Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 43 (6.6.1887)
- Date
- 1887-06-06
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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136 abschält und auskernt, sondern sie vollständig zermahlt und presst; man sieht jedoch, darauf, dass die Oliven reif und ganz sind, dass sie kalt und nicht zu stark das erste Mal gepresst werden. Das heim ersten Pressen; lieransfliessende Oel giesst man in Krüge, die an einem kalten Orte dreissig Tage verschlossen, dass keine Luft daran kommt, bewahrt werden, siebt es durch und giesst es darauf in andere Gefässe, in denen es sich alsdann lange erhält. — Im Tractat Menachoth VIII, IV. findet sich folgende Mischnah: Dreierlei Oliven giebt es, (d. h. drei betr. des Grades ihrer. Reife von einander verschiedene) und jede derselben giebt je drei Oelarten. Die erste Olive (die vollständig reif) entkernt man auf der Spitze des Oelbaumes (d. h. man braucht nicht erst zu warten, damit ihre Reife vollendet und der Kern leicht loszulösen sei, denn sowie sie vom Baume nbgepfiückt ist. kann dies schon geschehen), man zerstosst sie und legt sie in den Korb und das Oel Messt von selbst, ohne dass sie gepresst wird; Rabbi Jehudah sagt: man legt sie rings um die Seiten des Korbes (damit das Oel geläutert durchtliesse und alle liefe an den Seitenwänden haften bleibe, während bei am Boden übereinander liegenden Hefe mit «lurchsickern würde). Dies ist das „erste Oel“. Dann wird es mit Balken belastet, nach Rabbi ,1 eh ud ah dagegen mit Steinen (weil nach seiner Meinung Balken zu schwer und dadurch wiederum Hefe mit ausgepresst werden möchte). Dies ist das .zweite Oel“. Hierauf werden die zweimal bereits gepressten Oliven in einer Olivenmühle gemahlen und wiederum mit Balken beschwert; dies giebt dann das „dritte Oel4*. — Die (noch nicht vollständig reife) „zweite Olive“ entkernt man auf der Spitze des Daches (d. h. man breitet sie auf dem Dache aus, damit sie durch die Sonnenstrahlen vollständig reif wird und dann entkernt man sie) u. s. w. Die (noch unreife) „dritte Olive“ legt man in die Keller, bis sie taul wird, dann trocknet man sie auf dem Dache n. s. w. Aus dieser Mischnah ist zur Genüge ersichtlich, dass man zur Zeit derselben die Oelbereitung schon sehr gut verstand und die von uns angeführten Regeln beachtet hat; nur das Eine findet man nicht, dass sie damals auch die Schale vom Fleische trennten. Möglicherweise ist dies auch unter wit verstanden, möglicherweise that man es desswillen nicht, weil das Oel ja für die Menorah im Heiligthume bestimmt war und es dabei nur auf die Reinheit des Oeles, nicht auf den Geschmack desselben ankam, und bezüglich der Reinheit kein Unterschied zwischen dem aus der Schale und dem aus dem Fleische gewonnenen tMe ist. — Die Angabe bei der dritten Olivenart, dass sie auf dem Dache getrocknet wird, bestätigt auch j folgendes Erlebniss: Vor einem Jahre ungefähr I war ich in En Kerem und es brachte mir j daselbst Jemand ganz vorzügliches OeL Auf! meine Frage, warum nicht alles Oel in jenem | Dorfe so gut sei, erwiederte er mir, dass die : Arbeiter entweder die Art der Oelbereitting I nicht kennen, oder aus Lässigkeit nicht genau; alle Bestimmungen bei derselben inne halten, i Auf mein Nachforschen sagte er mir dann, dass I man, um gutes Oel zu erhalten, die Oliven auf i dem Dache so trocknen lassen müsse, bis sie so hart wie Nüsse werden, die > Arbeiter wären jedoch meist zu faul, legen die ‘ Oliven in die Kelter, mahlen sie, wenn sie noch; weich und voll von bitterem Saft sind. Nach j Angabe dieses Mannes wird durch das Trocknen! die Bitterkeit den Oliven genommen, weil die Sonne in ihnen einen süssen Geschmack bewirkt . und habe ich mich in der That selbst überzeugt, j dass reife Oliven, die längere Zelt auf dem i Dache getrocknet, ohne jeden bitteren Geschmack Briefkasten An alle meine geehrten Herren : Korrespondenten die ebenso höfliche als dringende Bitte: 1. Die Spenden-Liste von den brieflichen Mittheilungen stets getrennt zu halten. 2 I >ie Spenden-Liste, mag sie selbst noch so bescheiden sein, nielit auf dem Coupon! der Postanweisung, sondern auf einem Blättchen Papier verzeichnet einzusenden. 3. Für die Spenden-Liste niemals die! jüdische Currentschrift in Anwendung zu | bringen, und falls die Spenden fiir verschiedene Rubriken und Zwecke bestimmt sind, sie auf ebensoviel einzelnen Blättern za verzeichnen. Die gütige Beachtung dieser beschei- . denen Bitten von Seiten meiner geehrten Herren Correspundentcn würde mir viel unnüthige Mühe und Zeitverlust ersparen, eine Rücksichtnahme, die gewiss jeder bili lig Denkende als eine vollkommen berech- : tigte und dringend gebotene bezeichnen | wird. Jedem Sie mir Gewährenden schon im Voraus den herzlichsten Dank dafür! S. J. M. in X. Ich schliesse mich Ihrem frommen Wunsche aufs Wärmste an. — Ich bitte hüflichst, «las Spendenverzeichniss stets so j niederzuschmben, wie Sie es demnächst! in meinen Blattern veröffentlicht finden werden. 1). L. in B. Ich danke Ihnen für Ihre gütige Mittheilung. der ich sofort Folge gegeben, und bitte Sie innigst, weiterhin die Förderung i der Alliance gütigst im Auge behalten zu wollen! inict von CScat t'eljmann, 'JKair.3.