Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1887)
- Date
- 1887-03-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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33$ t*r,. „Und bis ins Alter bin Ich cs." spricht Gott. Tic Zeit kann Israel nichts anhaben. Wie der Vogel 'i'hönir, non dem man lagt,- das; er, nachdem er ein Jahr ransend durchlebt hat, sich stets auf's?fcuc verjüngt, um mit frnci-er Iugenokraft das kommende Jahrtausend au;nrre:en. so eracht es dem von 6-ott euvühUeu Volke. 3clL‘fr dann, wenn Israel durch eigenes Verschulden seinestraft eingebüßt hat und alt und schwach geworden ist, wird es iiana-t und rtitrafien durch den allmächtigen Gott *;s r.zr rrrx. „Und bis ins ('Jjeijeiuiiier werde Ich es tragen." •«*. „Ich habe die sair,c Welt crfdiaticn" und v*1 Blciuer Welteulenknng in Israel unentbehrlich. Sellnt, wenn cs in tieiher Gruiedlignuß schmachtet srs ':n\ „so werde Ich es ernvorüebcn; selbst, wenn die Sündenlast cs nicdcröriicti rzzs *;n:, so werde Ich mit unendlicher Langmuth ihre Vergehen ertragen," „und werde Mittel und Wege sinden. sie m Mir yarii(f*>nfü{trcH, um sie von: Untergänge zu erretten." 2o geschah es v.» den Jetten des Königs Ahasver. Als die Äordbefehle Hamans bekannt wurden, da kehrten unsre Voreltern zu unsrem Vater im Himmel zurück, tcrcntcu ihre 2iiiibcn, üiatczi Buße in 2aef uttdAsche, veranstalteten ein großes Janen nud erste!,ten die Gnade des einzigeu Retters und Helfers, lind Gott sah ihre Buße, iaud Wohlaciallcr. au ihrer .stücklehr und Nene, rettete sie nicht nnr vom Verderben, sondern hob sie auch lioch empor. Gr rührte sic zurück in das ^aud der Vater, lies; sic 2ein heiliges HanS wieder erbauen, aus das; sic das neue Jahrtausend in frischer Ingcndkraft antrctcu konnten. seitdem sind mehrere Jahrtausende Versionen, seitdem war Israel viele Male an dctt .stand des Abgrundes gekommen, und stets hat uns Gott in Seiner unendlichen Gnade vor dem Sturze bewahrt und zu neuem Leben geführt. Auch wir leben in einer Periode der untern Auslösung und Zerrüttung: auch in unserer Zeit behauptet man. Israel sei alt geworden und stehe im Vcgrisie, dahiuzuststw-ridcu, wie ein altersschwacher ('-'.reis. Von den Geboten nuferes Gottes be- IjamUct man, sic feien veraltet und nicht mehr -zeitgemäß. Betrübnis; ergreift jedes indisch fühlende Herz, we:tn mau sieht, wie in allen Gassen der Sabbat entweiht wird, der heilige Tag des Herrn, wie in allen Winhshäusen: von den Löhnen unseres Volkes die heiliger: Sveisegesexe veilem werden, wie selbst die erhabenen Gchegeseve — die eigentliche Grundlage des Bestandes unseres Volkes — nicht mehr beachtet werden. Firste war es vor einem Jahrhundert noch soviel bester! Tamals bchartte die weitaus große Mehrzahl der Israeliten Teutschlauds in der alten Treue zu Gott; damals wurden die Verleger der Gottcsgedote verachtet und ferngehalten; damals wurde die Heranwachsende Jugend noch eifrig in der GottcSlehrc unterrichtet. Und heute'? In den größten Gemeinden gibt es nur eine verhälmistmäßig kleine Minderzahl, die treu fesrhälr an den Vorschriften unserer heiligen Religion. Was soll daraus werden, wen» das fs weiter gebt? Und dennoch, dennoch zagen und bangen wir nicht für die Zukunft unseres Volkes. Gott, der Allmächtige, der Schöpfer des Weltalls, ist unser Hott und urtscre Zuversicht. „Uitd bis ins Alter bin Ich es und bis ins Grcisenaller werde Ich Israel ertragen!" Leidst wenn die Sündenlast Israel mederdrückt, so wird Gott uns nicht mit einer andenr Ration vertauschen. (5t, der die ganze Welt erschaffen. wird uns die Wege führen, auf denen wir za Ihm znrückkchren, auf daß Gr uns vom Untcrange errette. Tie treuen Gläubigen in Israel, e sind der Bestand unseres Volkes. Und wenn Tausende verdorrter Blätter von seinen Zweigen iriederfallen, vorn Winde verweht oder von Menschen und Thieven zertreten werden, so wird der Stamm dadurch seine Lebenskraft nicht verlieren. Geduldig harrt er dem Frühlinge entgegen, der ihn mit neuen Blattern und Blüthcn schmückt. Wir gehen nunmehr dem Pnrimfcste entgegen, dcstcn wunderbare Geschichte uns die dreifache Rettung unseres Volkes lebendig vor Augen ^führt. Auch gegen uns erheben die Feinde unseres Stammes und unserer Religion ihre Häupter und möchten Mordbefchle gegen uns erlösten, wie Haman einst gethan. Viele von ihnen sind bereits zn Schanden geworden, und die noch Uebriggeblicbcncn werden demselben Schicksale nicht entgehen. Wir fürchten nicht ihr wüthendes Anstürmen: ihrcRathfch'üne werden zerstört und ihre Pläne werden vereitelt. denn ml: uns ist der allmächtige Gott. Schlimmer aber als diese Feinde ist die Zerfahrenheit m unserer eigenen Mitte. Ten .Ztampf gegen die äutzcren Feinde können wir getrost dem allmächtigen Beschüber überlassen. Zur Bekämpfung aber des inneren Feindes müssen wir selbst uns waffnen. müsien die Wege suchen, tun der Gleichgiltigkeit, dem Leichtsinne, der Treulosigkeit, dem Abfälle von Gottes heiligen Geboten, den Irrlehrern in nuferer Mitte entgegeuzntreten und sie siegreich zu dckämvstv. Wenn wir auch klein sind an Zahl und schwach a:: ttrart — es ist der allmächtige Gott, der uns stuLt. der uns trügt, der uns erhebt — <5t wird uns erraten. —