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Der Israelit · 1887-03-28 · Heft 25 (28.3.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 25 (28.3.1887)
Date
1887-03-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXTC1I. Zahröang.. M 33 Der Israelit. Ei» EenLrat - Organ für das ortyodo.ro Iudenthum. Hcrausgegcbcn vou Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 2*. Marz 5647 (1887). "üt dem 1. April 1887 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, das; namenilich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werde» muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitender Artikel. Kagadav fchct ^t'ßach. Zweite Serie. VI. Mainz, 24. März. Ter berühmte Maggid, Rabbi Jakob aus Tubna, erklärt uns die dem bösen Sohne zu cribcilcndc Antwort durch ein schönes Gleichniß. tim armer Man» ging an einem«leidcrladen vorüber, in welchem schöne und solid gearbeitete Kleider um ganz geringen Preis verkauft wurden. Alle Welt strömte in den Laden, um zu kaufen, und die Hcrauskommenden priesen stch glücklich, für weniges Geld so gute und schöne«leider erworben m haben. Ter Arme, der in einem zerlumpten Anzüge einherging, raffte seine geringe Barschaft zusammen und kaufte, was er bedurfte, um seine Blöße zu bedecken. Als er voller Freude nach Lause kam, machte ihm seine Frau die bittersten Bouvürfe. Tu denkst nur a« dich, sprach sic, und gibst das Geld. welches wir zur Bestreitung unsrer geringen Lebensbedürfnisse bedürfen, für schöne Lt leider aus! Woher sollen wir nun Brod nehmen und Fleischt Sollen wir alle denn Hunger leiden, du und ich und die ftinbcr;? Was helfen dir die schönen «leider, wenn wir nicht zu eilen haben? Bringe dem.«aufmann die «leider zurück und lasse dir der» Geld wieder geben. — Tu hast wohl recht, culwoncte der Mann kleinlaut: der «aufmann wird jedoch die verkauften «leider nicht zurücknehncn wollen. — Sage, die Waare, die er dir gegeben, sei nicht gut, und du könntest sie deßhald nicht brauchen. — Ter Mann that, wie sein Weib ihm befohlen; er lief in den Laden .zurück, in welchem vielc«äufer sich befanden, und schrie den«ausniann an: Tie «leider, die ihr mir verlaust habt, sind nicht gut! Hier bringeich sie euch wieder! gebt mir mein Geld zurück! — Ohne ein Wort zu sage», nahm der«ausmann die «leider und händigte dem Manne die «aufsumme ein. Als dieser sortgegangcn war, sprachen die Anwesenden ihre Verwunderung aus. Warum, fragten sic den «aufmann, habt ihr dem Manne das Geld wiedergegeben? Wenn die «leider, die er gekauft hatte, ihm nicht gefielen, so bietet euer Magazin doch eine reiche Auswahl, und er hätte sich ja andere wählen können? — Da lächelte der «ansmann und sprach: AuS dem Benehmen des Mannes habe ich bemerkt, daß cs ihm nnr da« rum zu thttu war, sei» Geld wieder zu bekommen. Harte er wirklich an dcn«lcldcrn etwas auszuschen gehabt, so hätte er gesagt: sie sind mir zu eng oder zu weit, zn lang oder zu kurz: der Stoff ist nicht gut. oder die Arbeit ist nicht solide, oder die Farbe gefällt mir nicht: ich will sie Umtauschen gegen andere und bessere. So aber sagte er nur, die «leider seien nicht gut; ich solle ihm stin Geld zurückcrstatten. Daraus bemerkte ich, daß es ihm nur darum zu thun war, das Geld zurückzubckommcn. Hätte ich ihm die schönsten und besten «leider um den billigsten Preis gelassen, so hätte er auch an diesen einen Makel gesunden und ich chätte ihm schließlich doch das Geld zurückerstattcn müssen. Tcßhalb war es besser, sofort mit ihm abzutheilen, damit er meine Waare nicht länger hernnlcrsetze. — Aus dem Gesagten geht hervor, daß es zwei Arten von «äusern gibt, die das Gekauste zurück-

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