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Der Israelit · 1887-06-09 · Heft 44 (9.6.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 44 (9.6.1887)
Date
1887-06-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXYlII. Jahrgang. Erste Keilage zu Kr. 44 Les Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpoudcnzeu. Deutschland. WaiNugeu, 5. Juni. In Nr. 38 des „JSraclitist am Schlüsse einer von Sulzburg datirten .Korrespondenz die Bemerkung enthalten, der Großherzogliche Lbcrrath der Israeliten in .Karlsruhe sei durch die Drohung der isr. Gemeinde Gailingcn, aus dem Verbände der israelitischen Rcligionsgcmcinschast des GroßhcrzogthumS auszurreten, dazu geMmgen worden, von der Verlegung des RabbinatSsitzcS nach Konstanz abzustchcn. Mit Bezug hierauf wird die Redaktion ersucht, in die nächste Nummer des gcnamitcn Blattes nachstehende Berichtigung auszunehmcn: 1. Das (besuch des Synagogenraths zu Eonstanz um Verlegung des Rabbiuatssipcs in diese Stadt ist mit Entschließung Gr. LbcrralhS der Israeliten obgclchnt worden, weil die überwiegende Mehrheit der Bezirksgcmeindcn sich für die Bclastung des Bezirksrabbinats in Gailingcn ausgesprochen halte. 2. Von der angeblichen Drohung, Seitens der isral. Gemeinde Gaililrgcn ist hier nichts bekannt. 3. Tie Lossagung einer isracl. Gemeinde dcS Großherzogthums von dem Gesammtverbande der bad. Judenschaft, wäre noch unserm Grachten gesetzlich — rechtlich wirkungslos. Tic Bez. Synagoge. S. H. G n g g e n h e i m. G. R o s e n 1 h a!. Oestcrr. - Ungar. Monarchie. Wien, 23. Mai. Ter RcchenschastSbericht der W. isr. Allianz, welcher in der heute stangehabten Generalversammlung verlesen wurde, legt das Hauptgewicht auf die Thäligkcit der „Allianzin Galizien, welche nach drei Nichlungen sich erstreckt, nämlich: Förderung der Schule, des Handwerks und des Ackerbaues. — Es sind erfreuliche Resultate, welche schon auf diesen drei Gebieten erzielt wurden. Auf das Einzelne übergehend, werden die Schulen in Sablocie, Lemberg. Stanislan und Brody erwähnt. Tie Lembcrger Schule, welche den hebräischen Tiscivlinen den möglichst weiten Spielraum gewährt, aber gleichwohl mit Sorgfalt über den profanen Unterricht wacht, hat gewisse gegnerische Elemente allmählich durch.di^ gewonnenen Resultate überzeugt, daß profanes Wissen und Frömmigkeit sich wohl vereinen und daß die moderne Schulbildung keineswegs das Studiuni des Hebräischen verdränge« muß. Für das Prosperixen dieser aus fünf Elasten bestehenden, von 320 Zöglingen srequeutirten Schule, zeigt die Anerkennung und Belobung, welche dieselbe von dem k. k. Schuliuspector Herrn Ladislaus Bote rski bei seiner am 23. und 24. März vorgenommcncn Juspcction, mit Erlaß vom 5. April v. I., 4032, erhalten, sowie daß weit über hundert den conservativstcn Preisen angehörigen Familienväter dem Vorstande ein Tankschreiben zngesandt, in welchem selbe für daS humane und segensreiche Wirken dcS Vereines danken. Dank der Subvention des Vereines wird fetz! der Religionsunterricht er» thcilt in den östentlichen Schulen von Stryi, Stanislau, Rohatin. Gliniany und Bobrka. Weiteres wird in dem Berichte das Streben des Vereines hervorgchoben, die jüdische Jugend in Galizien dem bisher in manchen Kreisen aus hergebrachten Vorurrhcilen gemiedenem Handwerke, zuzuführen. Erwähncuswerth ist das Gewähren von .'» Stipendien im Betrage von 500 fl. jährlich für Schüler, welche die SlaatSgeweröcschttlc zu Ezcrnowitz besuchen und sich einem dort gepflegten Gewerbe, dem Tischler-, Steinmetz-, Schlosser-, Maurer- und ZimmermannS- Haudwcrk widmen. Auch dem israelitischen Handwcrkcrvereine wurde im abgelaufenen Jahre eine Subvention von 300 fl. bewilligt. Durch die russische Judenaustreibung im Jahre 1881 und im Laufe der Jahre lvcitere russische und inzwischen leider auch acut gewordene rumänische Emigration wuchs die Anzahl der minder der damals nach Amerika Ausgewanderten von 10 Knaben und 8 Mädchen auf 214 Knaben und 25 Mädchen an. Der Verein hat weder Mühe noch Koste» gescheut, um diese armen verlaffenen Kinder erwerbsfähig zu machen und mit Befriedigung kann er constatiren, daß die überwiegende Mehrzahl der Kinder bereits zu tüchtigen, mit moderner Bolksschulbildung ausgerüsteten Handwerkern herangcbildet wurde. Im Laufe des Jahre» 1886 sind 32 Zöglinge freigcsprachen worden, welche ihren Angehörigen in Rußland und Anrerika zugesührt wurden. Eine der Hauptaufgaben des Vereines ist auch die Zuführug der jüdischen Jugend zur Feldarbeit. Es gelang auch 120 Knaben bei jüdischen Landwirthen, größtentheils in Podolicu untcrzubringcn. Heute nach Verlaus des ersten Probejahre», welches das schwie-

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