Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 31 (21.4.1887)
- Date
- 1887-04-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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der^GotteSdienst gleich eingestellt werden »nutz und dann fast drei Viertel unserer Gemeilidcmitglieder in Betreff der Andacht aus einige Bothe-Midraschim oder, mts die Minjantm in den Privathänsern angc» wiesen sind. Eine Deeentraltsirnng unserer Gottes- Häuser wäre daher schon erwünscht, leider fehlt es uns an dem nöthigen Raume und auch an dein erforderlichen Kapital. Außerhalb des Jndcnviertels können und dürfen wir keine Swiagogc erbauen und innerhalb desselben ist fast schon jedes Stückchen Erde verbaut. Gefehlt wurde nur beim eigentlichen Bau dieser Gotteshäuser, indem mau sie ans einen einzigen enge» Platz hingcstellt hatte, ändern lässt sich aber jetzt nichts inehr daran. Für das geistige Brod unserer Bevölkerung sorgt im Ganzen die „Zewra" ein kleines arabisches Blättchen, das einmal in vierzehn Tagen erscheint und ein solches schlechtes Papier und einen solchen schlechten Druck besitzt, das; man fast erschrickt, wenn man dasselbe lesen muß. Wir sind daher gezwungen, mit der Befriedigung unseres Durstes nach politischen Neuigkeiten bis zur Ankunft der französstischeii und türkischen Blatter.nviistanlinopels oder einiger Wiener und Londoner Blätter zu warten. Speest fisch-jüdische Blätter werden mcljrcre' hier gehalten und kommen dieselben zumeist aus Jerusalem und Rußland. Auch aus Paris konimcii zwei französischjüdische Blätter und ans Deutschland der „Israelit.". Durch die Bereinigung der drei Wlayets (Statthalterschaften) von Möffnl,. Bagdad und Bast forah in eine einzige, Bagdad, werden Voraussichtsich auch die Agcndcit unseres Bcth-DinS, das dadurch zum Appellatioushofe sämmtlicher jüdischer Gerichtstribnnale Mesopotamiens und Kurdistans erhoben wurde, bedeutend wachsen lind muß dasselbe daher setzt schon an eine Lcruiehrnng seines AnitspersönatS denke». Dasselbe wird wahrscheinlich bald auch seine zweiwöchcntlichen Gerichtstage um einen vermehren, mit so allen seinen Pflichten gerecht werden zu könncil. Jndcß streuen sich doch me jüdischen Gemeinden Mesopotamiens, daß wenigstens wieder der alte Gertchtsspreiigel dcrRpsche-Galntha (Exil-, archeu) vereinigt ist, deni nur noch das ehemalige Oberhaupt fehlt. -- st , ■ . In de» letztenMostmt sind abermals fern* Jeschibah einige Ghachamim hervorgegarigen, die als Rabbiner nach verschiedenen Gemeindest Me» sopotaniieiiS tmd Kurdistans, einer davon sogar nach Jndstn, geschickt, .wurdest, ' Dieselben -erhieltest' ihre »ntz'üy (Kestelln)tgsdiplom), theilß von llnsereni.'NssÄ^- Jeschibah,. Ehacham Jaknv, theils vom Rosch-Bethbist Shacham Hnssils, da unser Ghacham-Baschi, Lhacham Mscha, jetzt keine Amtshandlung mehr vornchlsteii darf, obgleich er sein Gehalt als Oberrabhiner ungeschmälert noch weiter bezieht. Indessen gereichte es /Letzterem dennoch zur Oenugthuung zu sehest, daß einige seiner GchUer, die einst zu seilten Füßen saßen, als Rabbiner nach großen und äuge« sehenen Gemeinden berufen wurden. Ist dm näch, sleir Tagen wstd wieder ein Jünger nnserer Jeschi, bah, der ans Chosrew-Abad in Persien stamnit, nach seinem Batcrlande zurückkehren, lM dort ii, einer angesehenen Gemeinde als Muley (Oberrabbiner) zu sungiren. Ueberhaupt fangen die jüdischen Gemeinden Persiens und Mittelasiens jetzt wieder an, ihre Blicke fleißig nach Bagdad zu richten, um sich hier Bescheide in zweifelhaften religiösen und richterlichen Angelegenheiten zu hole» uud unser Rosch- Jeschibah hat neuerdings vollauf Beschäftigung mit der Absenduilg von Tschuboth (Antworten), auf die an ihn langenden Schaaloth (Anfragen).' So bewahrheüet sich wieder der alte Spruch der Inden Mesopotamiensw'imv m -rni wn m\ Diese Schaaloth betreffen jedoch, .größtentheils penst'p'! ,pv') nwvn (Ghebiiidnilgs - und Scheidimgs. angelcgenheiteui in welchen Fächern die persische» Rabbiner nur schwach beivandcrt sind. Auch dnrch die Zunahme der Postverbinduiigen zwischen hier und Persien ist die Anzahl dieser Schaaloth beträchtlich gewachsen. Gewöhnlich werden nun dieselben in hebräischer oder chaldäischer, hie und da auch in arabischer, persischer oder türkischer Sprache abgesaßt und so auch beantwortet. Die one® (Sekretäre ) unseres Beth-Dins sind daher aller dieser Sprachen auch Zn der Schrift oollkommen mächtig. Das große Beth-Hamidrasch hier erhielt vor Kurzem zwei neue Talmudausgabkn zum Geschenke, hist nun dessen Bibliothek zur Zierde gereichen. Die Spender waren zwei hiesige Kanfleute, die in ihrer Jugend selbst Jünger dieser Jeschibah waren und die noch heute täglich für einige Stunden in das Beth'Hamidrasch koinmen, um daselbst nveö nwu zu lernen. Die llebertragung dieser TalmuV»Gremplare ans den! Hanse ihrer Spender nach dem Oeth'Hw midrasch geschah in feierlicher Meise, in Form einer Proccssto», an der sich zahlreiche Mitglieder unserer .Gemeinde' bethetligten.' Ein kleines Festeffen, eine wahre nnry mwv. beschloß dann diese Feier. Bor Kurzem weilte, der Rabbiner von Hilleh li?2s) aut Euphrat in nnserer Witte und erfreuest er uns auch durch zwei. Deraschoth in arabischer Sprache,' die beide großen Beifall standen. Wäh< rend btlder' Dekas'chdth spar das' betreffende Gottes Hans überfüllt von estihörern. mm*