Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 46 (16.6.1887)
- Date
- 1887-06-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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827 feit vorzu führen. Zu diesen Männern kann mit Recht der vsr einigen Wochen zu Grube getragene Herr Moses Leilher H dahier gezählt werden. Ter Verlebte, früher in Buttenwiesen wohnhaft, überfiedeUe vor ungefähr 10 Jahren von letzgenanntem Orte nach hiesiger Stadt und widmete während dieser Zeit feiner religiösen Gesinnung gemäß ausschließlich seine ganze Kraft der Ausübung von nss 0’3‘C c*ryrr.. Seine iricl’c zur r.tr'pn ur? äußerte er dadurch, daß er nicht bloß, wie er dies schon von frühester Jugend au gcthan, täglich allein eine bestimmte Zeit mit Lernen verbrachte, sondern sich auch an dem schon seit Jahren in der Klausmnagoge dahier bestehenden rrr-fre; rege beteiligte, und dafür Sorge trug, das; dem fraglichen 1-7--- durch Zuziehung von jungen bewährten KröKen eine weitere Fortdauer gesichert wurde. Wie groß seine Anhä'.'.Zl'chkeit an rc-~"! p# und dessen Bewod-, iter war, beweist der Umstand, daß er vor einigen Jahre» dem Eentralkomite für isr. Armen- und Pilgerwohnungen zehntausend Mar! mit der Bestimmung übergab, daß ein seinen Namen tragendes Hau? erbaut werde, in welchem zwei Talmide Ehachamin, deren Einsetzung auf seine Präsentation zu geschehen habe, für ihre Lebzeit wohnen sollen, welche Anordnung getretrlich ausgeführt wurde. Von aber ganz besonderer Bedeutung war der Tahingeschiedeue für die hiesige isr. Waisenanstalt, i» welcher er das Amt eines Vorstandes bekleidete und für die er mit einer staumnswerten Hingebung thätig war. .klagend stand daher dic Verwaltung dieser Anstalt mit den Waisen au der Vahrc ihres getreueu Führers, au dem das gemeinnützige Juftitnt eine unschätzbare Repräsentative verloren. Mit vielen Tugenden, die des Martnes Haupt zieren, verband der Verstorbene ein klares llttheil, das ihn bei allen wichtigen Fragen das Richtige finden ließ, was der genannten Anstalt sehr zu statten kam. Pr konnte ein errr* 'zh in des Wortes vollster Bedeutung genannt werden. Herr Tr. Königshöfer i“-::, Direktor der hiesigen isr. Waisenanstalt, gab auch an der Bahre dieses biederen Mannes dem Schmerze über dcu erlittenen Verlust t:t beredter Weise Ausdruck, indem cr die Stelle im Midrasch Jalkut, rvszb -•» rrrfn r.-cxr eitirte, wobei auch Redner die große Befchcidcrihert betonte, die dem nunmehr Verklärten ganz besonders eigen war. Ter sel. Leiter zählte nämlich zu jenen Fromnten. die ihre geübten Werke der Wohlthätigkeit der Oenentlichkeit gegenüber geheim hielten, von welcher Tugend, die Anordnung, daß seinen Grabstein außer seinem Namen und der Sterbezeit nur die Worte 7:»rr* | TpK cjr rp, decken sollen, ein sprechendes Zeugniß liefert. Wie mau allgemein hött, hat der Verblichene ntehrere Wohlthätkgkeits-Anstalten, worunter auch die hiesige isr. Waisenanstalt wahrscheinlich gerechnet werden darf, mir Legaten bedacht. n'zscn Lindolsheim. (Baden.) Tie in weiten Kreisen bekannten n»d beliebten Hirsch Wolf Kentenbcrger'schen Eheleute feierten im vorigen Monate in hiesiger Gemeinde ihre goldene Hochzeit. Ter Jubilar versieht seit 20 Jahren die Vorsängcrstelle bei der isr. Gemeinde. Am Festzug betheiligttn sich außer der israelitischen Gemeinde auch der politische Gemcindcrath, der Herr Pfarrer und die beiden Hciren Lehrer. Herr Gutsbesitzer Stein aus Kudach übergab ein von ihm und seinen Freunden gewidmetes Sparkafienbuck mit eingezeichnetem Betrag von 680 M. Herr Bezirksrabbiner Tr. Löwensiein verlas ein Schreiben des Israelitischen OberrarhS in Karlsruhe und überreichte ein Geldgeschenk von 5,0 M. von dieser Behörde. Daran anschließend überreichreHerr Bezirks: ath und Bürgermeister Grämlich dem Ehepaar das huldvolle Geschenk desGroßbcrzogs im Betrage von :t0 M. ein; weiter übergab Herr Niedermann als Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde dem Jubilar einen prachtvollen Regulator mit dcnt schönen Wunsche, daß derselbe dem Ehepaar die Stunde »och recht lange anzeige. Dinslaken. Durch Allerhöchste Ordre Seiner Majestät des.Königs find dem Israelitischen Waisenhause zu Dinslaken feie Rechte einer juristischen Person verliehen worden. Freudig ist dieses Zeichen Allerhöchsten Wohlwollens für das junge Institut zu begrüßen, indem danelbe damit auf eine sichere Basis glstellt ist und zugleich damit ausgedrückt ist, daß das Institut während seines nunmehr zweijährigen Bestehens bewiesen hat, einem wie dringenden Bedürfnisse seine Errichtung entsprach. Es dürfte zu hoffen sein, daß ein immer größerer Freundeskreis für danelbe erworben wird, damit es im Stande fei, einer itnmer größeren Zahl von armen, verlancnen Kindern Aufnahme zu gewähren. Italien. 8» mit, 9. Juni. Gestern 2l!t Uhr Nachmittags wurde der hier eingelroffette außerordentliche Gesandte des Sultans von Zanzibar, unser Glaubensgenosse Tr. Gregory d' Arbela, von unserem etlanchten Königspaare in besottderer Audienz empfangen. Ein Hofgalawageu mit einem Palastbeamten hatte den Abgesandten in seinem Hotel abgeholt und ihn nach dem Ouirinal gebracht. JnS