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Der Israelit · 1887-05-02 · Heft 34 (2.5.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 34 (2.5.1887)
Date
1887-05-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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604 Von Dauer fein werden. Man wird sich leicht einen Begriff von der Torfähnlichkeit unseres Bodens machen können , wenn man erfährt, daß wir bei siarkem Rcgenwcttcr einen solchen Morast in unseren ungepflastcrten Straßen haben, daß man dann nur in Holzschuhen aus dem Hause gehen kaum Dieselben werden, bevor man ein Haus oder die Synagoge betritt, auf dem Gange oder in der Vorhalle abgelegt. Es kommt dann sehr oft vor, daß bei einem Hochzcitsfesie, Männer wie Frauen entweder in weißleinenen Socken oder ganz baarfnß bei Tische sitzen. (Schluß folgt.) Eine jüdische Forschungsreise in Arabien.*) Im Lager war es nnrerdeffen stille geworden, da die Bewohner des Städtchens langsam ihren .Heimweg angetreten hatten und war die Karawane nun wieder sich allein überlasien. Die Mitglieder derselben begannen daher mit der Zubereitung ihres Nacktcffcns und nachdem sic dasselbe auch zu sich genommen, streckten sie sich vor ihren Zelten aus dem Grase oder auf dem nackten Boden nieder, um hier ihren Mef (Siesta) zu halten und dabei die frische Abendluft einzualhmen. (5s wurden zugleich auch die Tabakpfeifen berbeigeholt und angeznndet und eine förmliche Rauchwolke stieg nun gen Himmel empor. Einer der beiden Sherife machte jedoch dabei die unangenehme Wahrnehmung, daß er zu wenig Tabak mit sich führe und beauftragte er daher einen seiner Diener, sogleich in die Stadt zu rennen und dort einige Ocka (Pfund) Tabak cinzukaufen. Derselbe, kam jedoch bald darauf mir der Meldung zurück, daß in den Straßen der Stadt gekämpft werde und höre man auch Hilferufe und Wehklagen. Giner unserer beiden jüdischen Reisenden wurde sogleich von der Ahnung beschlichen, daß die Bewohner von Mubarraz sicherlich etwas gegen Mori Hasdai unternommen haben mnnen, um sich •) Licht St. 27. so an ihm zn rächen, weil er zwei zugereiste jüdische Kaufleute unter seinen Schutz genommen und sie auch in sein Haus geladen hatte. Er theüre seine Befürchtungen seinen Gefährten mit, worauf Beide sich entschlossen, ihrem edlen Beschützer zn Hilfe zu eilen und koste es auch ihr Leben. Sie und ihre Diener steckten nun ihre Revolver in den Gürtel, ergriffen dann jeder ihren Jatagan und eilten in Sturmschritt der Stadt zu. Meür ans Neugierde als in der Absicht Morr Hasdai gleichfalls Hilfe zu leisten, hatten sich ihnen auch einige Mitglieder der Karawane angeschlossen, die selbstverständlich ihre Waffen gleichfalls mir sich nahmen, da der Araber ohne Zalagan und Revolver keine zwei Schritte macht, da dieselben für ihn ebenso wenig entbehrlich sind, wie für den Europäer die Uhr und der Spazierstock oder der Regenschirm. Halbwegs kamen der kleinen Hilfsarmce schon zwei Knaben entgegen, die wie wild raumen und ihnen zuriefen: Rettet Euch! Kehret um! denn die Mubarazzaner haben soeben das Haus Mori Hasdai's gestürmt und kämpfen sie mm dort gegen den Hausherrn und seine chm zu Hilfe geeilten jüdischen Nachbarn. Tie zwei jüdischen Reisenden sahen sogleich ein, daß sie gegen die Bewohner der Stadt nichts ausrickten werden und befürchteten sie sogar im Gegentheile, daß sie durch chr Erscheinen auf dem Kampfplatze die fanatische» Mubarazzancr nur noch mehr reizen würden und so kehrten sie traurig und niedergeschlagen zur Karawane zurück. Der Scheikh der Karawane, der als erfahrener Mann nun befürchtete, daß die wlldcu Bewohner von Mubarraz in der Nacht das Lager angreisen könnten, nur auch an den zwei jüdischen Reisenden ihr Müthchen zu kühlen, crtherlte daher sogleich den Befehl, die Zelte abzubrechen und die Leilthiere zu satteln, damit man nur so schnell als möglich aus dem Bereiche dieser wilden Horde wieder herauskomme. Tie Angst macht bekanntlich flink und so saßen schon nach kaum einer halben Stunde alle Mitglieder der Karawane wieder im Sattel und trabten hurtig vorwärts auf der Straße nach der benachbarten Stadt El-Hofuf, die schon nahe an der Grenze des türkischen Gebietes lngr und daher eine kleine türkische Garnison besitzt, drc verpflichtet ist, den Reisenden Schutz zu gewähren. Noch vor Tagesanbruch kam die Karawane glücklich vor der genannten Stadt an und lagern sich daselbst am Saume eures Palmenwäldchcns. Der Scheikh avisirte nun den Raid (Bürgermeister» von El-Hofuf von der Ankunft seiner Reiscgereüschaft und bat für dieselbe um die Erlaubmß» ur

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