Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 28-29 (7.4.1887)
- Date
- 1887-04-07
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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■w w m WWrthsdsM (MudenthumKA 3;.<-AK0 NO~ n 7. ApnlZ Extra-Keilage zu Nr. 25 L- 29. fl ^7. o b ZZ i o f ol). Stijje vsn I>p. J ^riCrj^i-J-auf t»cr SdniU’anf fan und von il»r *(ji las luib Iiönc, da schien üc mir so märd)cnl)ü?i cmlcticn, nuifiarrr von 'r<y* Sdjncc und Eis. Sriibem sind Satire vergangen, und ich i»:n rmzähligen.'ale iU<cr sic hingefahren, in FrühlirtgSprach! und in Winlersroü. '* Sie sicht car unschuldig ans mir ilrrcn öden, eintönigen Ufern, ihren ungeschickten Wendungen und >rrünrinungcn, die noch nicht von Menschenhand geregelt sind. Und immer wieder verrenkte mich ihr Anblick in jene völkerdramalffchc Zeit, in der ne mnftnclen durfte. Und mar der Wunsch nicht ciNärlich, der mich dann bewegte, das; mir einmal ein lebender, sprechender Zeuge von daurals cnlgcgeuiraic und von seiner: ergrauten Erinnerungen etwas, wenn auch noch so wenig, um:i)ellicV (5-3 war in vorgerückter Stunde an einem dunkeln und kalten Herbftabend. Wir warerr eben erst ans der mehrere Werft cnlsernicn Sradr nach unserem Landaufenthalte, den wir rrop der späten Jahreszeit noch bewohnten, zurückgekchrr. Er lag einsam an der EhaupSe, die von Warschau uach Äoskan führt, wir halten die Bcremra vasürcn raunen. Jetzt saften wir in dem angenehm durchwärmten ^'-emach, wo der hciftc Thce dampfte und ci:r mildes oiä'.t strahlte. Trauftcn schlugen die Hunde an, •:nc laute Stimme rief, der Sand knirschte unter Quellen Schritten, aus dem Vorzimmer cnöurcn wallte auf seine Brust hernieder. Ter Hausherr erhob sich und herzlich rief er: „Scholem alcchem. Rcb Hirsch, scvt Euch. Bringt Thee für Red Hirsch.- Neb Hirsch labte und erwärmte sich. „Was führt Euch so spät noch hicher?" begann das Gespräch. „Ich will in die Stadt, wo morgen ein n-o bei meinem Sohne ist. Ich Hab' mein Geld nicht hinanswcrscn wollen für eine Fuhr, und da bin ich heul'- den ganzen Tag gegangen, um noch zurecht zu kommen. Ich wollt' eigentlich heut' Abend bis in die Stadt, aber da Hab' ich bei Euch Licht gesehen und bin emgekehn.- „Ihr sollt auch die fiiadit hier bleiben und Euch ansruhcn.- entgegnete der Hausherr, der, ein starker Rancher. eine Eigarcuc nach der andern dem silbernen Mäitdjcn neben ihm entnahm. „Ihr seid ganz allein gekommen 't* . fragte ich mm unwillkürlich, denn cS dünkte mir nid)t gerade einladend, bei der sinsrercn Nacht ans der endlosen Ehauffüc zu wandern. Ta trifft man wohl von Zeit zu Zeit aus vereinzelte elende Wägelchen, die das anSgchnngerte Pferd langsam schleppt, oder auch eine ganze Reihe der rohen Fahrzeuge zieht lautlos ciuher, aber wer möchte groft Bcrtrauen haben zu den Bauern, die, in Schafpelze gehüllt, die kalte Tabakspscifc zwischen den Zähnen, stumpfsinnig und siicr die lockern Zügel halten und denen Verschlagenheit und Bcrschmrtzthcir vcrrätherik'che Linien um die Lippen gezogen und einen nnansrich-