Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 42 (2.6.1887)
- Date
- 1887-06-02
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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758 die Untersuchung gepflogen und die königliche StaatSanwaltschaft, insbesondere aber der Oberstaatsanwalr hielten das strengste Verfahren für nothwcndig, was ich meinerseits für vollkommen motivirt halte. (Zustimmung.) Tenn gleichwie unser Strafgesetz gegen das Verbrechen gegen die Sittlichkeit und die Beschränkung der Freiheit der Person verfügt, entbält cs auch Verfügungen gegen die falsche Anklage. Aus den bisherigen Taten der Untersuchung ist kounatirt, daß die Angaben des erwähnten Mädchens vollkommen unwahr sind. Der Crt, an welchem ihr angeblich Gewalt angethan wurde, liegt 158 5tilou:ctcr weit von Budapest entfernt und cs ist beinahe unmöglich, von dort vom Vormittag des 30. Mai bis zum Abend des folgenden Tages mit einem einspännigen Wagen nach Budapest zu gelangen. Auch die übrigen Angaben dieses Mädchens widersprechen einander: sic sagt bald dies, bald das, und das kann nur dem Umstande zugcschricbcn werden, daß ihr Gesundheitszustand laut Ausspruch der Acrzte ein derartiger ist, daß sie zeitweilig au Geistesstörung leidet. Was insbesondere das Verbrechen gegen die Sittlichkeit betrifft, hat in dieser Richtung das ärztliche Attest des Rochushospitals konftatirt, daß einerseits an ihr keinerlei Spuren einer Gewaltthat wahrzunehmen. andererseits die Wahrheit ihrer Angaben vollständig ausgeschlossen sei. Ich bitte um Entschuldigung; ich kann hier nicht in Tetails eingthen: der Ort, wo ich spreche, verbietet es mir. Aber ich wiederhole: das ärztliche Zcugniß konstatirt, daß dasjenige, worüber Agnes Markus Klage sühne, vollständig unwahr sei. Ter Herr "Abgeordnete hat als Advokat der geschädigten Partei die Anzeige erstattet. Zu den zahlreichen Umständen, welche mit Recht Zweifel an dem von der unglücklichen Agnes Markus angegebenen Thatbestaud erregen, kommt noch der Umstand, daß, während einerseits der 30. Mai als jener Tag angegeben wird, an welchen jener Fall geschehen sein soll, andererseits — wie die Akten darthun — die Vollmacht des Herrn Abgeordneten und Advokaten, ausgestellt von Joseph und Agnes Markus zum Vorgehen gegen Salomon Äirschner und die anderen Kirschner, vom 22. Mai datirt ist. (Stürmische, anhaltende Heiterkeit rechts.) Ich glaube somit Moniente vorgcbracht zu haben, au; welchen geschlossen werden kann, daß eine unglückliche, irregesühne Weibsperson eine Anzeige erstattete, deren Folgen sie nicht kannte. Mit Bedauern muß ich noch erwähnen, welche schädlichen Folgen dies für die öffentliche Ruhe hatte. Doch wird dadurch, wie ich glaube, vollständig der Standpunkt der Oberstaatsanwaltschast motivirt, wonach sie, wenn die strengste Untersuchung nicht im Stande sein sollte, den Thatbestaud der zur Anzeige gebrachten strafbaren Handlung zu konstatircn, ihre Pflicht als Anklagebchörde in der Richtung zu erfüllen habe, daß Diejenigen, welche die falsche Anzeige erstatteten oder dabei willentlich mnwirklcn, den Händen der strafenden Gerechtigkeit ausgeliefert werden. (Zustimmung rechts.) Ich bitte, meine Antwort zur Kenntnis; zu nehmen. Johann Gruber cntgcgnete, die Entführte könne mit vorgelegtcn, ausgeruhten Pferden nach Budapest gebracht worden sein; sie sei nicht gestörten Geistcs u. s. w. Hinsichtlich der Vollmacht erklärte er. cs könne im Datum nur ein Schreibfehler unterlaufe» sein, denn sie wurde am!2. Juni ausgestellt. — TaS Haus nahm die Antwort, obwohl Gruber damit nicht einverstanden war, zur Kenntniß. England. London. Es existirt dahier ein von wohlthätigcn Damen errichteter Verein, der armen jüdischen Frauen und Mädchen Stoffe zur Anfertigung von Kleidern liefen, die dann zu Gunsten der Armen verkauft werden. Vorige Woche wurde in den Lokalitäten der Jew's Free-School eine Art Bazar errichtet, wo die Kleider dieses Vereins zum Verkauf ausgestellt worden. Es wurden an 1300 3Kfür diesen wohlthätigen Zweck erzielt. A. ri n u u c c n. Jnr den foigciiben Theil ist die Redactiou nicht verantwortlich. Bruxelles. Peux places sunt vaeantes «laus un des lrf‘ jn-nsiunnats. — Jeunes ßlles all. jiourraient entrer desuite p»ur m o i t i c prix dt* la pensiun. Eerirtr G. R. puste rest.' rue.du Pepin. 2907 Q Hotel Reinsberg. p Ostende. > Restaurant 1. Ranges. Rcnommirte Jtürfje. £2 Reingehaltene Lüeine. üomiortable «siririchmng. 2t#26 Gesucht fin rechrschaisenes gebildeter Mädch«« auS achrbarrr Familie, das gm dürgerli^ .kochen kann, nichr zu sebr jung, nur Pilege und Lrüxe der Hausfran. in e>« kleine Familie. t^rsl. Crtrt. mit t^eballsansprüchca 23 (rrail Pollag in Zürich (LchmeiO-