Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 31 (21.4.1887)
- Date
- 1887-04-21
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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110 II. 10.01, 2al. Weil seil, io, Gundctftnger (5anfurtcr, Wundarzt 3, Fran Zette Gllinger 3, IX 31. lor 1, Sicgsr. Heyman» 3, L. 31. 3, Sammlung 3, Frau Rosa Haarbuiger 2. 8. Sch. 2, 1*. .1. Mittclsckmle 2. A. .bemann, Fabkr. 3, Frau Rosa . für die armen Näherinnen 5, Laz. Löw 3, Daniel Manila 10, David Levi, Spende b. Aufrufen zur j Rosenscld 2, X. X. 3.50, A. H. 3. Dhora 3, Gustav Drcifun 2, 31. B. 2, Heinrich j Frankfurter 5, J. B. 5, Herrn. Ascher 5, Frankj (Schluß folgt.) ---4«s=^s^*»c»<aC*ö^c=*-<}--- Zweiter .lahres-ßerlelit des Vereins Freunde der Taubstummen 'TT«») in Fürstenwalde für die .Jalue 1885188Ö. 31 ii iH-fijV.u”üii£ können wir den 3Iitgiiedeiu unseres Vereins den Belicht für das zweiteVerwaltungsjalir (188r»j überreichen, denn es hat sich im verilosseiien Jahre ein recht reges Interresse für unsere humanen Bestrebungen gezeigt. Es sind über 400 neue Mitglieder dem Vereine beige treten. so dass derselbe gegenwärtig etwa 030 Mitglieder zählt. Dem Vorstände wurde es somit ermöglicht, die Zahl der Freistellen in der hiesigen jüdischen Taubstummen-Anstalt von 2 auf ö zu erhöhen. So erfreulich dieses Resultat auch ist. so sind wir doch leider noch nicht in der Lage, dem Bedürfnisse Abhilfe zu schallen, und mussten von den 24 uns angemeldeten armen Kindern li* zurüekgewiesen werden. Leider stehen noch viele edle jüdische Männer und Frauen dem Veieine lern und wird es in den nächsten Jahren unsere Aufgabe sein, auch diese für die gute .Sache zu gewinnen. Der vielfach ausgesprochenen Meinung, dass es in heutiger Zeit nicht n-.thig sei. eine jüdische Taubstnmmeu-Anstalt zu unterhalten, müssen wir entgegentreten. Erstens reichen die vorhandenen Taubstumuien-Anstalten noch nicht ans. allen Taubstummen Erziehung und Unterricht zu gewähren: zweitens ist in den commnnalen und staatlichen Anstalten für den jüdischen Religionsunterricht noch keine Fürsorge getroffen. Einige jüdische Eltern lassen ihre taubstummen Kinder in der christliehen Religion unterrichten, ungeachtet sie dies*.* nicht zur christlichen Uonfession bestimmen: andere begnügen sich damit, «len Kindern die äusseren Gebräuche ohne weitere Erklärung beizubringen. Dass dies die edelsten Seiten des Herzens ganz unberührt lassen muss, ist selbstverständlich. Viele übergeben die Kinder den christlichen Anstalten zur Erziehung und lassen sie. in der Meinung, etwas Verdienstvolles zu tlmn. vom Religionsunterrichte «lispensiren. Um die Religion dieser Unglücklichen kümmert man sich nicht. Ist Religion wirklich Uothwendig. so ist sie es für alle Menschen, lür die Taubstummen ebenso, wie für die Vollsinnigen;; ja die Taubstummen sind uer religiösen Bildung weit bedürftiger als vollsinnige Menschen und zwar, weil sie ohne Religionsunterricht niemals zur Erkenntnis-? ihrer sittlichen Bestimmung gelangen können, während vollsinnige Menschen auch ohne eigentliche Schulbildung ihre sittliche Bestimmung kennen lernen und erreichen können. Auch dem Taubstummen ist es Bedürfnis?-, hin und wieder «lern öffentlichen Gottesdienste beizuwohnen, durch das Feierliche einer Versammlung Vieler und durch das Scheiden vom alltäglichen Treiben sich zur Andacht stimmen zu lassen, die verstorbenen Eltern durch daübliche Kaddischgebet in öffentlicher Versammlung zu ehren, zur heiligen Schrift gleich den Hörenden gerufen zu werden, um zum Lobe Gottes die Segensspriiche öffentlich auszuspreehea. Warum sollen wir diese Unglücklichen nicht auch in religiöser Beziehung uns gleich stellen und sie v*»n jeder Isolirtheit zu befreien suchen. Es ist eine heilige Pflicht, auch unsere taubstummen Kinder nicht nur zu Menschen und nützlichen Staatsbürgern, sondern auch zu treuen Mitgliedern unserer Religionsgemeinschaft zu erziehen. Möchte «loch dies mehr als wie bisher bedacht werden, «lass wir «las künftige Glück und die Zufriedenheit dieser bedanernswerthen Mitbrnder gefährden durch eine Erziehungwelche im Widerspruch mit ihrer häuslichen Umgebung steht. Lassen Sie uns nicht ermüden, weiter für unsere unglücklichen Taubstummen zu arbeiten um! immer mehr Herzen für unser heiliges Werk zu gewinnen. Dazu gebe Gott seinen Segen I Der Vorstand des Vereins Freunde der Taubstummen Jedidc Ilmim.. I*. Köhler. Fais»**nwaWe. J. Koch, Berlin, Ferdina«^ Landsberger. Breslau. J. Lanfer. Ifranktnrt a- Ueehtsanwalt I»r. Mann. Stettin. J. Meseritzer. *r,r' stenwable. Fritz Xachod. Leipzig. M. Reich. Für«*" walde. A. Steip, Fttrsteuwitde. \V. WoIffsobB. Kü-.-re-.'a-atde.