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Der Israelit · 1887-06-30 · Heft 50 (30.6.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 50 (30.6.1887)
Date
1887-06-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVHL Jahrgang. Jtf so ei« Kontra! - Organ für das orthodoxe Audenthum. Hcrausgcgcbcn von Or. Lehmarm in Mainz. Donner ft ag, den 30. Juni SK47 (1887). Ta mit dem I. Juli 1887 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir unS, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitender Artikel. Are Sprüche der Fäter. Drittes Buch. XXI. Bad Homburg, 27. Juni. rcr?p iscn rsrr 72 p w:n 'i .-nt? r~Tp «rrar r?> , .---,--2 T-rn \--r-7 :r=7rs mzzn p» „Rabbi Ebankna den Toßa pflegte zu sagen: Jeder, dessen Furcht vor der Sünde seiner Weisheit vorangcbt. dessen Weisheit hat Bestand. Jeder aber, denen Weisheit vorangcht seiner Furcht vor der Lunde, dessen Weisheit bat keinen Bestand." Wohl von keinem der Weisen Israels werden so viel wunderbare Tinge erzählt, wie von Rabbi Ehanina den Toßa. Lein Geber batte eine wunderbare Kraft, und Alles, was er von Gott erbat, gewährte ihm der allgütigc Vater im Himmel. (Sr war sehr arm und 'litt mit seiner Farnilie oft drückenden Mangel; aber er verschmähte cs. von &ctt Reichthümer sich zu erbitten. Als er einst, dem Drängen seiner Gattin nachgcbend, sich Ncichrhum erdeten hatte, veraulaßre ihn diese selbst, die Bitte zurückzunehmcn, da sie im Traume gesehen, daß ihr die'Genüsse dieser Welt im künftigen Leben schaden würden. Tie drei in unsrer Maßechtba mitgetheilren AussprÄche des Rabbi Ehanina den Toßa, von denen wir den erfreu an die Spitze dieses Kapircls gestellt haben, entsprechen seinen großen Charaktereigenschaften. Ja den unmittelbar vorhergehenden Mifchnoth wird meistens die Heiligkeit und Wichtigkeit des Thoralernens gepriesen; nun belehrt uns der Ausspruch des Rabbi Ehanina ben Toßa, daß selbst die Weisheit keinen Bestand hat, wenn ihr nicht die Furcht vor der Sünde vorhergcht. Tie weisen Erklärer unsrer Maßcchta finden in dem uns heule vorliegenden Ansspruche mancherlei Schwierigkeiten. Zunächst scheint derselbe im Widcrsvruche mit dem Hillcls ((5. 2. Mischnah 5) zu stehen. Hille! sagt:?en ttr rz px „der unwissende Mensch kann die Sünde nicht fürchten"; es ist also Wissen dazu nothwendkg, um die Sünde fürchten zu können/ Es muß demnach das Wissen der Furcht vor der Sünde vorangehen. Rabbi Ehauina ben Toßa dagegen verlangt, daß die Furcht vor der Sünde dem Wissen vorangche, denn sonst habe die Weisheit keinen Bestand. — Es ist nicht anznuchmen, daß Radbi Ehauina in dieser Beziehung anderer Meinung sek als Hillcl, da cs sich hier um allgemein giftige, sittliche Grundsätze handelt. Wie kömmt nmiijiim aus diesem Dilemma heraus? Ist man unwissend, so kann mau die Sünde nicht fürchten; erlangt man Weisheit, ehe man die Sünde fürchtet, so har diese Weisheit keinen Bestand. — Tie Erklärer bemühen sich, diesen 'Widerspruch zu lösen. Barünora und die ureistcn Erklärer meinen, die Furcht vor der Sünde soll in der Beziehung der Weisheit vorangchcn, daß mau lerne in der Absicht und mit dem festen Vorsatze, dadurch die Furcht vor der Sünde zu erlangen. Taß diele Erklärung nur ein Rothbehclf ist, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden. Rabbi Samuel de Qscda fiudct in der vorliegenden Mischnah noch eine andere Schwierigkeit:

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