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Der Israelit · 1887-05-26 · Heft 41 (26.5.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 41 (26.5.1887)
Date
1887-05-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV11I. Jahrgang. Erste Beilage zu Kr. 41 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Gericht. Budapest. Ein altes — und fugen wir wir hinzu — ein gutes Buch ist in einem neuen Gewände erschienen. Wir begrüßen dasselbe als einen lieben, lheuren Freund und heissen cs herzlichst willkommen. Es ist dies die Raschi-Uebcrsetzung zu den fünf Büchern Moses. *) Ter gelehrte Verfasser, ein rastlos strebender Mann mit bewunderungswürdigem Fleiße, hat sich bereits zu wiederholten Molen um die jüdische Literatur dadurch gros;c Verdienste erworben, daß er sich die ungeheure Mühe gab, deren Schätze Jedermann zugänglich zu machen. Leider leben wir in einer Zeit, wo das hebräische Wort nur von Wenigen gekannt und verstanden wird, die große Menge der Bekenner dcS Judcnthums hat es verlernt die hebräische Sprache als sein National-, Volksja als seine Muttersprache zu gebrauchen und haben sich die Sprache des Landes angccignct. in welchem sie Aufnahme gefunden. So ist cs gekommen, daß die heiligsten und wichtigsten Bücher des hebräischen Schristthums einem großen Theilc des jetzt lebenden jüdischen Volkes unzugänglich sind, weil sic diese einfach nickt verstehen. Dessau er hat nun durch seine Raschkllcbcrsctzung der deutschen Judenhcit einen großen Verdienst erwiesen, denn nun kann dieselbe aus dem stattlichen Bande von 555 Seiten die kostbaren Perlen des unsterblichen Nascht sich zu Eigen machen. Von der Nützlichkeit und Vonrefflichkeil dieses Luches zeugt |bcr Umstand, daß dc^en in der Universitäts-Buchdruckcrci in Ofen erschienene erste deutsche Ausgabe in einer Auflage von 5000 Ercmplarcn total vergriffen wurde, ein Fall, wie er bei Geistcsproduktcn jüdischer Provenienz hockst bedauerlicher Weise nur selten zu rcgistriren ist. Die vorliegende neue Ausgabe ist vollständig umgcarbcirct, bedeutend vermehrt und verbchert worden und hoffen wir, daß dieselbe nun auch ihren Weg machen wird. Der mäßige Preis des Buches (-1 st. — 8 Mark) und dessen reicher Inhalt, werden dcmsclbe gewiß bald Eingang in die jüdischen *) :rT.-rt '-y -*sn Tn Raichi-l'ommrntar;u ben iüni vü- &ttn Mosrs, vollständig in s TrulsLe stderirtzi. rnir dtigcdnlck- "nr E'idcl TrNr. in «nrm ^'andr. von Iutins Trffaurr. rmrr. Rcddinrr. Budaprjr »8^7- Im LrU'stvnIagr dcS 5crsaiirrs. Familien verschaffen nnd wünschten wir, daß daS treffliche Buch in keinem jüdischen Hause fehle. Zcituugsnachrichtcu und Correspondeuze«. Deutschland. Düsseldorf» 19. Mai. Ter „Verein zur Verbreitung und Förderung der Handwerke unter den Juden", welcher seinen Sitz in Tüffcldorf hat und seine Thätigkcit über ganz Deutschland erstreckt, hielt heule unter Vorsitz des Rabbiner Dr. Wedel! von hier seine Generalvcrsaunnlung im Gasthof Heck ab. Zweck, des Vereins ist, für Ausbildung jüdischer Knaben zu Handwerkern zu1 wirken, die Ausbildung und das sittliche Betragen der Lehrlinge zu überwachen, den Sinn für das Handwerk auzurcgcn und Unbemittelten zu ihrer Fortbildung die nölhigen Mittel zu gewähren. Erschienen waren Abgeordnete von Köln, Aachen, Elberfeld, Dortmund und Esten, der deutsche israelitische Gcmcindebund in Berlin war vertreten durch Herrn Jak. de Jonge, ersten Vorsteher der Synagogengcmcinde Köln. Der Vorsitzende betonte eingangs seines Vortrags, wie die heutige Vcrsammlnng nothwendig ^geworden, um die cinengeudcu bisherigen Bestimmungen des Vereins. der bisher seine Thätigkcit hauptsächlich auf Rheinland und Westphalcn ausdchnte, fallen zu lassen, erwähnte ferner des erfreulichen Zuwachses : an Vcrcinsmitglicdcrn, so daß heute über 600 gezählt wurden. 12 Lehrlinge sind seil l. April 1866 bei hiesigen Meistern untcrgebracht. Ter Redner hob hervor, daß die Bestrebungen des Vereins dahin gerichtet seien, die soziale Stellung der Juden in jeder Hinsicht zu heben und hauptsächlich dm Eltern zu crniöglichcn, ihre Kinder dem Handwerk zuzusnhren und damit der Ansicht cntgcgcnzutrcten, als habe der Jude mehr Neigung zum Schacher und Handel als zu technischer Arbeit. Daß sich bis jetzt seine Glaubensgenossen in geringcrm Maße dem Handwerk zugcwendet haben, sei nicht in der Abneigung oder geringen Fähigkeit derselben begründet, sondern in den Schwierigkeiten, geeignete Meister zu finden, welche andersgläubige Lehrlinge bei sich aufnchmcn. Nach Gründung des Vereins im Jahre 188«» sind diese Hindernisse beseitigt worden und heute kann der Verein allen an ihn gestellten Anforderungen nicht mehr genügen, sondern ist ge-

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