Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 46 (16.6.1887)
- Date
- 1887-06-16
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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834 jedoch ein Sarkophag. der die ^vorin eine» Manrsleums hat und au dessen vier Leiten sich Lcnlplnrarbciten «u relid befinden, die achtzehn Klageweiber (r.'irps er:) darncllcn. Ter Deckel des Sarkophags zeigt in Lculpturarbeit das ganze Begräbniß-Ecremoniel der Phönicier, das wahrscheinlich dasselbe der alten Israeliten war. Um nun diese Lärge anS Tageslicht schaffen zu können, ließ Hamdr Bcy einen fünfzehn Meter langen Tunnel graben, der in die unweit davon lausende Fahrstraße mündet. Einer dieser Large, der aus einem einzigen Stück Marmor gearbeitet ist, hat ein Gewicht von fünfzehn Tonnen (300 Ecntncr). Diese Grotte liefert uns den Beweis, daß die Phönicier ebenso wenig einen Friedhof hatten, wie die alten Israeliten, sondern, daß sie gleich diesen ihre Todtcn in einer Felsenkluft oder in einer Grotte, in deren Wänden sich Nischen zur Aufnahme der Lärge befanden. beisetzten. Hamdi Ben wird nun die phönicischen und griechischen Inschriften, die sich auf diesen Sarkophagen befinden, kn einem besonderen Werke der Ocffenrlichkcit übergeben." Bemerkung des Uebersetzers: „Zwei Privatschreiben ans Beirut an einen griechischen Archäologen in >tonsrantinopel melden in Ergänzung des eben angeführten Zeitungsberichtes, daß eine der erwähnten Lcnlpturarbeiten aus dem Sarkophage einen auf einem Bene, welches nur eine einfache schmale Bank in. liegenden ranken oder Sterbenden zeigt, dessen §lopf auf einer Art Erhöhung (ein Holzblock oder Stein» ruht, während dessen Füße, da die Bank sehr schmal ist, zu beiden Leiten derselben herabhänge». Auch die alten Egyprer schliefen, wie die noch heute erhaltenen Abbildungen zeigen, aus einer einfachen Bank, ans der man gewöhnlich aus dem Rücken lag. während die Füße, da die Bank ungemein schmal »var, oft zu beiden Leiten derselben hcrabhingen. Betrachtet man nun diese Abbildungen, so fängt man zu begreifen an, was eigentlich die heilige Schrift mit den Worten: rpn (Er zog seine Füße auf das Bett zurück) meinte. Sic wollte nämlich nur andcutcn, daß Jacob, als er seine lebten Augenblicke herannahe» sah, seine Füße auf die Bank, ans der er lag. wieder zurückzog. Bekanntlich stehen heute in der (wsssn »vsrs) Toppelhöble, in der die Patriarchen schlummern, vier Sarkophage (Abraham, Isak, Jakob und Lcah oder Sarah) und meint mau allgemein, daß dieselben der islamitischen, höchstens der griechischen Zeit, angehören, da man nicht annehmen «rag. Laß schon die alten Israeliten Lteinsärge (Sarkophage) benützt haben sollen. Tie jedoch jetzt in Saida aufgefundenen Sarkophage belehren uns dagegen, daß schon im hohen Altcrthumein Phönicien und wahrscheinlich auch im benachbarten Palästina Lteinsärge im Gebrauche waren. Ursprünglich aber wurden die Patriarchen in der Toppelhöhle in einfachen Gräbern deigesetzt, denn Jacob sagt noch: p »r-o tr» -epa (in meinem Grabe, das ich mir gegraben.) Sparer aber, wahrscheinlich zur Zeit Lalomo's, als phönicische Ltcinmetzen in Hellen Schaaren nach Palästina kamen, um dort beim Tcmpelbau mitzuhelscn, wurden auf die Gräber der Patriarchen, ohne indes deren ewige Ruhe zu stören, nach unten offene Sarkophage gestellt. Jedenfalls aber müssen diese Sarkophage zur Zeit der Zerstörung des zweiten Tempels schon einige hundert Jahre alt gewesen sein, und so wird man jetzt auch eine bisher ganz dunkle Stelle im Talmud besser begreifen. Jeder Talmudforscher muß sich nämlich fragen, welche wichtige Gründe Rabbi Akiba, der ein höchst frommer, gelehrter und jedem Sophismus abholder Mann war, doch bewogen haben mögen, die einfache wortgetreue und auch jedem Schnlknabcn geläufige llebersctzung der Bibclsrcllc:'- vd -ctf -'cp (in meinem Grabe, das ich mir gegraben) zu verlverfen, und sie durch eine quasi mit Gewalt bei den Haaren herbeigezogcnc: „in meinem Grabe, das ich mir gekauft" (rrva c-n ’rrai p? pr) zu ersetzen. Als Rabbi Akiba nämlich die Sarkophage auf den Gräbern der Patriarchen sah. die schon zu seiner Zeit etliche hundert Jahre alt waren, und er nun wirklich meinte, daß die Patriarchen gleich Ursprung! rin Steinsärgcn und nicht in Gräbern deigesetzt wurden, da siel es ihm sehr schwer zu glauben, daß Jacob Worte gebraucht haben sollte „in meinem Grabe, das ich mir gegraben", die durchaus nicht der Wahrheit entsprechen, da, wenigstens nach seiner, Rabbi Akiba's, Ansicht, die Patriarchen doch eigentlich in Steinfärgen beigeletzt wurden,- während von einem Grabe keine Spur war. Er suchte daher den Worten Jacob » einen der Wahrheit mehr entsprechenden Sinn zu geben „in meinem Grabe (oder Grabplas), das ich mir gekauft habe" in dem er das Won Tns als gleimdcdtmend mir dem griechischen „keiro (ich kaufe)" erklärte. I