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Der Israelit · 1887-05-09 · Heft 36 (9.5.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 36 (9.5.1887)
Date
1887-05-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVIII/ Jahrgang. SeLlage zu Nr. 36 ües Israelit. Leitender Artikel. Feues zur israeM. Auswanderung aus Rumänien. Don Dr. El ysäe N. Corman. (Nachtrag I.) Lange nachdem ich den Schluß zu obigen Aufsätzen geschrieben und abgesendet hatte, sind einige E'mzelnh eilen zu meiner Kenntniß gelangt, die. mit dem Gegenstände meiner Besprechung verwandt, des Bekanntwerdens in den betheiligtcn Kreisen mir werth erscheinen. Ich sehe mich daher genöthigt, die Erörterungen durch einen Nachtrag wieder zu eröffnen, um sie mit den sich ergebenden Konklusionen endgiltig hermetisch zu schließen. Ich gedenke zwar für die Mitthcilungen, die ich zu machen habe, nicht einzutrcten, da der „Israelit" kein Auswanderungsorgan; allein in dem ehrlichen und reklamenfreicn Wunsche, dcr Noth meiner bedrängten Glaubensgenossen abzuhelfen, ihnen durch Weisung von Auswegen und wirklich vorthcilhaften Zusluchtstättcn zu dienen, ist cs vielleicht angezeigt, Angaben zu registriren, die. aus dem th a tsächlichen Leben genommen und ohne Absichtlichkeit gegeben, der freien Beurtheilung und beliebigen Benutzung der Interessenten überlassen bleiben. In Berücksichtigung des Umstandes, daß die Glaubensgenossen meiner speziellen Fürsorge, meine Rumänischen, einen großen Thcil Handwerker zur Auswanderung stellen, und daß die Uebrigen: Händler, Vermittler, Buchhalter u. s. w. bereit sind jede, gleichgiltig welche, Arbeit zu ergreifen, sind indcß die Taten allerdings der Befürwortung eher würdig. als die ohne sonstigen Gehalt, nur aus Begeisterung und aus schönen Redensarten zusammengesetzte Agitation für Spanien. Die fraglichen Einzelnheiten betreffen den jüngsten Wclttheil, nämlich Australien und sind als Minheilungcn neuesten Datums seitens eines kürzlich vou daher zurückgckehrtcn Reisenden, für Auswanderer und Solche, die cs werden wollen, von wirklichen Werth. Sie besitzen ferner den Vorzug, /daß ich sie von einem mir bekannten hier zu Besuch wellenden ehemaligen Australier auf ihre Richtigkeit kontrolliren ließ. Danach sind die Arb ei t erverhältnissein Syd- I r.ey, Melbourne und Brisbane (wohl auch ander-! wärts) die denkbar günstigsten. Die Arbeüszeit iß eine für alle europäischen Verhältnisse nur sehr kurze. Ganz besonders aber ist sie es für Rumänien, wo in Ermangelung wirklicher Fabriken sie noch gar nicht geregelt und der Arbeitende Sklave ist mit ganz unlkmilirter Arbeitszeit. In Australien wird nur von 8 Uhr Morgens bis 5 Uhr Nachmittags gearbeitet, mll einer ganz kurzen Frühstücks- und etwa einstündigcr Mittagspause, wie eS bei dem entsprechend hohen Tageslohn auch gerechtfertigt ist. Der Lohn variirt zwischen 8 und 12'/, Schilling (— 8—12 Mark, gleich 10—15 Frcs.); besonders tüchtige Kräfte erwerben auch wohl bis zu 15 Sch. (— 15 Mk. — Frcs. 18.75). Ter durchschnittliche Wochenvcrdienst stellt sich auf zwei Livres Sterling IO Sch. bis 2 Lstrll 15 Sch. (— 50—55 Mk. --- 62.50—68.75 Frcs.) Vorstehende Lohnsätze gelten für die Arbeiter in Fabriken und größeren Werkstätten. Es ist nun zwar hier nicht der Lrt Preisnotirungcn aufzustellen; bedenkt man jedoch, daß den Auswanderern in erster Reihe der materielle Nutzen dienen kann, so sei mir gestattet, die weiteren Daten folgen zu leisten. . Daß sich auch der selbstständige Handwerker seine Arbeit gut bezahlen läßt, möge eine Rechnung über Reparaturen, welche in Sydney für das Dampfschiff ausgeführt wurden, mit welchem der informircndc Reisende gefahren, als sprechender Beweis dienen. Tie Reparatur einer Schiffslaterne, wobei ein neuer Untersatz von Messingblech, ca. 10 Etm. im Durchmesser und ein Lichlhaltcr mit Spiralfeder geliefert wurde, kostete die Kleinigkeit von 1 Lstrl. (20 Mk. — 25 Frcs.), ein neues Bassin aus Messingblech für eine Hängelampe, ebenfalls 10 Etm. Durchmesser 2 Lstrl. 12 Sch. (42 Mk. — 52.50 Frcs.) Für eine kleine kupferne Handlampe für die Heizer, welche in Deutschland aus Weißblech angefertigt, etwa 1 Mk. (1.25 FrcS.), aus Kupfer höchstens 3 Mk. (3.75 Frcs.) kosten dürste, waren 15 Sch. (18.75 Frcs.) angesetzt. Ein neues Schiffsfensier mit eisernen Schraubcnverschluß 20 Etm. Durchmesser kostete 5 Lstr. 10 Sch. (110 Mk. — 137.50 Frcs) Diese Preise wurden allerdings durch den Schiffsmakler angercchnet, der davon seine Provision bezog; man kann rndeß trotzdem auf die in Australien herrschenden Preise schließen.

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