Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1887)
- Date
- 1887-03-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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362 gewiesen als die Klugheit gebot, sie hatte keine Verwandten, ihr Gcmüth war verduften, sie war menschenscheu geworden und zog sich von Allen zurück, und ihre Vereinsamung und Verlassenheit war natürlich nicht geeignet die Herbigkeit ihres Scelcnschmerzcs zu vermindern. Sic wurde oft auch als sich überhcbcnd bezeichnet. Manche der zahlreichen Verschmähten sagten — gewiß ohne cs zu glauben, Sara Brack sei eine Stolze, die darauf wanc, das; ein KönigSsohn käme, sie in sei» Schloß als Königin zu führen. Auch das haben wir schon gesagt, Sara war durch das Ableben.ihres Vaters und ihres Verlobten, und durch all die Ümftäude. die sich hieran knüpften, arm geworden. Es war ihr keine große Auswahl bezüglich der Art und Weise, in welcher sic ihren Lebensunterhalt gewinnen wollte, geblieben. In ein fremdes Haus gehen, dort ihre Fertigkeiten zu vcrwcrthen, fiel ihr zu hart, zu schwer! Vor Allem mochte sie sich um feinen Preis von dem Lernen, von dem Einzigen, was ihr auf Erden geblieben, von ihrem Vaterhause nennen, — und wenn sic sich auch von dieser Rücksicht nicht abhaltcn hätte lauen, wenn sic einen „Dienst" hätte suchen wollen, wo einen solchen findend In dem kleinen Städtchen fand sic gewiß keinen, und sollte ein junges, verlassenes, alleinstehendes Mädchen in der weiten Welt ihr Fortkommen suchend Hätte Sara in 'einer größcru Stadt gelebt, hätte sic ihren Lebensunterhalt durch Unten ichtenheileu gewinnen könucn. Sic befaß große natürliche Anlagen, und war von ihrem Psicgebrudcr in zweckmäßigster Weise unterrichtet worden. Michael Klein Hane, während seines Amcnrbaltcs in Nikolsburg, feine zweite Muttersprache, französisch, auch grammatikalisch erlernt, und Sara in dieser Sprache und vielem andern Wissenswerthen unterrichtet. Sara befaß Geduld und Liebe zu Kindern und sic wäre eine vortreffliche Erziehern: und Lehrerin geworden, aber in der jüdischen Gemeinde in W. gab eS keine reiche Leute, die sich den Luxus gestatten durften, ihren Töchtern mcdr als das für Haus und Leben Norhwcndrge lernen zu lassen. Es blieb daher Sara nichts Anderes übrig, als sich durch ihrer Hände Arbeit .zu ernähren. Sie war eine treffliche Näherin, eine kunstreiche Stickerin, cs war ihr keine Arbeit zu grob, zu gering, zu wenig lohnend, keine zu schwer, zu mühselig, zu langwierig. Ta sie schöne Silber-, Goldnub Perlenstickereien verstand und trotz ihrer Armrrn'i noch Im Todesjahre ihres Vaters für die W.cr «rmragogc ein allerdings nur mir Seide, aber höchst kunstreich gesticktes Scfcrthoramäntelchcn, zum Andenken an ihre Eltern verfertigte (den Stofs hierzu harte sic dem Vraurkleide ihrer Mutter entnommen», war sic als Kunflftickeriu in Ruf gekommen, unharte auch aus den entferntesten Thcilcn des Landes, Aufträge .zur Anfertigung von Syuagogcnxaramcnten erhalten, und konnte sich, wenn auäi kümmerlich, fo doch in anständiger Weife erhalten. (Fortsetzung folgt). E « | C tß c «.! OtT' Abonnements- und Inseraten-Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Zraussinann» Buchhandlung: s»r r | Hamburg bei 31. WolMcftuiibt, BuLdandlung, Hcbiboun?ir. 35; nir «>öln bei Sfco Frank, Sreinfrldergakjc 7: H für München bei R. Bcttclhcim»?üitirciai>en 29; für gürtb in Bauern bei M. Törnberger» h-br. u. druische 0 " " ‘ r ” »h B. VrandciS» Buchbanvlung in Prag. g Buchhandlung: i cccccoocccccccccccccccccco Für beit folgenden Thcil ist die Nedaetion nicht verantwortlich. Kr Agriitkil. IJrorurilltn. Mrnör rtr. gür ein bübickeS, tüchtiges Mädchen, aus seiner gamilie. 2> I. alt. mir eige. nem Eeschäike in einer Hauprsradr Banerns, Ml. IO.wO Mitgin. ichöner Ansüruer, febr gewandt im t^eschän und Haus, wird eine rauende Barrre geurcku «trengfrc TiScrerron ans Ehrenwort. Briefe event. mit Pborograpdie besörden uniei 'Jir. 1461 die vfrrtb. d. Bl.; Nccllcs Hciraths-Gcsuch. J ,\ür ein süd. Mädchen ron augrn. Leusr.,! gewandtem Beneburen und ledr tüchtig in - der Hausbaliung wird bed. Berbeirarbung : eine passende Banie gesucht. Mi:gn: 60!» Mk. und vor;. Äusüruer. Ciknin deiorgt dir 0rneb. d. Bl. unter 3. U. ')li. 1455. girr ged.;. Mädchen (\cr.) such: etc:* lang bei »cindern oder alS Lrure der Hau:-'rau 3machenlenmnis'e). Ciicticn an 3. 5loha» 1465») Emmerich o. :Kb. <"Sür mein (?las- und Porzellan Lurr' " fj beschält. Ladbar und .Zrirr.age §! schlonen. ein tüchtiger, runaer Mann omwis gesucht. Äuch sinder ein "cbr ling mir guter Lchuldildnng unter g!-- fügen Bedingungen Luinadme. 1443, ' M. Lalzcr. Lchweinwn S>ch iuLe einen brauen. woblerw>;cr-' und tranigen Lehrling aus ach::-^- ,*caiilier welcher » nü har. die Leiren-neber^ zu erlernen, öinriirr cm 1. Juliimb tlogis int Harne. tzr'ch--' '' 3i. Ltcrndcrg. 3eifcn?ctr-. 1441) Lseilburg a. d. fabn.