Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 31 (21.4.1887)
- Date
- 1887-04-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVIlt Zahrgang. M 31. eii ßentrat - Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Herausgcgcbcn von i)r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 21. April 5647 (1887). Leitende Artikel. Die Sprüche der Filter. Drittes Buch. II. Mainz, 18. April. Aachdem wir den eittfachcu Sinn des Aush:v.iv:5 Akabia's dargelegt haben, müssen wir noch ein einiges Auffällige darin aufmerksam machen. Ter Weise sagt: r r-.*t? ja nret r» ,~rrr2 7m::.“ rs3 vn:: ^Betrachte drei Tinge und du fällst nicht i:r die Hönde der Sünde: erkenne, woher du ^kommen bist u. s. w." Tas Wort jn, „erkenne," facint überflüssig zu sein; ja, mehr noch, es scheint *-*-t dem Worte tcrsn, „betrachteim Ansange de- Laxes im Widerspruche zu stehen. Anders verbälr es sich bei dem Aussprüche Rabbi's in der crüen Mischnah des zweiten Buches: „Betrachte drei Tinge und du fällst nicht in die Hände der LÜnde: erkenne, was über dir ist: ein sehendes ^.uge, ein hörendes Thr und daß alle deine Thaten •n einem Buche verzeichnet werden." Hier ist das Erkcrmen nur eine nähere Ausführung des Berrachrens, da jene drei Tinge, die über uns sind,;:3 unsren Linnen nicht wahrgenommeu werden kennen-, cs muß demnach gesagt werden, daß das ^crrachlcn nur durch das Erkennen möglich wird, on dem Ausspruche Akabia's aber sind die zwei ^genannte Tinge den Sinnen wahrnehmbar, und list nicht gut anzunehmcn, daß nur nur des innen Tinges willen das Wort „erkenne" hinzucnugr wird. Eine andere Lchwierigkcir in dem Ausspruche .rs Weisen ist die, daß er die drei Tinge erst auf- ^.'r und dann erklärt; er könnte ja bei der Auf- --ulung die Erklärung gleich hinzufügcn; er könnte sagen: erkenne, woher du gekommen bist: von einer Tippah scruchab; wohin du gehst: an einen Ort, wo Staub, Maden und Würmer sind: und vor wem du einst Rechenschaft abzulegen hast: vor dem König aller Könige, dem Heiligen, gelobt sei Er. Liese Fragen veranlasien Hartwig Weffely in seinem Buche „Iin Lcbanon" bei der Erklärung unsrer Mischnah einen ganz andern Weg einzuschlagcn. Er sagt: Wenn deine Steigung oder deine Leidenschaft dich verführen will, in den Wegen deines Herzens zu wandeln, nur dem Genüsse und dem Vergnügen nachzustreben, wenn du der irrigen Meinung sein solltest, daß das der Zweck deines TaseiuS auf Erden sei, so betrachte diese drei Truge, und du wirst nicht in die Hände der Sünde fallen; denn aus ihnen wird sich dir ergeben, daß du nur deßüalb erschaffen wurdest, um Gott zu dienen, in der Thora zu forschen, deren Vorschriften zu beobachten und nicht den irdischen Genüffen nachzujagen. Es ist ja klar, daß der Mensch das vorzüglichste Wesen der Schöpfung ist; denn ihm allein ist die Gabe der Sprache verliehen, er allein erftcut sich des hohen Schaxes der vernünftigen Tcnkkraft, er allein hat einen aufrechten Gang und noch viele andere Vorzüge: in Folge dieser Vorzüge ist er der Herrscher auf Erden, und unterworfen sind ihm die leblosen Wesen, die Pflanzen und die Thicre. Wäre der Mensch nun nur dcßhalb erschaffen und mit Vernunft begabt, um fiir das Wohlbefinden und die Genüsse seines Körpers zu sorgen, so wäre es gewiß angemessen gewesen, daß dieser Körper sowohl beim Entstehen wie beim Vergehen vor den übrigen Geschöpfen bevorzugt gewesen wäre. Allein das gerade Gegenthcil ist der Fall. Während die Pflanze aus dem Saätkorne, derBaum aus demFruchtkerne cmporwächst, ist die Entstehung des menschlichen Körpers noch geringer als die der übrigen lebenden Wesen (eryn-s 2 7* nar^n yvr); ebenso muß nach