Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 34 (2.5.1887)
- Date
- 1887-05-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVnL Jahrgang. M 34, Der Zsraelit. Et» KenLrat - Grgan für das orthodoxe IudenLhum. Herausgegeben von Dr. Lehman« in Mainz. Montag, den 2. Mai 5647 (1887). Leitende Artikel. Iie Sprüche der Kater. Drittes Buch. V. Mainz, 28. April. «Aber zwei, die da sitzen, und eS sind zwischen ihnen Worte der Thora, dann ruht der Abglanz der göttlichen Majestät zwischen ihnen, wie es heißt; Tann untcrrcden sich die Gottesfürchtige» einer mit dem andern, und es vernimmt (es) der Ewige und bött (es), und es wird ausgeschrieben im Buche des Gedächtnisses vor Ihm sür die Gottesfürchtigen und sür die, so Seinen Namen achten." Unsere Weisen lehren im Traktat Sotah (42 a.): ijicr Arten von Menschen werden nicht das Glückhabcn, Nclbü nach ihrem Tode), Gottes Majestät zu schauen: Tie Spötter, die Schmeichler, die Lugner und die Verleumder. — Tas, was die Spötter selbst im ewigen ^cben nicht erreichen werden, das wird denen, welche die Thora stets zu ihrer Unterhaltung machen, schon drenieden zu Thcil. — Jeder Mensch, der ein göttl'.ches Gebot erfüllt, erhält dafür vom Allgüligcn großen Lohn. Wer sich mit der Thora beschäftigt, müllt das Gottesgebot (5. B. M., E. 6, V. 7): Und Tu sollst von ihnen ften Worten der Gottcslchre) reden, wenn du sitzest in deinem Hause und vmn du gehest auf dem Wege, und wenn du dich Jicoerlrgfi und wenn du aufstehest. Und ferner hnm es (Josua E. 1, V. 8): Es soll nicht weichen Luch der Lehre aus deinem Munde, und du soll» dich damit beschäftigen bei Tag und bei Nacht. 7~a '"s Gebot, in der Gotteslehre zu forschen, ist vas giößre und wichtigste von allen, wie unsere ^nsen lehren und wie wir e§ täglich in unserem Gebete wiederholen TJ3 rr.-n TrVm «und das EAen iu der Gotteslehre ist so wichtig wie die vrsulluug sämmtlicher Gottesgebote". Wenn sich nun zwei zu gemeinsamer Unterhaltung von der Gottcslehre zusammenfinden, so bestimmt ihnen der Allgütige nicht allein Lohn, sondern cs ruht sogar der Abglanz der göttlichen Majestät zwischen ihnen. Was versteht wohl der Weise unter dieser Bezeichnung? Wir werden da? aus dem Verse der heiligen Schrift erkennen, welchen er als Beweis für seine Behauptung anführt: xrrs"i 'i 2rpn irsin sr« '~i reu n« .•=r ’2rr,Vi ’t 'srb p*cr -L2 2N2N «Dann unterreden sich die Gottesfürchtige» einer mit dem andern, und eS vernimmt (eS) der Ewige und hört (cs) und eS wird eingeschrieben im Buche der Erinnerung vor Ihm für die Gottesfürchtigen, und die. so Seinen Namen achten." In diesem Berse bedarf Manches der Erklärung: zunächst die Form reu; es ist dies die passive Redeform; eS hätte eigentlich heißen sollen rer w «dann werden reden"; ferner der doppelte Ausdruck rrpr, «und eS wird (eS) vernehmen der Ewige und hören;" ist denn nicht dasselbe wie 72-"?? Und zum Tritten: warum wird am Schlüsse noch hinzugefügt w err£i «und die, so Seinen Namen achten", während im Anfänge des Verses sie nur als «irr, als Gottesfürchtige, bezeichnet werden? Um diese Eigenthümlichkeiten zu erklären, müssen wir den Zusammenhang dcS angeführten Verses mit dem Vorhergehenden beachten. Ter Prophet Malcachi ermahnt die Söhne und Töchter feines Volkes ob der Reden, die sie führen und ob der Redensarten, mit denen sie sich versündigen. «Ihr sagt: Vergeben? ist es, Gott zu dienen, und waS für Gewinn bringt cs uns, wenn wir Seine Vorschriften beobachten und gebückt einherschreiten vor dem Ewigen Zebaoth? Wir wollen lieber die Frevler glücklich preisen, da wir sehen, daß Diejenigen, welche Gort auf die Probe stellen, von jedem Unglücke befreit bleiben."