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Der Israelit · 1887-04-04 · Heft 27 (4.4.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 27 (4.4.1887)
Date
1887-04-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIII. Jahrgang. M S7. Der Israelit. Ei» ßentrak-Hrggn für das ori6odo.re Iudenthum. HcrauSLegeben vsu l>r. Lehman« in Mainz. Montag, den 4. Apr«l 5647 (I8S7). Leitender Artikel. Kagadah fchet 'Reßach. Zweite Serie. VIII. Mainz, 3t. März. „Und wer nicht zu fragen versteht, so fange du an mit ihm zu reden, uiic cs heis;t: (2. B. M. i'. 13, B. 8): Und bn sollst verkünden deinem Lohne an dcmsclbigen Tage sprechend: Um dicsctsillen hat der Ewige mir gethan, als ich anszog cus Mizrajim." In der Ansprache, welche die heilige Schrift dem noch unentwickelten Kinde gegenüber vorfchreibt, in die eigentliche Pflicht der Hagadah ausgesprochen, wie cs schon in dem Worte mzn liegt. Dieser Äusdrnck bezeichnet in der hebräischen Sprache den Ernst und die Strenge, gepaart mir liebevoller nnd eu-führlicher Darlegung. So sprach auch Gott vor der Lgenbarung am Sinai zu Moschch (2. B. M. E. 19, V. 3): :^n:r 2j*y r>'2v ~csn rc „So sollst du freundlich und sanft sprechen zu den Frauen in Jakob,, so sollst du streng und ausführlich verkünden den Männern in Israel." (Vcrülcichc Naschi). Auch hier finden wir nxn nnd v=**, (*e«fc-;ns3);. den strengen Ernst nnd die liebevolle Darlegung und Erklärung sollst du dem >iiudt entgegenbringcn, das noch nicht zu fragen versteht. n'urn, der Ernst und die Heiligkeit des Gegenstandes müssen dich durchdringen und dir die ^one in den Mund legen, die dn deinem Kinde verkünden sollst. Hüte dich, Scherze oder thörichte -r^mge einzumischcn in deine Darlegung. Das Kind wu;; merken, daß es dir Ernst ist und du selbst durchdrungen bist von der Heiligkeit, Erhabenheit und Wahrheit dessen, was du erzählst. Dagegen aber muß du Geduld haben mit der noch nicht entwickelten Auffassungsgabe deines Kindes; du mutzt ihm die Tinge seinem Verständnisse entsprechend darzulcgen dich bemühen. „Um diesetwillen hat der Ewige mir gethan, als ich auS Mizrajim zog." In dem Worte „mir" liegt dem noch nicht entwickelten Kinde gegenüber keine Abweisung. Ter Vater kann zu diesem Kinde nicht sagen: Gott hat uns alle jene Wunder gethan. Das Kind würde dagegen protestiren, da eS ja nicht dabei,gewesen; aber cs glaubt seinem Vater, wenn dieser ihm sagt, daß er jene Wunder an sich erfahren habe. „Siche, mein liebes Kind, ich war ein Sklave in Mizrajim, mußte harte Arbeit verrichten und wurde schlecht behandelt. Aber Gott, mein Beschützer, nahm sich meiner an, strafte jene böse Herren und schenkte mir die Freiheit. Deßhalb bin ich Ihm zum großen Danke verpflichtet, und cs gewährt mir große Freude, Ihm meine Dankbarkeit dadurch zu beweisen, daß ich Seine heiligen Gebote beobachte. Siche, hier liegt das Petzachopfcr, hier liegen die ungesäuerten Kuchen, und die Dittcrkränter. Tie Aegypter, meine ehe-' maligen Herren, waren thörichte Menschen. Sie meinten, die Thicre wären Götter und beteten sie an. Es gibt aber nur einen, allmächtigen, unsichtbaren Gott und das ist der Gott Israels, der Schöpfer von Himmel und Erde; Er ist unser liebevolle Vater, Er hat mich befreit und hat mir befohlen das Lamm, das die Aegypter als einen Gott verehrten, vor ihren Augen zu schlachten, es zu braten nnd zu verzehren, denn Er allein ist Gott, und es gibt Keinen Gott außer Ihm; deßhalb hat Er mir geboten, jedes Jahr an dem Tage meiner Befreiung, ein'Lamm zu schlachten, zu braten und es mit den Meinigen zu verzehren. — Und diese ungesäuerten Kuchen:.so war das Brod beschaffen, das ich als Sklave von meinem Herrn

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