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Der Israelit · 1887-03-21 · Heft 23 (21.3.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 23 (21.3.1887)
Date
1887-03-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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419;{igcn wollen wir doch, daß wir uns mit unserer Ansicht, die wahre Humanität gewänne nicht«, sonmn verliere nur durch solche Vereine, in guter ö',7scllschast befinden: in der (Gesellschaft Messing«. LÄ verweisen auf die (bespräche über die Frcin:c.ncrci in Lessings Werken. Man sehe, wie der niwcßcchlichc deutsche GeistcShcros ül»cr den mächriricn. weltumspannenden, gcbcimmßnmwodcncn Urcimaurerbnnd schon vor mehr als hundert Jahren gwnhcill, rcsp. abgeurlhcilt hat, wie er - mit der unerbittlichen Schärfe seines kritischen Secicrmcsscrs den Ursprung der Frcimanerci auf herzlich glcichs.iitigc Uursiändc zunicksührt, wie er beweist, daß tos ganze so ziemlich ans ein lcereS Spiel mit Ll-onci» und Formeln Kinausläust, und daß der persönliche Einfluß trotz aller himmclanstr ebenden .'iiclpuuktc lustig sein Wesen treibt, um zu dem Rei::!rarc zu gelangen, daß wer in Wirklichkcil FrcivAanrcr fehl, d. h. das Programm, welches der Ämd nur auf dem Papiere bat, thatsächlich verwirklichen wolle, besser daran tbiie, dem Bunde fern zu bleiben und sich sein freies SelbstbestimmungSrcSt zu wahren. Und was dort Schlimmes von dem großen Niesen gesagt wurde, das gilt in hundertfachem Matze von dem zwerghatten Epigönlcin, das wie mich deucht, aus den Lenden dcS Erfreren hcrvorgcspnrngcn zn sein scheint. UebrigcnS iü die Geburtsstättc des Ordens bezeichnend genug ssrr ihu und genügt meines Erachtens allein die Zragc zu entscheiden, ob er sich mit .dem orthodox jüdischen Geiste verträgt oder nicht. Amerika! Dazu kommt noch, daß ei» I. Wisc in Eincinarti, wie ja selbstverständlich, begeisterte Lobcshymncn auf den Orden anstimmt. Hierbei drängt sich mir die bekannte Fabel von dein Maler auf, der ans die srrcngc Siritif eines bedeutenden ftiiufilcr* hin noch immer nicht an die Schlechtigkeit seines Gemäldes glaube» wollte, ober als ein ganz unberufenes Individuum kam und sein Werk begeistert pries, entschlossen ein Messer nahm und die Leinwand in lauter Fetzen zerschnitt. In der Thal, das Lob ciucs Wisc und Eonsortcn ist von orthodorcrn Standpunkt für den Orden viel compromitrircndcr, als cdie schärfste Kritik sein könnte. Wir könnten noch so manches unserem Zwecke Tirnlichcs hier aufführcn, aber wir unterlassen cs lieber, um nicht allzuwcitläufiz zu werden. Wir glauben genug gesagt zu haben und wollen nur noch knapp und gedrängt das Rcsnmö unserer Ausführungen ansstcllen. Wir glauben nachgewicscn zu haben, daß: l) (um mit einem schon einmal angcdcutctcn klarte zu reden), ,die absolute religiöse Toleranz welche der B.-B.-Lrden personifiziren soll, nichts anderes ist, als ein Absehen von jeder offenbarte» Religion überhaupt und die Proklamirung einer allgemeinen philosophischen Religio» an deren Stelle. 2) Daß die Behauptung, als ob der Orden ein ausschließlich humanitärer Verein wäre, nicht zuttisst, daß dieser sich vielmehr eine sehr entschieden betonte civitifarorischc Mission beilegt und demzufolge unleugbar die Gefahr cinschlicßt eine derhängnißvollc „Nivellirung* hcrbcizuführcn, »den religiösen Standpunkt umgehen* zu wollen. Und endlich :t) daß das WohlthätigkcitSgefühl wirklich orthodorcr Ichudim von der Zugehörigkeit zum Orden keine Förderung, sondern vielmehr eine Abschwächnng zu erwarten hat, indem dasselbe einestheils zur Erclusivität geleitet, andernthcils wieder das Interesse für eine Menge glcichgiltigcr Aeußcrlichkeitcn in Anspruch genommen wird. Wir schließen unsere Ausführungen. Wir wiederholen. daß wir diese Zeilen mit dem Wunsche in die Ocsscutlichkeit senden, daß der Leser an ihnen strenge aber gerechte Kritik übe. Mit der Erfüllung dieses Wunsches werden diese Zeilen auch ihren Zweck erreicht haben, denn wir sind überzeugt, daß kein gewissenhafter Iehudi nach ehrlicher und reiflicher Durchdcnkung der ihm vorgcsührten Momente einen Augenblick lang im Zweifel darüber sein wird, was zu thun seine religiöse Pflicht ist. Zcilungsnachrichteu und Corresporr-enzen. Deutschland. Mainz, 17. März. Wir haben unlängst zur Vorsicht in Bezug auf den schwarzen Pfcffcrsür rcz gemahnt, da uns im vorigen Jahre aus Ungarn und in diesem Jahre aus Galizien imitirte Pfefferkörner zugcschickt wurde», die zweifellos pH und die von dcui echten in ihrer äußeren Gepalt nur schwer zu unterscheiden sind. Es kommen uns nun von den verschiedensten Seiten Anfragen zu, wie man sich auf ras in Bezug auf die bcregte Frage zu verhalten habe. Unsrer Ansicht nach ist in den Ländern, in welchensolcheFälschungcn bereits beobachtetwurdcn, der Genuß des scharzen Pseffers an ne© zu verbieten. In Deutschland und anderen Ländern dagegen, wo eine derartige Fälschung noch nicht beachtet worden, muß mit der größten Vorsicht zu Werke gegangen werden. Man muß den Pfeffer für das N2s-Fest vor Veginn des Festes einkanfea und

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