Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1887)
- Date
- 1887-03-10
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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87 Läoser hat. Ohne Häuser giebt es kein Woh- | ohne Wohnen keine Ordrtung, und ohne! Ordnung ist alle Arbeit und Mühe vergeblich.; Zur Hebung dieser Kolonie Ist es vor Allem ' jiiithig. dass die Anzahl ihrer Personen vermehrt; wird, damit sie sich eine feste Grundlage schuf-; jrii kann; mit sieben Familien wird keine Ko-; gegründet. Ferner ist es sehr nöiliig. dass j il..ri weitere Häuser gebaut werden und den; Arbeitern Alles, was sie nüthig haben, gestellt j wird, damit sie ihre Arbeit beginnen und fortj -«-breiten können. — i Sehr richtig handeln die Vorsteher der „Zionsj freunde“ darin, dass sie sich bemühen, die Koj k'iisaiion in TC*» zu heben, dass sie. - v. je man sagt, einzelne Theile Landes von den \ z.gi-uwärtigen Besitzern gekauft und sie einzeln ‘ wieder den Leuten verkaufen, die mit Geldmitt-hi versehen]. nach Palästina reisen wollen, um •i rt dem Landbau obzuliegen. Vor Kurzem kam! Kiut-r mit Familie daselbst an und theilte mit. : noch eine Anzahl von Familien, die ihren j! an T£% bereits erworben.; I ';cd nachkotnmen würden. Möge auch diese j \ K•.]<,.nie mitG.JL vollständig hergestellt werden i n.l immer weitere Fortschritte machen! — j | Die Kolonie "“‘r «»{$■.. ist die einzige von ) \ -nK<dui)ien in Galiläa, über die jeder Zions- : l -•uni sich aufrichtig zu freuen vermag. Feber { i >elhe. in welcher ich Haus. Felder und Wein- : -rubesitze, in welcher ich dem Landbau ob-; j -z** und an der ich mit ganzer Seele hänge. I; ::.u-s ich genauere Mittheilungeu machen. Auch : | K*.l«.nie hat seit ihrer Gründung bis zum 1 1 ••r.igt-n Tage viel zu erdulden gehabt. Wenn; v* auch in der That der j-25 Ü'N“ aller frühe-!? Kolonien ist. so kam sie doch nicht so vor-! - wie diese, trotzdem ihre Verhältnisse die ' \ ' r;:-n. >h-r Boden ein sehr lrachtbarer. klare. :! Kurilen von hohen Bergen herabfliessen 1 sie umgeben, herrliche Gärten mit Frucht-; i un,' n. die wie ein Wald aussehen. in ihr sich;? -- '"U. ihr Klima ein so gesundes ist. dass der | | ' v..n dem bekannten Wohlthäter gesandte; \ :'r- Heliden behauptet, er bezweifle, ob sich; i Y 5;in7: ^lieu eine so gute, reine und gesunde j--iü wie auf dieser Kolonie finde. Viele Um- :;' Veranlasst«! jedoch, dass diese Kolonie ' j*1 'r "rtsdiritte Rückschritte machte, was wir j -’-Jcb jetzt unerörtert lassen wollen. — Bezügiv j des gegenwärtigen Zustandes der Kolonie; i'.cttii man sagen, dass derselbe ein sehr guter •*'- v.a> allein dem Herrn Elias Scheid zu der in hingehendster Weise im C ‘:^ines Auftraggebers, des bekannten Wohl-;,. V-rr handelt und durch den das Heil lür diese •‘/j11: «“wachsen ist. Er ist es, der sie aus 3 :"!r Fedrigkeit erhoben und ihr einen Ehren- | ""l 11111 er allen Kolonien Palästinas geschafft i ' er bemerkte ihren schlechten Zustand, eilte 1 za ihrer Hilfe, setzte den ersten Vorsteher derselben. der jenen verschuldet, ab und setzte einen anderen an dessen Stelle and stüikte und ermutliigte die Kolonisten, die schon allen 3Iath und alle Hoffnungen verloren hatten and regte sie zn neuer Thfitigkeit an. Wessen Vieh alt und schwach und nicht mehr arbeitsfähig war. oder wessen Ochs oder Esel gefallen war n. s. w., erzählte dem Herrn Scheid, was ihn bedrückte, und Dieser versicherte, dass er den Mangel, sobald er nach Paris käme, ersetzen werde. So kam auch bereits von Herrn Scheid die Ordre, dass einem Jeden sein Ochs oder Esel oder was ihm fehle, zu kaufen sei, was auch von dem neuen Vorsteher, Herrn Ben Samuel bereits ausgeliibrt ist. Seitdem letztgenannter Herr hierher gekommen, um *ri2£ tTNI» vorzustehen, ist überhaupt für alle ihre Bewohner eine Wendung eingetreten; mit frohem Herzen liegt Jeder seiner Arbeit ob, Alle sind ein Herz und eine Seele, weil dieser Vorsteher nur unser Wohl und unser Glück zu fördern bestrebt ist. Auch der Gärtner. Herr Dich, der uns ans Paris geschickt ist. timt das Seinige und sorgt für Ordnung in allen Arbeiten auf dem Felde, den Weinbergen und den Gärten, und die Landleute f,dg»*n ihm gern. Dieselben haben die Arbeiten in den Gärten und Weinbergen bereits beendet und auch die letzteren schon umzäunt, und beginnen jetzt die Steine auch aus den Feldern auf/.nsammeln. damit sie nicht bei der Arbeit mit den europäischen Maschinen, die jetzt hierher kommen, hindern, und beobachten genau die Anordnungen des Gärtners. Die Vorsteher sind über die Tliäiigkeit und Emsigkeit der Kolonisten sehr erfreut. Von grosser Trauer war die ganze Kolonie erfüllt, als der Telegraph die Nachricht von dem Hinscheiden der Baronesse, der Mutter des Woblthaters brachte. An demselben Tage noch versammelten sich die Vorsteher und sämmtllche Kolonisten in der Synagoge, und Rabbi David Sehuw. der Lehrer der hebräischen Sprache, hielt eine höchst ergreifende Trauerrede. Nach Vomusseuduug einiger Midraschstellen beschrieb er das Leben der Baronesse und zeigte, welch grossen Verlust besonders die „Zionsfreunde“ durch ihr Hinscheiden erlitten haben. Sämrntliche Kolonisten nahmen eine dreissigtägige Trauer auf sich. — Nach der Trauerzeit folgte die Erntezeit, in der ein Jeder seine Frucht ins Haus brachte, und wenn auch dieselbe in diesem Jahre nicht viel war, (da, wie bereits früher berichtet, wohl viel gewachsen, leider jedoch der beste Theil derselben verbrannt war), so war doch unsere Freude gross; wir hatten die Feberzeugung gewonnen, dass unsere Mühen nicht vergeblich sind. Noch eine gute Neuigkeit ist zu melden. Nachdem sich mit G, H. unser materieller Zustand