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Der Israelit · 1887-05-12 · Heft 37 (12.5.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 37 (12.5.1887)
Date
1887-05-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIU. Jahrgang. M B7» Et- Zentral - Organ für das orthodoxe IudenLHmn. Herausgegcbcn von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den IS. Mai 5647 (1887). Leitender Artikel. Die Sprüche der Kater. Drittes Buch. VII. Mainz, 9. Mai. „Rabbi Schimeon pflegte zu sagen: Drei, die gegessen Haben an einem Tische und haben nicht an ihm gesprochen Worte der Thora, so ist es, wie wenn sie von einem Götzcmnalfle gcnosicn: denn so beißt es (Jcsaias (5. 28, B. 8): Denn alle Tische sind voll Auswurf und Unrath, ohne Ort. Aber Trei, die gegessen haben an einem Tische und haben an ihm gesprochen Worte der Thora, so ist cs. wie wenn sie an der Tafel des Allgegenwärtigen. gelobt sei Er, gespeist härten; denn so heißt es (Iecheskel (F. 41, B. 22): Und er redete zu mir: dieses ist der Tisch, welcher vor dem Ewigen." Wenn in. der Mischnah oder m der Boraitha Rabbi Schimeon ohne nähere Bezeichnung erwähnt wird, so ist das immer Rabbi Schimeon den Jockal*), einer der jüngeren Schüler des Rabbi Akiba. Wiewohl derselbe einer späteren Zeit angehört, so ist doch sein Ausspruch schon hier ausgenommen worden, weil dessen Inhalt sich der Sentenz des Rabbi Ehananja den Thcradion anschließt. Rabbi Schimeon den Jochai ist einer der merkwürdigsten Männer, die je gelebt haben, und nur Wenigen ist von der Mitwelt wie von der Nachwelt solche Anerkennung zu Theil geworden wie ihm. Zu seinen Lebzeiten pflegte man zu sagen: .Hell dem Zeitalter, in welchem ein Mann wie Rabbi Schimeon bcn Jockar sich chenndct," und noch heute wallen Tausende alljährlich an seinem Slerbe- *) Cine Ausnahme mach: Adorh 6. 2. Mnchnab 13. rro üch nutz dem Zusammenhänge ergibt, daß Rabbi Lchimeon den Aeßanet gemeint. tage (am 18. Isar, 33. Omer) zu seinem Grabe, uni dort zum Allherrn zu beten. Und dieser große Mann hat sich aus den ungünstigsten Verhältnissen cmporgcarbcitct. Sein Vater Iochai hielt während der schrecklichen Zeit der Hadriauischen Verfolgung zu den Römern, und wohl deßhalb war es, daß Rabbi Akiba sich weigerte, den jungen Schimeon als Schüler anznnehmen. Dieser aber wußte es dennoch durchzusctzen, und so wurde er mit seinen Genossen Rabbi Jose, Rabbi Mcir, Rabbi Jehuda und 3iabbi Nechcmja eine der Hauptstützen der Gottcslchre. (Vergleiche Pcsachim 112 a.; im Jeruschalmi wird erwähnt, daß 9labbi Akiba sich anfangs geweigert, Schinrcon unter seine Schüler aufzunehmen ui:b daß er das erst nach einer mit ihm vorgcnommcncn Prüfung gcrhan). Im Gegensätze zu seinem Barer wurde 3labbi Schimeon von den Römern verfolgt und zum Tode verurtheilt, so daß er und sein Sohn Rabbi Eliefer sich 13 Jahre lang in einer Höhle verborgen halten mußten, wo sie unablässig in der Thora forschten. Nach dem Tode des Kaisers Hadrian wurde er von seinen Glaubensgenossen nach 3iom geschickt. Hier gelang cS ihm, eine kaiserliche Prinzessin von schwerer Krankheit zu heilen, worauf Kaiser Antoninus die Hadrianischcn Decretc aushob. Sein berühmtester Schüler war Rabbi, das ist Rabbi Jehuda, der Heilige, der Fürst Israels, der Samuiler und Ordner der Mischnoth. Auch auf einem andern Gebiete als dem talmudischen hat 9iabbi Schimeon den Jocha» eine große Bedeutung erlangt; cs ist die Gcheimwissenschasr, die Kabalah, deren Hauptträgcr er geworden ist. Wenn man sagt, daß er Verfasser des heiligen Sohar-Buches sei, so ist daS jedoch nicht so zu verstehen, daß er dasselbe nicdergeschrieben habe, sondern derart, daß die darin genannte» späteren Weisen, sein Sohn und seine Schüler, von ihm die Weisheit empfangen, so daß das heilige Sohar-Buch

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