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Der Israelit · 1887-03-31 · Heft 26 (31.3.1887) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 26 (31.3.1887)
Date
1887-03-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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4G7 fitnitlttou. Die KonverLilm. Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Es war in den Frühstundc» des folgenden rage«, die Binder besaudcn sich beim Frühstück, iW sic in ihrem Zimmer, in Gesellschaft ihrer tiruflcrnantc einzunchmen pflegten, als Herr von ir.litufclb freundlich grünend ein!rat. Tie Kinder wrangen auf und eilten ihm entgegen, ihm zum Äorgcngruß die Hand zu bieten. „TaS ist schön Alcr, daß Tu auch einmal zu int« kommst, ich glaube. Tu hast unser Zimmer LSdl noch nie gesehen." „lUir wäre auch heute schwerlich dieses Glück -.Worden," erwiderte er lächelnd, „aber ich muß Mt dem Zehmchrzng nach E... sahrcn, und da wollte ich doch zuvor Fräulein Svobada sragcn, ob üe das gestern Besprochene cndgilng in Erwägung gezogen." Eine leichte Erregung malte sich in den Zügen der Gouvernante; sie hatte sich bei Herrn von ^i'ienfcld's Kommen gleichfalls erhoben, jetzt blickte 'ie. zwar nicht vollständig unbefangen, aber doch ::>i! einer gewissen Festigkeit, einer sichtlichen Enr- 'L'.osicnheil ihm in das Angesicht. „Fa, Herr von Lilienfeld." sprach sic, „ich!. .bc die Angelegenheit in Erwägung gezogen und l::r bereit, das gewünschte Versprechen zu gebend „Tas freut mich, freut mich aufrichtig." „Sic können überzeugt sein, daß ich es nie vergessen werde." „Davon bin ich überzeugt. Ich sagte cs doch bereits gestern, Ihr Zögern erhöht nur den Werth Fhrcr Zusage." „Was hat Fräulein Tir versprochen, Alex?" Nagte Iosefine. >Taß sie recht streng gegen mein schwarzes «vindjcit scill wird und namentlich, daß sic Abenos ruÄt au Finchcns Bett sitzt, bis die kleine Schwarze 'Ääst." „Tas ihui Fräulein schon längst nicht mehr. O'icht wahr, Fräulein?" Marina bestätigte lächelnd den Fortschritt des «Vas vcnvöhntcn Kindes, doch plöölich sich bc- ^nncud, fuhr sic mit der Hand über die Stirn. „3ch habe mich übereilt mit meinem Bcr- Nrechen.- sagte sie, Herrn von Lilienfeld fest anlockend, „ich sann es nur dem Sinne nach hatten, wollte ich mich strikt au den Wortlaut halten —" „Darum mich ich bitten," fiel Alexander ei»,, es lag eine gcwi„e Schroffheit in seinem Ton. Marina preßte die Lippen aufeinander. „Wollte ich mich strikt an den Wortlaut binden, ich würde gegen den Sinn verstoßen," murmelte sie. Er zog die Stirn in Falten. „Ich muß da» rauf bestehen, daß Sie sich an den Wortlaut halten." Abermals preßte sic die Lippen aufeinander, eine nervöse Gereiztheit malte sich in ihren Zügen und mit einer Hast, als würde sie extra dafür bezahlt, drehte sic die schwarze Ietkette, an der ihre kleine silberne Uhr befestigt war. „Ich weiß, daß ich nicht berechtigt bin, Bertrauen zu beanspruchen," sprach sie zögernd und mit gesenkten Blicken, „aber — aber — ich sehe cs ein, was Herr von Lilienfeld bereits gestern be» mciftcn — mein eigenes Gefühl hätte —" „Ich verstehe, ich verstehe," unterbrach er sie, „und trotzdem —" Immer eifriger hatte sie die schwache Kette gedreht, bis sic zerriß und die Perlen nach allen Nichtnnzeu ans den Fußboden rollten. „C, die schöne Kette!" ries Gabriele bedauernd, und bcrdc Kinder bemühten sich eifrig die Perlen wieder auszulescn. „Wenn der Sämann die Saatkörner am unrechten Ltt in die Erde gesenkt hat, so genügt es nicht, daß er sich abwcndct und cs dem Zufall überläßt, die Saat zu zerstören. Will er sicher fein, daß sie nicht anfschicßt, so muß er ausgätcn, was er gcsäet. — Wenn Sie mir doch vertrauen wollten — Sie könnten sich überzeugt hatten —" „Ich fniltc mich überzeugt," cntgcgncte er freundlich „und ich vertraue Ihnen; ich will Ihnen jedoch nicht verhehlen, daß ich mich trotzdem verpflichtet halte, mich auch thatsächlich zu überzeugen. Doch ich muß eilen. Adieu Kinder!" . Er küßte die kleinen Mädchen auf die Stirn, verneigte sich grüßend gegen die Gouvernante und verlies! das Zimmer. Iöscfine eilte ihm nach, um sich zu erkundigen, was er ihr mitbringen werde, Gabriele aber schlang den Arm um ihre Lehrerin. „Was baden Sie Alex versprochen, Fräulein?" fragte sie halblaut im Schmeichclton. „Ioscsine hat diese Frage bereits an Herrn von Lilienfeld gerichtet, hast Tu seine Antwort nicht gehört?" „Ach. das ist aber doch nicht wahr, das hat er nur so gesagt, weil er nicht antworten wollte." „Wenn Herr von Lilienfeld euch eine Sache verschweigen will, würdest Tu es nicht indiskret finden, wenn ich sie euch sagen wollte?" Dem konnte Gabriele allerdings nicht wider-

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