Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1887)
- Date
- 1887-03-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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309 5 mid gcmüthvollcr Weise die Veranlassung de- Festes, sowie die Verdienste des Mannes, dem die Feier de- Tages galt. Len letzten Buchstaben der rr>m mit dem ersten zu zb verbindend, hob derselbe in schwungvoller Rede besonders die Eharakrcreigenidiafirti des Gefeierte.", hervor und wie gerade diese Herrn Wolf, wie selten einen anderen, zum Thora- Idircr befähigten. Als zweiter Redner trat Herr Ltminarlchrcr S ch w a r z s ch i l d auf. Herr Schwarzschild scienc Herrn Wolf als Lehrer. Anknüpfcnd an den dreimaligen s^r-Ruf, der an Josua, den Führer und Leiter des Volkes Israel, erging, suchte der Redner in einem wohldurchdachten, styl- und gehaltvollen Vortrage die Faktoren zu cruiren, durch die ein Lehrer erfolgreich wirken könne und fand als Erklärungsgrund für das glückliche Gedeihen der n"n rron die harmonische Vereinigung eben dieser Faktoren, einer guten, die geistigen Fähigkeiten sowohl, als die sittlichen Willenskräfte seiner Hörer bcrnctsichtigendcn, Methode, eines trefflichen Beispiels und fcifcnfcücii Gotlcsvertraucns — er dem Manne, der jseir einem Vicrteljahrhnnden der rrcrs als Lehrer vorsrehe. Hieran reihten 'ich noch eine Anzahl Toaste, thcils ernsten, thcils humorvollen Inhaltes, bis in später Stunde die «''.cscllschast in der animirtcstcn Stimmung mit dem Wunsche sich trennte, recht bald wieder in ähnlicher Veranlassung sich zusammen finden zu können. Italien. Rom. Ter Führer der vier Iusantcriccompagnicn, welche die Regierung im vergangenen Monach Matsouah lÄbcnynien) schickte, war unser Glaubensgenosse, Major Olivetto. Man spricht davon, daß Oberst Giuseppe Ottolcnghi (Israelit) demnächst znm General avancircn werde. Tas officiösc Organ des Laticans ,0r-r-t-r- Ikomrtno" drückt in mehreren Artikel seine Befriedigung darüber aus, daß in Italien der Antisemitismus keinen Gingang gefunden. Frankreich. Paris. In der Kirche St. Philipp hielt »lobe Fr^mont, einer der beliebtesten hiesigen Kanzclrcdncr, eine geharnischte Rede gegen Trumont's ,rranee Juivt*4*, in welcher er die verabscheuungswurdigeu Gehäffigkciten dieses Antisemiten ins richtige Licht stellte. England. London. Ein Herr E. W. Meiler, Mitglied Dcr ^reimauerloge „Mizpah* macht allen Ernstes den Vorschlag, die Loge möge Gelder zum Wiederaufbau des Tempels aus dem Berge Moriah in Jerusalem sammeln und der Grundstein des Gebäudes soll dann dnrch den Prinzen Wales von England an dem demnächnigen Reaierungsjubiläumstagc dcr.Königin Vicroria gelegt" werden. Ter Grundstein soll zuvor eine Rundreise durch die Welt machen, damit die nöüngcn Gelder zusammkommen. Ein solcher Vorschlag kann mir dem Gehirn eines echten Engländers entspringen. Ter Herr verfügt bereits über das Eigeuihumsrechls des Berges Moriah, als wenn die Türkei nichts mehr drein zu sprechen hätte. London. Ter verstorbene Mavor S. 2>aac, der Erbauer des Mcrsey-Tunnels, har verschiedenen Wohlthärigkeitsanstalien nicht unbeträchtliche Legate hintcrlancn. In seinem Testamente setzte er fest, daß seine Enkel (Kinder seines verstorbenen Sohnes) nur dann auf ihr Erbthcil Anspruch machen können, wenn sie im väterlichen Glauben verharren: bei einem Glaubcnswcchscl oder bei Eingehung einer Mischehe verlieren die Betreffenden 4/5 des siipulirtcn Vermögens. Türkei. Konstantinopel, 15. Fcbr.*) Am Samstag wurden hier zwei große Feste zum Bortheilc der armen Israeliten unserer Stadt gegeben, worüber die auitlichc „La Turqnie“ folgenden Bericht veröffentlicht : „Man könnte glauben, daß diese zwei mildthätigcn Unternehmungen sich vereinigt haben, weil sic an dem gleichen Tage ihre Feste vcran- Üaltctcn, dem ist aber keineswegs so. Tie zwei Festlichkeiten haben wobl zu gleicher Zeit siattgcfunden, doch hatte ein jedes derselben sein eigenes Publikum und auch seinen eigenen wohlthätgcu Zweck. Nichtsdestoweniger gab cs unter den Gästen auch solche, welche, um ihr wohlihänges Gcwiffen zu beruhigen, zuerst das Fest iui neuen französischen Theater (zum Zwecke dcr Gründung eines deutschjüdischen ^pitalcs hier) und hernach das im Theater des PeritS-Ehamps lzur Erhaltung der deutschjüdischen Schule unserer Stadt) besucht haben. Im neuen französischen Theater bemerkte man sogar auch viele junge Leute, die zwar den angesehensten und reichsten Familien Konstantinopcls angehören, die aber mit dem Judemhume gar nichts gemein *) In »Zolgr von Lchveevmvrhungka im Balkan ist die rürki'che Post um :rhn Tage vnspäm angtfemmn. Arrmnk. d. Rrdattion.