorsrcher Herr Louis Wolff, sowie der Borsitzende de» Repräsentanten- Colleg», Herr Tr. H. B. Levy da» Wort/ um der großen Pflichttreue dcS Verstorbenen rühmend zu gedenken, der cs in einer langen Reihe von Jahren verstanden, sich in den Kreisen der Gemeiudemitgliedcr durch freundliches, humane» Walte» al» Beamter, Liebe tmd Achtung zu gewinnen. Nachdem die üblichen Gebete stattgefundcn, ward die Leiche der Gruft übergeben, damit fand die Bestattungsfeier, welche auf alle Anwesende tiefen Eindruck gemacht, ihren Abschluß. Schweiz. Biel, 7. Juni. Zn der Aula des Mädchensckulhauses fanden sich gestern ca. 20 Delegirte aus Biel, Bern, Langenthal, Burgdorf und Thun dcS kantonal bernischer Thicrschntzverbandcs zur Zahresversammlung ein. Tic Schächtfrage vcranlaßtc neuerdings eine längere und sehr an.irnirte TiScussion. Herr Tr. Stall von Bern stellt in Aussicht, daß die Bestrebungen des TicrschttövercinS für Verbot de» SchächtenS zum .'siele führen werden. Heri Rabbiner Taube von Biel bricht eine andere Lanze für das Schächten. Dasselbe sei nicht grausamer als jede andere TödtuugSarl der Thiere, gegcmhci!» fei das Schächten sicherer iniv weniger schmerzhaft: er citirt für diese Behauptung die Gutachten einer Anzahl ärztlicher Autoritäten: auch habe man vom moralischen Standpunkt ans kein Reckt, den Juden das Schächten zu verbieten. Herr Pfarrer Trorler, welcher hierauf das Wort ergrisi, vertrat haupsächlich den religiösen Standpunkt und sprach für das Schächten, indem aus dem angeführten Umstande es den Christen