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Der Israelit · 1887-05-02 · Heft 34 (2.5.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 34 (2.5.1887)
Date
1887-05-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XxVlll. Jahrgang. Beilage zu Ar. Z4 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mm. Herr Jsac Sternberger, der mit Ende dieses Monats nach München übersicdelt, hat aus dem Kabinet dcS Königs von Württemberg folgendes Schreiben erhalten: Eure Wohlgcborcn beehre ich mich ergebenst mirzutheilen, daß Seine Königliche Majestät das von Ihnen mittelst Eingabe vom 8. d. M. eingesandte Gebet, welches Sie am allerhöchsten Gcburtsfcst bei Ihrem Privat-Gottesdicnst in Ulm gesprochen haben, wohlgefällig entgegcnzunchmen und mir aufzutragen geruhten. Ihnen für diesen abermaligen Beweis ttcuer Anhänglichkeit und Ergebenheit den gnädigsten Tank des Königs auszudrücken. Nizza, II. März 1887. Hochachtungsvoll der Kabinets-Ehef Griesinger. Paderborn. Tcm stcbcnnndzwanzigstcn Jahresberichte über die israelitische Waisen-Erzichnngs- Anstalt für Knaben und Mädchen aus Westfalen und Rheinland zu Paderborn entnehmen wir: Wir haben schon oft wiederholt, daß wir wohl in der Lage gewesen wären, große Eapitalien zu rammeln, wenn wir nicht stets unsere Hülfe in ausgedehntem Maße gewährt hätten. Hiervon zeugt ja am besten die große Anzahl unserer Zöglinge in jedem Jahre. So war auch wieder in diesem Jahre sechzig Waisen aus Westfalen und Rheinland in unserer Anstalt. Entlaffcn wurden zehn Waisen, fünf Knaben und fünf Mädchen. Von diesen Zöglingen bildet sich einer im Jüpchen Lehrer-Seminar in Köln zum Lehrer aus; «n anderer wird Klempner, ein dritter Kürschner, iwei widmeten sich dem Kaufmannsstande. Vier Knaben, von denen gleichfalls einer Lehrer wird, besuchen das Gymnasium und erfreuen uns durch dre vorzüglichen Zengnige, die ihnen zu Theil werden. . Drei Mädchen verließen die Anstalt, um sich ln Geschäft und Haushaltung auszubilden. 3n ganz unerwarteter Weise wurden zwei noch schulpsiichtige kleine Mädchen, von zwei sehr achtbaren kinderlosen Familien unter den günstigsten Aussichten für ihre spätere Zukunft aufg.nommen. Ausgenommen wurden neun Waisen. Es ist freilich wahr, daß eine so große Anzahl von Kindern im Verein mit den Zöglingen, die während ihrer Lehrzeit noch unserer Fürsorge bedürfen, uns große peruniäre Opfer auferlcgt, und da unsere Eapitalien ja nur geringe, da wir eine für uns nicht unbedeutende Einbuße durch den niedrigen Zinsfuß erleiden, uns auch keinerlei Mittel zu Gebote stehen, so könnten wir leicht dahin kommen, in ängstlicher Rücksicht auf die Zukunft unseres Hanfes die Zahl der Zöglinge zu beschränken. Wir würden dadurch aber die Traditionen unserer Anstalt verleugnen, und — wir sehen uur die sichtbaren Hilfsquellen, Gott aber, der Vater der Waisen, der einem Fraucnhcrzeu zuerst die Idee eingab dieses Asyl für Waisen zu gründen. Er lenkt die Herzen der Menschen, damit uns nach wie vor ihre Thcilnahme als siegreichster Buudesgenoffe im Kampfe gegen Roth und Armuth erhalten bleibe. Es gereicht uns zur aufrichtigen Freude, daß Herr Landrath Jens sch, als Königlicher Eomminar der Negierung, bei einer eingehenden Revision der Anstalt seiner Befriedigung durch anerkennende Worte Ausdruck gab. Tie Einnahmen betrugen M. 32,155, die bis auf M. 2586 verausgabt wurden. Oestcrr.- Ungar. Monarchie. Pesch, 22. April. Minister-Präsident Tisza unterbreitete in der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses seine bereits angckündigte Vorlage, bcttcffcnd Maßnahmen gegen gröbliche Mißbräuche bei den Abgcordnetenwahlen. Ter aus sieben Paragraphen bestehende Gesetzentwurf bestimmt im Wesentlichen Folgendes: Wenn die Untersuchung einer mit Petition angesowrenen Wahl zweifellos klarstcllt, daß eine durch das Strasgcscy qualisicirte Bestechung, Drohung oder Aufreizung gegen Rationalitäten, Elassen und Eonsesiionen stattgcfundcn hat, und wenn deßhald die Wahl annullier wird, so kann ausgesprochen. werden, daß jene Wähler, hinsichtlich deren die Bestechung oder unrechtmäßige Beeinflussung der

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