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Der Israelit · 1887-06-06 · Heft 43 (6.6.1887) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 43 (6.6.1887)
Date
1887-06-06
Page
– (sequence 22)
Language
German
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134 Rotenburg. Durch Krcistabbincr I. Lfrauft Tamter. 8. 6. 3 M. 3 M. Stuttgart. Durch Prediger S. Abraham St ^kouis (Amerika). Abraham Kahn . 7 M. 3 M.! Lchirrhofcn. Rabbiner S Levy 3 M. Salmünster. Aus R. I 5 M. Schenklengsfeld. Durch Lehrer I. Spiro Stargard. M. Risewollcr 5 M.! 3 M. Bie Holomisatiom Falästina’s. Der jüdische Handel in Palästina — und der Oelexport. Die Geschäfte in Jerusalem finden sieh vielfach in den Händen der Juden. Die Sofa rdim haben von jeher Getreidegeschäfte betrieben, die Aschkenasim besitzen zum grossen Theile olfene Läden, in denen Lebensmittel feil gehalten werden. Ausser diesen giebt es daselbst eine Anzahl Juden, die zwar im Grossen und Ganzen keine bedeutende Rolle spielen, in Bezug auf Ackerbau und Handel jedoch Wesentliches leisten, es sind dies aus den Städten Gernscas und des K aukasus Eingewanderten. Sie haben den Handel mit Kleiderstoffen an sich gezogen, und die Griechen und Armenier, die früher diesen Geschäftszweig inne hatten, allmählich ganz verdrängt. Diese Leute suchen Palästina nicht etwa als eine Zufluchtsstätte in Folge Verdrängungen aus ihrer Heimath auf, auch nicht die Sehnsucht nach dem heiligen Lande veranlasst sie nach demselben auszuwandern, sondern einzig tun mit ihrem Gelde gute Geschäfte zu machen, siedeln sie sich, obwohl sie die Landessprache nicht verstehen, in Jerusalem an und verstehen es trotzdem ganz gut, den Waaren-Ein- und- Verkauf. ersteren zumeist in Beiruth, ztt besorgen. Mit der Zeit lernen sie Sprache und Sitte des Landes, kommen immer mehr zu Vermögen. sodass sie Häuser und Speicher erwerben und unbedingt als die reichsten Juden in Jerusalem bezeichnet werden können. Von ihnen lernten die Sefardim und Aschkenasim ähnliche Geschälte treiben, Viele der ersteren verlegen sich auf den Verkauf von Decken und ähnlichen Maaren, die letzteren auf Leder, Schreibmaterialien. Glas- und Porzellanhandel und versuchen sich auch in Manufacturwaren; doch sind alle diese Geschäfte bis jetzt noch von sehr geringem Umtange. — Die Hauptgeschäfte, die die grössten Gewinne abwerfen. die grossen Exportgeschäfte, sind jedoch noch immer in den Händen der Griechen und Armenier. Es dürfte di«-s nur durch Folgendes sich erklären. Die nach Palästina kommenden Juden suchen das heilige Land zumeist nur aus Pietätsgrüuden auf, wes s halb sie ja auch ■ grösst ent heils sich in Jerusalem und nicht in ‘ den Handelsplätzen, wie Gaza. Jaffa, Akko,; i'haifa und in Hafenplätzen sich niederlassen. 1 Der Ertrag des Bodens in Jerusalem und Umgegend genügt kaum zur Erhaltung seiner eigenen! Bewohner, tretet demnach durchaus keinen Ueberfluss zum Exportiren. Exportgeschäfte können , ferner nur mit grossen Mitteln betrieben werden, und unter den Juden dürfte sich kaum ein grosser Capitalist finden. Ebenso ist es imthwendig.; dass man bei einem solchen Geschäfte Sprache, Sitte und Eigenthnmlichkeiten des Volkes, von dem man die. Maaten aut kauft, kennt, sowie auch eine tüchtige allgemeine Geschäftskenntniss, Verständniss von der Geschäftslage in den verschiedenen Ländern, nach welchen man zn exportireii hat. besitzt; all* dies aber geht den jüdischen Geschäftsleuten in Palästina ab. So verhält sich’s auch mit dem Oelexport. Oel ist der aus den Oliven durch Trocknen und Pressen derselben gewonnene Saft. Die Bereitung des Oels geschieht gegenwärtig in Palästina noch in der allerprimitivsten Art nnd M'eise: man schlägt die Oliven mit Stöcken von den Bäumen ab, scheidet nicht die am Wipfel von der in der Mitte des Baumes gewachsenen aus, sondern breitet sie alle eine Zeit lang im Hause aus. bringt sie alsdann auf das Dach, wo sie trocknen, legt sie hierauf in «lie Presse, mahlt sie in einer Mühle und legt die Speise (die gemahlenen Oliven) in Kisten, die man mit Balken beschwert. Aus dieser Bereitungsart ergiebt sich, dass das Oel Anfangs bitter und voll Hefe sein muss, dass in Folge dessen nur wenig Oel in Palästina zum Gemessen geeignet ist und dass es unmöglich ist, bei der Einrichtung der Pressen alles Oel aus den Oliven herauszubringen und dass eine grosse Quantität desselben in dem Abfall, der zum Brennen benutzt wir<L zurückldeiht. Die Landleute bringen ihr Oel in Schläuchen in die Stadt dem Getreidemakler. Dies ist meistens ein vermögender Angesehener, der das Oel in den Dörfern aufkäuft. I wenn die Oliven noch am.Baume sind; er hat

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