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Der Israelit · 1887-03-03 · Heft 18 (3.3.1887) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 18 (3.3.1887)
Date
1887-03-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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t/ö'3 ZimiM' der Gonvernante schwerlich betreten. FGu von Metrfefd ^lanbte es daher, wagen. zu könnet!, den Musch deb Gräfin zn/ersnllen, iliii so >itehr. als sie borüus.znsehen glaubte, das;.wenn sie zögern "würde, dieser WnM sich. M Bedingung imiwandelil. wurde; und das; sie die Pathe der GGsin Walcwska als Gouvernante ihrer Töchter sich n'm keinen Preis entgehen lassen wollte, das M>' von Anfang an ihr fester Beschluß. Fhr erschien Marinas Stellung in ihren! Hanfe -von so hohem Werth, das; sie mit ihretwillen selbst einen tninflift mit ihren! Sohne.-nicht gescheut halte, ob-, gleich sie stets bestrebt war, in möglichst -gutem (Einvernehmen sich mit iljm. zu verhalten. . Das ward der leichtlehigeii F-ran nicht immer ailm' leicht. .Alcrander, gns anSdrnctlichem Wunsch seiner froinnirn Mutter, in einem streug-rctigiösen Fnüitnle. einer der grösjlen Genieindcn Mittcldentsch-' laiids rr.chgen, wai' ein dnrch und durch gebildeter Mann, sowohl in profanen Fächern alS auch in. rcn'speeietl jüdischen Wissenschaften. So. länge,, stme. Mutter'lebte, Hane auch sein Vater in jeder Vcsichnng einen echt. jndisclwn Lebenswandel ge- - iiihrt. Doch nach dcm^Tode seiner ersten Frau hatte er ein schönes; gntisiüthiges, in religiöser Beg'chnnsi jedoch rttvas' 'leichtfertiges Mädchen, geheim >oUt<t, deren oberflächliche Bildung dem in jener Vcsiehnng Ungebildeten imponirte, und der es lsierdnuh ein Leichtes war, ihn zu mancherlei G-oneeslivncn auf religiösem Gebiete zu bewegen. Doch in seinen letzten Tagen hatte dieses mit Oü’ittiuT* schwere sein Gewissen gedrückt: gegen seinen Sohn, nitt den, er in den letzten Fahren wenig yarmonirt, balle er sich wiederholt.'darüber ausgesprochen und vorwiegend aus diesem, (gründe chatte er de» ernslgcjimüeii jungen Man'» zum Vormund der. jungen Schwestern ernannt. Frau von Lilienfeld hatte wiederlullt versucht, auch ihm wie ihrem (gatten einst, zu "Nponim,; doch so achtungsvoll er ihr als feiner, Mmter begegnete, so lies; er sich'doch nicht zu den geringsten Concesstvilen bewegen, und als er sie einst am Sabaat in dfti Wagen steigeii sah und horte, wie sic den .Bindern znries, chr zu folgen, ' da hatte er seine Schwestern, zurück in dqs Hans, geführt und ihnen verboten, der Mutter zu gehorchen. . lind in einer darauffolgenden Auseinan- Grsetzuug mit. der 'Sülch sein schroffes Vorgehen bestldrgchn Dansthatrie er ihr mit der größten .Gntichiedenhett erklärt,, daß er nimmer zugeben werde, Gß seine Mstndcl die SWatgesetze verletzen, son- Kti.l sich, geriöthigt. sehen weroe, dieselben religiösen Sünden chir'EH.schutM'W. übergeben, wenn ihre Muster in ihrer Gegenwart religlonsgrsetzliche Vorschriften nbemetm werde. ' - Das; er berechtigt war, seine Drohung wahr machen, das' wilsste Frau von Listenfeld nitd sic hielt ihn'einer derartigen HerzenSrvhhcit, wie sie' es für sich nannte, auch fähig; darum wich sie, so viel. als ihnnlich', jedem Gonflict mit ihm aus. Als eine» überaus glücklichen Zufall, für sich nannte sic es sogar „eine Fügung," betrachtete sie Alexanders Abwesenheit beim Gintritt der neuen Gon» vernante. -, - ' Ten '.Lindern war der Betschemel und das Kreuz doch ausgefallen, sie hatten die Mutter nach dein Zweck derselben gefragt. Frau von Lilienfeld hatte ihnen erklärt, daß das Fräulein eine fromme Katholikin und als solche beides, beim Gebet-benütze. Daß es jedoch unstatthaft,, über derartiges zu sprechen. > Jeder wahrhaft Gebildete achte daS Glaubensbekenntnis; eines Jeden jt.iib halte sich nicht, einmal berechtigt, mit einem Dritten über dasselbe'zu sprechen. Sie lwff'te hiedurch vorzu-j beugen,. daßdie Kinder gegen den Bruder der! ihnen seltsam erscheinenden Gegenstände erwähnten.! ' , Am folgenden Tage sollte Marina ein.kleines .Gramen vornehmen, um nach demselben zu bestimmen, rvelche Lehrbücher mit auf die Reise genommen werden sollten; denn während des mehrwüchcntlichcn Aufenthaltes im Seebade wüten7 die Kinder durch Unterricht zwar nicht sehr angestrengt werden, doch auch nicht ganz feiern. i! Rtarina, die sich von dem Wi/scn und der Fähigkeiten ihrer Schülerinnen bald überzeugt hatte, machte den Jorschlag, für die nächsten Wochen sich hanptsüchlich auf den mündlichen Unterricht in fremden Sprachen, zn beschränken, zu dem sie keine Lehrbücher beiiüthige und denselben auch beim Spazierengehen ertheilen wolle. ,. Die Kinder waren über diesen Vorschlag über« .glücklich, sie waren den Lehrbüchern nicht gstzuhold, und auch Frqu von Listenfeld stimmte'gerb zu; -es erschien -ihr überaus'nobel, daß ihre-Töchterallst dcii Spaziergängen im'Bade mir französisch oder englisch sich unterhalten sollten. . Rdarina fühlte sich in ihrem Wirkungskreise sehr bald heimisch und glücklich, weit glücklicher als sie sich je im Palais der Gräfin gefühlt, obgleich auch diese ihr stets mit Liebe' und - Freundlichkeit begegnet >var und Balerina sie aufrichtig schätzte. Aber die Freundlichkeit der Gräfin und deren Tochter hatte sie stets als Wohlthat empfangen, und. so aufrichtigen Dank sie ihnen schuldete, fö chatte sie doch stets die Herablassung beider empfunden, F-ran von Lilienfeld hingegen begegnete ihr

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