Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 46 (16.6.1887)
- Date
- 1887-06-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXVNI. Jahrgang. ZWerte BeUllge zu Nr. 46 des Israelit. ZeituvgSaachrichteu und Correfpoudeuzea. Deutschlau d. Solingen, s. Juni. Herr Maier Feist und die Geschwister Michelson haben am 1. Tag ry2r, erstcrer eine prachtvolle .-n-n *£=, letztere einen wenhvollen silbernen Thoraschmuck unserer Synagoge zum Geschenke gemacht. Memel. Dem Rechenschaftsbericht des ständigen Hülfs-E omite's für die Nothstände russischer Israeliten zu Memel, für die Zeit vom I. Januar 1886 bis 1. April 18»7 entnehmen wir: Tie Hauptthätigkcit des Vereins bestand während des ganzen Jahres bis zur Stunde in der Unterstützung und Beförderung von ausgcwicsencn und auswandcrndcn Glaubensgenossen. Bereits bis Anfangs Januar l«86 waren bei dem l5oimte in «49 größeren und kleineren Sendungen 32,682 M. 81 Pf. eingegangen, hiezu kamen 2470 M., welche in Memel selbst gesammelt worden waren. Am 1. April dieses Jahres hat die Zahl der hicrhergclangten Gaben 1160 betragen, welche eine Summe von 43,167 M. 70 Pf. darstellten. Tas Geld war bereits an dem genannten Tage bis auf 78 M. 70 Pf. verausgabt. Was weiter mit all den Unglücklichen geschehen soll, welche ohne Unterstützung sich nicht helfen können, müssen wir Gott anhcimstcllcn. Mir der genannten Summe wurden NO! Personen, darunter auch 17 christliche Ausgewiesene mit zusammen 67 Personen unterstützt und zwar derart unterstützt, daß sie nach überseeischen und andern außerdeutschcn und außcrrussischen Ländern gelangen konnten. Unsere Ausgewiesene» und Auswanderer waren zumeist russische Flüchtlinge, welche nicht nach Rußland zurückkchrcn durften, oder Personen, deren russische Hcimath nicht mehr zu ermitteln war und die darum die Grenze nicht überschreite» durften. Tas Krankenhaus für mittel- und hülstose Kranke, welche uns aus Rußland zugebracht werden, hat wieder eine große Anzahl armer und leidender Glaubensgenossen Beistand und ärztliche Hilfe gebracht. Tiese Hülfe erstreckt sich auch auf viele .Kranke, welche das Haus nicht aufnchmcn kann, durch unenrgelüiche Gewährung von Speisen und 'IHebiän. Während des Jahreslaufcs betrugen die Einnahmen der Krankenkasse, welche sämmllich hier am Lne aufgebracht werden mußten, M. 7898,22. die Ausgaben M. 7543,14. Tie Elementarschule für arme russische Kinder hat mit den Ausweisungen eine schwere Krisis durch-. zumachen gehabt. Tie Schülcrzahl ist vou 91 auf 36 herabgesunkcn. Tie drciklassige Schule hat jetzt auch nur noch einen ordentlichen Lehrer, Herrn Moses. Tic Schule besitzt nunmehr ihr eigenes Grundstück mit Wohn- und Winhschaftsgcbäude. In dem daranstoßendcn Garten ist im verflossenen Jahre eine kleine, aber gar hübsche Synagoge aufgebaut worden. Tie Einkünfte der Schule bestehen fast ausschließlich in den a*/2 proceutigen Zinsen von 50,000 M., welche der Schule von dem ehemaligen „Deutschen Eeniral-Comi!^ zu Berlin geschenkt und dem Vorstände der Synagogcn-Gcmeinde zur Verwaltung übergeben worden sind. Mit diesem geringen Einkommen von 1750 M. muß die Schule auszukommen suchen. Syrien. Saida. (]ts). Tas in Beirut erscheinende arabische Amtsblatt für Syrien „Hadikat EI- Achliar (Bestätiger der Nachrichten)" meldet: „Der Direktor des kaiserlichen Museums in Konstantinopel, Hamdi Bey, ist in Begleitung des Herrn Tcmosthenes Bey Beltazzi und des Ingenieurs für Syrien, Bcchara Esscndi, in Saida eingctroffen, um nach dem Stande der Nachgrabungen daselbst zu schauen und die dabei gefundenen Altcrthümcr nach erstgenannter Stadt transponiren zu lassen. Vor Kurzem wurde nämlich don auch eine in einen Felsen gehauene Grotte entdeckt, die ungefähr 15 Meter tiefer als der Meeresspiegel liegt. Tiefe Grotte scheint keine Thür oder Ausgang gehabt zu haben, da die Wände derselben ganz intact sind. Man gelangte nun in dieselbe mittels Stricken, die aber Hamdi Bey jetzt durch Holzleitcrn ersetzen ließ. Es zeigte sich nun, daß man einen der Hauptbegräbnißplätze der alten Sidonier (jr;rrs) entdeckt hatte, denn man fand dort zahlreiche in den Felsen gehauene Nischen (Syrisch: „Kochi* daher im Talmud too. Aum. d. lleberi'etzcrs), in denen achtzehn Sarkophage aus weißem Marmor gehauen, und von unendlich feiner Arbeit, standen. Tic Sarkophage. gehören theils dem phönicischcn (c’^r), theils wieder dem griechischen Zeitalter an. Tas größte Interesse erregte