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Der Israelit · 1887-05-12 · Heft 37 (12.5.1887) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 37 (12.5.1887)
Date
1887-05-12
Page
– (sequence 18)
Language
German
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858 einer Zudenfaurilie stammen, bleiben immer Juden, mögen sie auch gerauft werden, so behauptet Herr von Schönerer. Nicht die Religion, sondern die Race. das jüdische Blut ist es, das Herr v. Schönerer mit beispielloser Wuth verfolgt. Nun, das Alles trifft ja bei seinen Bindern in vollstem Maße zu, denn sie stammen unleugbar aus jüdischem Blute. Tie Mutter, die das Kind unter ihrem Herzen getragen, sie nährt es mit ihrem Blute. Das Blut allein aber haßt Herr v. Schönerer. Wir bedauern seine armen Kinder. Wenn diese Bedauernswerten eine der gistgeschwolleuen Reden, in welchen ihr Herr Papa gegen das jüdische Blut eifert, zufällig zu Gesicht bekänien, wer wollte es diesen bcmitleidcnSwcnhcn .Kindern verargen, falls sie sich Hinreißen ließen, der eigenen Mutter ein „Hepp-Hepp!" zuzurufen. Soweit kann nur der bliudwülhige Fanatismus gehen! Tie alten Griechen hatten kein Gesetz gegen den Vatermord, weil sie ein solches Verbrechen gegen die Natur für unmöglich hielten. Gewiß kennt aus demselben Grunde unsere moderne Gesetzgebung keine Ahndung der Namrwidrigkeit, die ein Vater begeht, der unbekümmert seiner Kinder das Blut ihrer eigenen Abstammug schmäht — darob sei das Gesetz unserer Zeit gepriesen! Nächst dem jüdischen Blute haßt Herr v. Schönerer nichts so sehr als das jüdische — Geld. Ran mißverstehe uns nicht. Ter Gutsherr von Rosenau haßt nur jenes Geld jüdischen Ursprunges, das er nicht besitzt. Ter größte Thcil des Bermögens, das der Abgeordnete von Zwettl sein eigen nennt, ist nämlich unverfälscht jüdischer Herkunft. Herr v. Schönerer, der selbst „noch nie den Pflug oder noch sonst ein nützliches Werkzeug ergriffen hat" — wie er den Juden vorwirft — dankt seine ganz materielle Eristenz dem klugen Ginfalle, der Erbe seines Vaters geworden zu sein, und Letzterer hatte sein sehr respectables Vermögen wieder dem Wohlwollen und der Geschästsfreundschaft des Hauses Rothschild zu verdanken. Der verstorbene Herr v. Schönerer war nämlich Bauunternehmer bei der von seinem Sohne p«8t testnm so sehr angefcindeten Nordbahn und ähnlichen lucrativen Bauten. Herr v. Schönerer jun. macht sich daher einer potenzirten Undankbarkeit schuldig, wenn er gegen das Rothschild'sche Geld zetert, von welchem das Scinige doch nur einen Bruchlhell bildet. Wenn aber das Schönerer'sche Dcrurögen den gar so unangenehmen Beigeschmack seines jüdischen Ursprunges hat, warum hat Schöncrcr-Eato nicht auf sein väterliches Erbe verzichtet':! Tas wäre groß, edel und erhaben gewesen. Aber hinsichtlich seines Vermögens scheint auch Herr ».Schönerer dem Non ölet zu huldigen. Herr v. Schönerer cultivirt als eine seiner Lieblings-Phrasen auch die schöne Redensart von den „vcrjudeten Christen". Das jüdische Blut, das Blut, das in den Adern seiner Kinder fließt, das jüdische Geld, das in seinen Taschen klimpert, sein müheloses Leben ohne cmste Arbeit, das Alles zusammcngenommen, gibt ein Prachtexemplar von einem „verjudcten Ehristen", wie in ganz Oesterreich nicht leicht ein Zweites aufzutrciben wäre. (Wiener Sonn- und Montags-Zeüung.) Briefkasten der Expedition. B. M. in ^ft.. I. O. in M.. i*. 2. in 2t. x.: Eedul den Sie sich gütig»: noch kurze Zeit und zwar bis zur Heraus gäbe unseres mir dem »VolksRalender" des »ISraelif verbunden en »jüdischen Hötel-Adreßbuch'. Dasselbe wird alle bedeutenderen jüd. Restaurationen und HütelS auf den verschieb drum Badepläken. iowie in dm größeren und Neineren Städten Deutschlands yuhalten. Herrn 2.29. in Miskowitz: 8 fl. ö. S. erbalten. Danken bestens. 2 Broschüren gesandt. Preis 80 kr. ö. 2S. Herrn R—; in B—dt: Erhalten. EL rr u o rr o e n. J?iir bcn folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich Wrilliurg a. d. Lahn Tie birüge t'amor-. Religionslehrrru. EchäckrcrüeÜe in zum k. ^uli od. l. Äug. c. anderweitig zu besetzen. Das e?inkouunen benägt. bei sreier iZamilienwohnung. iZixum M. 70». (»rrrag der Scheckita (elnscblieslick Rebeneinkammrn) M. »O». i^ualincine Bewerber wollen üch unter Darlegung ihrer biSderigm L'itkiamkeil alsdalv an dm unterzrickurren Borütber wenden. (257u) ©. Reifender;. Dotailrcifcndcr. lZür rin Manuianur- und Modenwaarrngrschäsr in Hanau (Samstags und isr. Feiertage geschlossen) wird alsDitailreiseadrr für eine gut ringesübnr Tour ein tüchtiger. zuverläingcr junger Mann von ansehnlichem Aeußerrn zum baldigen tnntritt gesucht. Bewerber wollen ihre D'irrten unter Beifügung von Zeugnissen nedsr Photographie. sowie Anqade ihrer An'vnichr an die Agentur von Rudolf Jlonne in Hanau unter Z. 83 entsenden. (2582 in junges isr. Mädchen, des die innere Rüche erlernt, jucht Stelle zur Stütze der Hausfrau oder zur srlbnüänd:- gm Führung eines kleinen Haushalts. Liierten unter D. 43S2 tut Rudolf Glosse, 2583)_«5 öl»._ ^entungss. Haus der Maschinenöl- und ^Zettwaarm-Branch: sucht unter güu't. Beding, tüchtigm. jüngeren Reisenden. Cii. unter A. T. 558 an Haasenstei» *. Bögler, Halle a. d. S. ('■£>**

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