Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 21 (14.3.1887)
- Date
- 1887-03-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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daß mein lieber Hanswirth, Herr R., ebenfalls ■ Jude ist." . . , 1 Verletzen stammelttKr Fremde Entschuldigungen, und sagte.unter Auderem: „Ii. wem, unsere Juden wären wie dit hiesige», dann wären auch wir keine Judenfeinde." „Sind etwa", entgegiiete Herr R., „Ihre Jude» aus anderem Stoffe geformt, als wir- Wir sind eines Stammes, einer Familie. Und wenn Ihre Juden weniger gut sind, als diehiesigen, liegt dies etwa am tfUnui? Über vielleicht am (vvbboM'liY" . Qestcrr.-Ungar. Monarchie. - Bistrih, im Marz. Vergangenen Dvnnerstag ' nur *n« versammelten sich ' die zahlreichen Mit- 'alieder. des' iiengegriindrteu" Mischnajoth-Vcrcines, uni zum erchen Mal gemeinschaftlich die wr: .-tz» beschließen. ‘ Nachdem die legte nwo mit vMgelrageii wurde, fcijtc man sich zur reime tv-uü/ du welcher alle Mitglieder, zwanzig an Zahl, u'clche auch am „Lernen" bclhciligt ivaren, Theil nälnncn. Pis zwei Uhr Morgens weilten die Mitglch'der jm mivy nm in irenviger Stimninng, wäh^ rend welcher lei! LwMn lind' Toaste gewürzt mit .-■-ün z»m Veiten gtgehcn wurden Nachdem die enie Mischnno in .—.:rc neuerdings vorgetragen >vnide,- thinlle sich die Gesellschaft mit befriedigtem Vtwiijnscin, einen angenchinen Abend verbracht zu . buben. . ' ' ' '! ■, \" "■ ULLABi8WU8MWNWMUWVNWNVURWA4MWUKWWMßW?rURUäKchM ■ 11 ,; . . ■ ,I i a I i e ». , Mailand, -1. - März, Die Gcuieinde von Cnneo hat ihren scheidenden Näbbinrr,- Moise So- . raiii, der bekanntlich zum Professor ani »enerrich« teien Nabbiukr-Semmar von Nom ernaiint wurde, eine 'glältzcnde Ahschiedsfeier bereitet. Bei der Ab» - reise wes Nabbiners hatte sich auch fast die' ganze Gemeinde uns dem Baistihofe eingefimdett, »in dem Scheidenden noch einmal die Hand zu drücken. ,. > . 1 Durch, die-EröffuMg des Oabbuier- Seminars in NoinZst die bisherige Nabbinerjchule in Livorno - lelbstverstäudlsch,gänzlich' üderflüssig geworden, Cs t wuroe daher schon der Vorschlag gemacht, dieselbe nach deutschem Muster in eine Lehrer- und Eantoren- „ ichulk imizurvandelu- Der Gedanke fand in Italien Prifall, twd stz dWeu OMgld auchchits etitspkMen?, des Justitut .zur HerastKMstg.'stiiferer Lehter un.d Vorbeler besitzen. , ■ - Z /01 p (i n t'UV /" : Madrid. .Herr Heinrich: HKJerftam m aus Hrodtz 1 Ichreibt der „Qestcrr. Wochenschrift: Erlauben Sic mir geMigst Ihrem geschätzten Blatte folgende markante Acußcruug aus einem an mich gerichteten Briefe eines geistreiche» französischen Journalisten mitzutheilcn, der Uiit den spanischen Zuständen genau vertraut, seine Ansicht über die etwaige jüdische Eiiiwaiidernnq »ach Spanien und deren" Chancen mit warmer Ueberzeugttng ansspricht. Die betreffende Stelle lauter.in der Uebcrseyiing wie folgt: „Beimjehsgen Stagde der mir »erliegenden Tatest sagt mir mein Gefühl, daß eine jüdische Eiiiivandcrung in Spanien nicht nur keine Chancen für die Zukunft hätte..-sonder» noch geeignet wäre, die. alte Feindschaft der Halbinselgegen uitsere Glaubensgenossen zu erwecken. Bor Allem muß man mit den Mächten rechnen, die eisersüchtig und ausschließlich die spanische Seele beherrschen. Der Widerstand, dem die Protestaiitenfrage dort begegnete, wird Ihnen bekannt fein. Dann ist zu erwägen, daß das Land avui, oder richtiger verarmt, folglich immer leicht gegen den reichen oder reich geltenden Juden zu erhitzen. Betrachten Sie Frankreich: In dem Maße, als düd,LaNd ärmer, die Geschäfte schwieriger', die ausländische Concnrrcnz mächtiger wird, gewinnt der früher -.ganz unbekannte Antisemitismus doch an Derl'äin-V.'Orr Jude äst wirklich, sicher nur iu her Mitte des allgemeinen Wohlstandes, SOald dieser adnimmt, taucht den Neid ans. War doch ' der Neid viel mehr als der religiöse Antagonismus das treibende Motiv der einstigen Verfolgungen. Vor J870 wäre ein Buch wie das „Jüdische Frankreich" von Tnimont vor der Gleichgiltigkeit, vor der allgemeinen Verwunderung verschwunden. Jetzt erreicht cs 120. Auflagen, ruft eine Bewegung pro und contra hervor, wird in illustrirte», wohlfeilen Lieferungen abgesetzt und bereitet Katastrophen für die Zukunft, vielleicht nahe Zukunft,, vpr. Ich kann nicht aniiehmen, daß die. Israeliten, die nach Spanien gehen wollen, wohlhabend und mit Mitteln versehen; sind. Kic. müsse» demnach dort auf WsWdifche Subvention angeiviesen bleiben, oder würdest durch ihre Äerlheiligüng die mageren Quellen reduciren, die der. öffentlichen Wohlthätigkeit;irr Verfügung .stehen.: Beide Fälle wären gleich schädlich: Zsstr ersten hätte man blos die Arche!« in eine Gegend geschickt, die deren nur zu viel, hat' im zrveiten Falle hätte nmn wie absichtlich die Volksleidenschaft aitWÜachelt. „Was rathen Sie also?" werden Sie fragen-, darauf antworte ich: Nichts. Die jüdische Frage-ist für jede andere Action als die der Negierung oder deren unter der Aegide constituirten Autoritäten unlösbar. Die Auswanderung nach einem europäischen Lande kann Individuen helfen, Jetne Löfusrlg aber für die Maffeu bieten. Zu zahlreich wiiw die Emigration und auf Schwierigkeiten