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Der Israelit · 1887-03-31 · Heft 26 (31.3.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 26 (31.3.1887)
Date
1887-03-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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doch iiodi nie fi ju Boden gedrückt, so hllstoS, so peMvelftlnd gefühlt >v!e jetzt. Ein Gefühl/ Miss „„schllverbärer HoffmiWSlostgkekt erfaßte sie , cip GeWl, vWa riiwttragbar! Sie fürchtete wahnsinnig zil werden, unwillkürlich hielt sie in ihrem raschen Lause inne, legte ihre Hand an ihre pochende Schläfe, an ihr klopfendes Herz .... plötzlich riß cs sie wieder von Keuenr mit endlos großer Kehnsucht zu den Gräbern ihm Lieben, mit verdoppelter Hast schritt sic weiter f endlich stand sie vor der Pforte des Friedhofes, sic stand offen. Der ziemlich weite Kan des Gottesackers war mit Schnee bedeckt, und es herrschte Dodtciistille im ganzen Üiatiut, Red Heuoch Leipnicker, der greise Hüter der öden Stätte, 'der das Wächterhäuschen allein bcioohiite, hatte, gewiß seit einer latigcii Reihe' von Jahren das Erstemal, seinen Posten verlassen, Und hatte, da er ivnßte, Sara wurde heute -das Grab ihres Paters besuche»!, die Pforte nicht geschlossen, Ter Friedhof war schon seit vielen Tagen, außer von Rcb Heuoch Leipnicker, von keinem menschlichen jyüfsc betreten worden, auch lag er aus einer vom falten Nordwind/ bestrichenen Berglehne; und der Schnee lag fußhoch auf dem Boden. Sara sank bis an die Knöchel ein, sie fühlte es nicht, sie beiiiertte es nicht einmal; sie eilte zn den Gräbern ihrer Lieben. Ihre nnd Michaels Pi'ntter n,htcn nebeneiuaiider, die irdische Hülle ihres Paters hatte »rau ncbxii der seiner Gatt!», daß er die irdischen Reste der alten treuen VHanne, decke. ,; pom war gekommen, um an den Gräbern ihrer Lieben zu beten; aber das herrliche in der Bli'ithe ihrer Jahre, in der Fülle ihrer Lebenskraft stehende Mädchen war so unaussprechlich unglücklich; daß es auch. vollkommen wnmchlos war. Was. batst sie sich von den« alliftächtigen, gllerbarmenderi Gotte, für diese irdische Welt auch zu erflehe» per«, mochtk . . . . Gie presste in dumpfcr Versunkenheit beide Hände wortlos an Ihre klopfenden eschläfen. ' - ' .. - ■ - , ■ : „ „Wvaterl" ries sie plötzlich überlaut , und sie erschraft Wx dem Mange Klimme, die rvchhin lther den meitschenleeren Raum schallte, „erbarme'Dich meiner, rufe mich zn Dir . . ,v. bitte Dufür mich, Du guter todter-Tater/.Du' hast ja Dein armes MO Kliebt mit endlos . großer Zärtlichlejt, bis .zu den« mtm Hauche Deines Kttndk»,. . . dft freue, fromme MW, die hier i>» Grabe ruht «nd nie ein lügenWe» Wort, m .wrochen,; hat inle’i, ja zugeschworen, Dein. letztet Athcmzng war ein SeacOspruch für Deine beiden Kinder, für' mich md ,Michael! .... Du hast es uns ja prophezeit/wir würden glücklich , Noch hier ans Erden glücklich werden l Dem höchster Wunsch, 'der noch im Scheiden Deine Irene Seele ersjWe, .blieb „»gewährt. Deine Prophezeiung traf nicht ein. To bitt' zu GPt für mich: er möge mich gnädigst zu sich rufen . . . . Du bist tobt, die Mutter ist todt, Michael ist todt, ich bin eleNd und verzweifelnd -- was soll Dein armes verlassenes Kind noch hier auf dieser Welt!" Diesen Worten folgte ein Moment tiefer Stille; -» dann aber ertönte eine Stimme, bei deren Klang Sara erbebte, bei deren Klang sie urplötzlich ein unendlich beseligendes Gefühl dnrchflnthtte, bei deren Klang, sie Alles, alles Andere auf dieser Welt vergaß. . »Durch Gottes Gnade glücklich werden! — Sara unseres Vaters Wunsch ist erfüllt, sein Hegen hat sich bewährt- und als Sara sich rasch um» wandte, bemerkte sie, daß von ihr iliibemcrkt ein Mann den Friedhof betreten; - und sie glaubte zu trämncn, den schönsten Traum zu träumen, vor ihr stand, eine hohe Männergestalt in der Tracht fremder Krieger, und ein eiserner Panzer deckte seine breite Brust, aber sie bemerkte die Kleidung nicht, sie sah nur den Mann. Diese Züge hatte sie siebe« Jahre' lang nicht mit ihren physischen Augen gesehen; aber mich nicht eine Sekunde waren sie ihrem geistigen Blicke entschwunden. Michael, wie sie ihn vor sieben Jahren das Letziemal gesehen; nur wenn möglich noch schöner, noch herrlicher, noch heldenhafter - stand vor ihr:' Sie fuhr sich mit der Hand über ihre'heiße Stirne, sie versuchte es mit ihrem vor Entzücken machtlos gewordenen Verstände zn prüfen, ob sie in der Dhat noch lebe, ob Gott nicht ihr heißes Wehen erhört, sie nicht schm dem irdischen Sein entrückt, sie schon mit ihren Lieben im Jenseits vereint Hape; sie versuchte es mit ihrem vor- Uitzücktzn machtlos gewordenen Verstände;p; prüfen, ob das Alles nicht ei» wunderbar schönes DraWgMkde sei» das in der nächsten Se. kimde in Nichts zerstießen würde; — dann aber M:mn tif höchsten 0»|e» 5; , * ^Meln Älfthael,, >. ./Da lebst» tz -»<>-- a. Du wunderbar herrlicher Gort!" ' - Michael Mein, der richnstarke Man», hermoAe vor Oewegung nicht m antworten! er verinochte rstchtt zn, tlni« als seine Arme wett außzubreim «--'M'Oara'siost stn Wk. eMßhjM O ********* 4

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