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Der Israelit · 1887-09-26 · Heft 75 (26.9.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 75 (26.9.1887)
Date
1887-09-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIIL Jahrgang. M 75. ■ j Ci! Kentrak - Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. HerauSgegcben von vr. Lehmas» in Mainz. Montag, btn 2G. Zeptembtv 5647(2087). Da mit dem 1. Oct. 1887 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir unS, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechmrg erleide. Wegen deS hl. Versöhnung-festes erscheint die nächste Nummer (eine Doppelnummer) EiK/ Sonntag den L. Eetober. Leitender Artikel. Aie KüLKeHr zu Holt. (Nach Maimonides.) . .IV..... " Mainz, 21. September. Ter Vcrsöhnmrgstag naht heran, der Tag, an welchem Gott unsre Sünden verzeiht, wenn wir mit ganzem Herzen zu Ihm zurückkehren. Unendlich ist der Lohn, der die Frommet: und die rückkehrendcn Sünder Im ewigen Leben erwartet. Ewig! Welche Vorstellung könnte die Ewigkeit ermcffcn? WaS ist im Vergleiche mit ihr die kurze Spanne Zeit, die wir hiemeden zu leben haben! Und doch können wir in dieser kurzen Spanne Zeit die ewige Seligkeit erlangen, wenn wir hiemeden in Gottes Wegen wandeln; aber selbst dann, wenn wir die Wege der Tugend und Frömmigkeit verlassen hätten, auch dann steht es uns frei, zu Gott zurückznkehrcn und das gcthane Unrecht zn sühnen. Bon der Seligkeit der zukünftigen Welt können wir uns hieniedcn keine Vorstellung machen. Es m die unsterbliche, von dem Körper losgctrennte secle, die derselben theilhaftig wird. So lehren unsre Weiseu: „In der künftigen Welt gibt cs weder Essen noch Trinken noch andere irdische Ge« Hüne, sondern die Frommen sitzen, ihre (krönen auf ihren Häuptern, und-genießen den Glanz der göttlichen Majestät.- Auch die Ausdrücke „sitzen, Kronen,- sind nicht wörtlich zu nehmen; es ist nur figürliche AuSdruckSwelse, die wir ja in unsrer Sprache nicht entbehren können; die Worte der Weisen sollen bedeuten, daß die Frommen im künftigen Leben, gleich den Engeln, ohne Müde und Last und Kummer existircu nnü üaß die. Genüsse in der Ewigkeit, nicht, körperlicher, sondern rein geistiger Art sind, das beseligende Bewußtsein, mit Gott auf immer vereint zu sein. Auch die Erzählung unsrer Weisen von der Lewiathan-Mahlzcit ist im ähnlichen Sinne anfzufossen; denn, da cs im ewigen Leben nichts Körperliches gibt, so kann auch von körperliche» Genüssen nicht die Rede sein. Es ist jene Erzählung nur. ein Gieichniß; denn solange unsre Seele mit dem rrörpcr vereint ist. kann sie sich von de» rein geistigen Genüssen des Jenseits kerne Vorstellung machen. So lehren unsre Weisen, daß all das Gute, welches die Propheten für Israel vorhcrgesagt haben, sich lediglich auf die mcsfianische Zeit bczreüt, während von der künftigen Seligkeit sich eine Vorstellung zu machen nicht im Bereiche der Möglichkeit liegt, wie cs IesaiaS deutlich ausgesprochen : „.Kein Äuge bat geschaut, nur Tu Gott allein, was Er bereiten wird dem, der auf Ihn hosst.- Nicht jedoch soll der Mensch seinem Gotte dienen oder zu Ihm zurückkehrcn um der Aussicht auf Lohn willen oder ans Furcht vor Strafe. Wohl urag man in dieser Weise die Unwissenden und Kinder für die Gottesfurcht zu gewinnen suchen, um sie an die Ausübung der Gottcsgcbote zu gewöhnen oder von der Ilcbertretung der götttichcu

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