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Der Israelit · 1887-05-16 · Heft 38 (16.5.1887) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 38 (16.5.1887)
Date
1887-05-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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616 souty, in dessen Nähe ich stand, und richtete im Laufe der Konversation auch mehrmals das Wort an mich. Tic beiden verbündeten Kaiser sind gezwungen. Frieden zu schließen, und auch Kaiser Napoleon will endlich der Armee und seinem Reiche Frieden gönnen. Gr beabsichtigt mäßige, acccptable Friedcnsbcdingnngcn zu stellen. Kaiser Franz wird mit unscrm Ztaiscr Zusammenkommen, und alle Welt erwartet in d.en nächsten Tagen den Fricdcnsabschluß. Wir werden somit, hoffentlich — einzelne HcereSabthcilungcn, welche etwa die neugewonnenen Provinzen occupircn würden, ausgenommen — den Rückmarsch in die Hcimath antrctcn. Wir hoffen auch, daß dieser Friede ein dauernder sein wird. Kaiser Napoleon kann mit den Resultaten des beendeten Feldzuges zufrieden sein,.und nachdem sich die Goalinon der zwei größten und mächtigsten Staaten Europas dem Feldhcrrngcnie unseres Kaisers gegenüber, unwirksam bewiesen, nachdem er die tapfersten, kricgsgeübtcstcn Soldaten Guropas geschlagen, wird sich wohl kaum eine zweite Goalitioii gegen Frankreich bilden, um so weniger als die andern Mächte untereinander zerfallen, auf einander cifersichrig sind. Besäßest Tn theure Sara irgend einen Verwandten, wo Tu noch kurze Zeit bleiben könntest. hätte ich vorgcschlagen, unsere Trauung in Frankreich zu vollziehen; so aber wüßte ich nicht, wo Tu, wenn wir uns wieder ans unbestimmte Zeit trennen sollten, diese verleben solltest. Taß Tu als meine, eines französischen Generals Braut, allein in W. Zurückbleiben solltest, erscheint vollkommen undenkbar. GS wird daher unter den bestehenden Berhältuiffen am zweckmäßigsten sein, wenn löirjnia so bald als möglich hier in Mähren trauen larien. Zum Glücke," — wieder überflog ein Lächeln des Generals Züge — „bedürfen wir nicht mehr der Ehebewilligung des mährischen LandcsgubcrniumS, die ich wohl, wcnu ich in D. geblieben wäre, nie erlangt hätte, und jeder Rabbiner wird uns gerne trauen. Tic kurze Zeit bis donbin wirst Du, Sara, bei der würdige« Familie Goudchaud verleben. Ich werde voraussichtlich m ein, zwei Tagen mit einem Regimente meiner Brigade nach Brünn zurückkehrcn und mir dort einen dreitägigen Urlaub erbitten, damit wir uns in der nächsten größeren Gemeinde-) trauen lassen. Tu. Sara, wirst in Begleitung der Familie Goudchaud gleichfalls nach Brünn zurückfahren, wo wir, so- Gott beliebt, Zusammentreffen werden. Ich möchte Tich auch meinem Ghcs, dem Grafen Nausoulv. vorstellen. Ihm danke ich mein Leben und daß sich mein Schicksal zum Guten gewendet. Ta er meine Lcbcnsgcschichte genau kennt, so kennt er auch Tcincn Namen und meine unverlöschliche Liebe zu Tir. Freilich, er glaubt, wie ich selbst bis vor Kurzem glauben mußte. Tu seiest tobt. Er ist mein Freund und wird sich meines wicdcrgcwonneucn Glückes freuen. Eon Brünn fahren wir, so s Gott beliebt, nach Boskowiö und lassen uns dort Kcdaß Moscheh wefisrocl') trauen. Sind wir dann Ghclcute, daun können wir die Reise nach unserer Hcimath gemeinschaftlich antrctcn. Bist Tn mit meinem Plane einverstanden, Sara?" „Michael," crwidcne diese, „Deine Wüusche sind die mcinigen, ich folge Dir blindlings!" _ (Fortsetzung folgt.) 2) Bis 18-18 bestanden in Mähren nur 55 jüdische <?c meinden. Brünn zählte nicht;u diesen und die wenigen dorr wohnenden Juden wurden von der Regierung nicht eis Gemeinde anertannk, dursien keinen Rabbiner, nur einen Roschersteischeuisehrr halten. 3) Rach der Borschrist Rose» und Israels. So kcw:a auch die Trauungssonnei. .Der Israeliterscheint wöchrnNtch zweimal» MontagS und Donnerstag-, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis de» Jahrgangs sür Deutschland und Testen eich 12 Reichs-Mark, sür'S Lusland 16 Reichs-Mark. Men ebonnirt ganzjährig, halbjährig oder virrtrljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch den Buchhandel 1» driirhru dri <£. /. KlrruaLrr, Leipzig, ZZohpletz lg. — Inserate 25 Pfennige die drcigrspakrcnr Perirzrike oder deren Raum. — Lrst»nrichischr Banknoten Icut v5out6. — Tirrcir Frenrozuiendriug unter Streifband pro Jahrgang sür Deurkchlend und Lesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 st. österr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedirisn franr» eiuzusenden. ' Inhalt (Hauptdlalt): Leitender Airike!: Tie Sprüche der Bärer. — Zeitungsnachrichten and Correspondenzen: Deutschland: Culzburg. Berlin. CaarweUingrn. — Trsr.-Ungar. Monarchie: Buda-^örS. — Feuilleton: Micher!. — Inhalt der Beilage: leitender Artikel: L'ilererischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und i?srrrsvonden;en: Trutschleud. Leipzig. Bürgel. — Testen. Nnger. Monarchie: Vien. Mähren. — Rumänien: Bukarest. — Afrika: Tripolis. — Verantwortliche Redacrisn: Vr. Lehmann in Mainz. — l-ppedirion des .Israelitgroß« Bleiche Rr.45. Druck und Verlag von Lscar Lehmann in Main». (Hierzu eine Berlage.)

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