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Der Israelit · 1887-06-13 · Heft 45 (13.6.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 45 (13.6.1887)
Date
1887-06-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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f U. M u*|j «,»,>».-7 805 Ter heutige jüdische Kirchhof — im Innern der Stadt gelegen — ist fast voll; er wird in einigen Monaten ganz voll sein, und dann must er ersetzt werden, Ein Teeret vom ersten August 188t, bestätigt durch das organische Dekret vom ersten August 1885, untersagt neue Kirchhöfe im Innern der Stadt anzulcgcn. Tie städtische Behörde hat anstcrhalb der Stadt, neben den für die anderen Eultusgemcindcn rescrvirten Kirchhöfe, ein Terrain angckaust, das sie für die Israeliten bestimmt, und dessen Parccllcn von ihr direkt an die Familien verkauft werden. Bis jetzt war die jüdische Gemeinde Besitzerin ihres Kirchhofs, und trat selbst den Familien Parccllen ab. Ter Ankauf des Terrains war nicht thcucr, und oft schenkten ihr Privatleute anstoßendes Terrain, das denselben anszudehnen gestattete. Tic Gemeinde bezog aus diesen abzutretenden Parcellen eine bedeutende Einnahme, die ihr gestartete, einen Thcil der Ausgaben für den Eultus zu bestreiten, und besonders den Armen unentgeltliche Stellen für alle Zeit abzulaffcn. Wenn die Stadt die Gemeinde um diese Einnahme verkürzt, so wird das allgemeine Budget derselben gefährdet, und cs werden auch die Mittel fehlen, um den Armen ein ewiges Grab zu gewähren; diese werden nach einigen Jahren ausgcgrabcn und in eine gemcinfamc Grube geworfen- Außerdem wird cs Vorkommen, daß fromme und achtbare Leute, im Gegensatz zu dem jetzt üblichen Gebrauch, neben anerkannten schlechten Personen gebettet werden. Tiefe Vorgänge dürsten die Israeliten aus das empfindlichste verletzen; sie werden ihnen wie eine Entwcihuug Vorkommen, und cs ist wünschenswerth, daß ihnen dies erspart bleibe. Tiefe Schwierigkeiten können zi:m Thcil vermieden werden, wenn die städtische Behörde, deren guter Wille fcststcht, bei Seiten über die Gesinnungen und die Wünsche der Israeliten aufgeklärt wird. Es wäre wünschenswerth. daß dem städtischen Rath eine Anzahl Israeliten bcigcstellt würde, die berechtigt wären, im Ramen der Gemeinde zu sprechen. Bis jetzt gab es einen einzigen Stadlrath, der in seiner Eigenschaft als Jude zu dieser Stellung ernannt worden, (die beiden anderen israelitischen Mitglieder des Rathcs befinden sich daselbst als Europäer.) Tic 75000 Mohamcdancr der Stadt sind in dem Rath durch den Präsidenten und acht Mitglieder vertreten, die 25,000 Europäer zählen acht Vertreter: cs wäre gerecht, wenn die -10,000 Israeliten der Stadt Tunis durch eine verhältnis;- maßig große Anzahl von Bciräthen vertreten würden. Tic Gemeinde hätte alsdann im Stadtralh mehrere offizielle Dolmetscher, die ihre Eollegen aufklären und für alle diese Fragen eine befriedigende Lösung vorbercitcu könnten. (Israeliten MaroccoS.) Ein ziemlich ernster Vorfall hat sich in Marocco zugetragen. Araber schuldeten einem gewissen Rüben Turgucman oder Trodimann aus Alcazar, wahrscheinlich unter amerikanischem Schutze stehend, Geld. Da er nicht zu seinem Gclde kommen konnte, wandte sich Trodjmaunmit einer Klage gegen seinen Schuldner an Herrn Mathews, derzeitigen Gcneral-Eonsul der Bereinigten Staaten, der dieselbe an die marokkanische Behörde beförderte. Diese, nachdem sic die Gültigkeit der Klage scstgcstellt hatte, ließ die Schuldner fcstnchmcn. In der Zwischenzeit wurde Herr Mathews von einem neuen Eons::!, Herrn Rood Lewis, ersetzt. Man weiß noch nicht, wie cs geschah, daß Trodjmanu unter diesem neuen Beamten vorn Kläger zum Angeklagten wurde. Sein ganzes Verbrechen scheint sich ans die Weigerung zu beschränke», in Alcazar vor dem Lokalrickter zu erscheinen, um dem von ihm cingelcitclen Prozeß anzuwohncn; doch behauptet er, die Aufforderung niemals erhalten zu haben, und zudem scheint cs, als habe er Lust bezeigt, die Eonlpctcnz des Orlsrkchtcrs zu bestreiten. Jedenfalls war die ihm vorgeworfenc Schuld ohne Belang. Dennoch glaubte der Eonsul der Bereinigten Staaten, die marokkanische Behörde um einen Befehl ersuchen zu müssen, Trodjmann mit Gewalt nach Tanger zu bringen. Tiefer Befehl wurde mit außergewöhnlicher Strenge und in ganz cigcuthümlichcr Weise ausgeführt. Tic Uebcrbringcr des Befehls, zwei Engländer, begannen mit einer Art Manifestation in Tanger. Sie zogen am 4. April aus der Stadt, an der Sviye einer kleinen Eavalcade und mit ausgcbrcirctcr amerikanischer Flagge, um sich nach Alcazar zu begeben. Tort, unter Bcihülfe des Eaid, ließen sic Trodjmann am 7. April festnehmcn, legten ihn in Ketten, und anstatt ihn ans den direktesten Wege nach Tanger zu bringen, führten sie ihn durch die Städte Larache und Arzila, ihn in allen Ortschaften, die sic passirtcn, ausstcllcnd. Am io. April, zweitem Ostcrtag, kamen sie nach Tanger, man hatte ihn während des Festes zu reisen gezwungen, trotz des 1864 herausgegebencn Gesetzes, welches .1880 und l>85 bestätigt wurde und verbietet, die Juden zu Arbeiten oder Reisen zu zwingen an Sabbat oder Festtagen. Als ihr Opfer Tanger betrat, war es nur noch von einem arabischen Soldaten begleitet; die Engländer, welche ihn fcstgenommen, hatten mit ihm die Stadl nicht zu betreten gewagt. Die urarokkanische

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