Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1887)
- Date
- 1887-03-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVIII. Jahrgang. J[» Der Israelit. ©in Eenlrat - Hrgan für das oriöodo.re AudenLhum. Hcransgegeben von I>r. Lehmann in Mainz. Donner st ag, den 3. März 5647 (1887). Leitende Artikel. Ire dreifache Rettung, in. Mainz, 28. Februar. Im lif». Psalm finden sich zwei Verse, die '"L?,n widersprechen scheinen. Dieselben lauten: rui?h? Nvr2 irre?? by *2:n rr „Fürsten haben mich verfolgt ohne Grund, und vor Deinem Worte fürchtete mein Herz. Ich neue mich über Deinen Ausspruch, wie Jemand, 'c: viel Beute findet." Der Widerspruch liegt auf der Hand. Im uu. Verse sagt David, das; vor (Lottes Wort fein H:rz angsterfüllt gewesen sei; und gleich darauf 'ügr er hinzu, dag über Lottes Ausspruch er sich wormiglich gefreut habe. — Die meisten Grklärcr!cgc:r die Verse folgendermaßen ans: Wiewobl Zürnen mich ohne WmnD verfolgt haben. so bade ich mich doch nicht vor ihnen gefürchtet, sondern lediglich vor Gottes Wort, über das ich :n:ch stets wonniglich gefreut habe. — Unsre geehrten Leser sehen, daß diese (yrflärnng eine gezwungene in, ba die Worte „sondern lediglich" sich in dem bctrcncuden Verse nicht vorfindm. Wir wollen daher, entsprechend dem von uns im vorigen Kapitel dargc- If-nrfn Unterschiede zwischen -Tn und -rx eine anvr* ‘'Tflörung, die uns einst von unsrem verehrten ^tcunde. Herrn Cohn in Aurich, im Namen seines venwigren Vaters mirgetheilt wurde, nniern Lesern vorrührcn. Im l. Brrch Samuel C. l7. D. 7,7»—58 wird erzählt: Und als Schau! den David sah, wie er dem Philister entgegen ging, sprach er zu Abner, »yeldherrn: Westen Sohn in dieser Knabe, Und Abner sprach: So wahr du lebst. o König, ich weiß es nicht. Und der König sprach: Frage dn, wessen Sohn dieses Kind ist. Und als David znrückkehrle, nachdem er den Philister erschlagen haue, da nahm ihn Abner und brachte ihn vor Schaul, und das Haupt des Philisters war in seiner Hand. Und cs sprach zu ihm Schani: Weilen Sohn, bist du, Knabe? Und David sprach: ein Sohn deines Knechtes Iischai ans Bcth Lechem." Im Talmud Iebamoth 76st. wird über diese unverständliche Frage Schauls die höchste Verwunderung ausgesprochen. Wie war es denn mögUch, daß Schaul den David nicht kannte und nicht wissen sollte, wessen Sohn er war? Lesen wir doch im 16. Kapitel des ersten Buches Samuel, daß, als Schaul den Befehl Gottes im.Kampfe gegen Amalck nicht vollständig ausgesührt hatte, er durch einen von Gott geschickten Geist der Betrübnis; und der Schwermut!) gcängstigt wurde. Ta riclhcu ihm seine Diener, daß ein des Harsenspicls Kundiger vor ihm spielen solle, damit der Geist der Schwermut!) entweiche; zu diesem Amte schlugen sie den jungen David vor. „Und Schaul schickte Boten zu Iischai und ließ tmn sagen: Sende doch zu mir deinen Sohn David, der dir die Schafe . hütet. Und Iischai erfüllte die Bitte des Königs. Und David kam zu Schani, und der König gewann ihn lieb, und er ließ dem Iischai sagen: Möge doch David bei mir bleibe». Und cs geschah, so oft Schani gcängstigt wurde, so nahm David die Harfe und spielte mit seiner Hand; dann ward es dem Schaul leichter, und cs that ihm wohl, und cs wich von ihm der böse Geist. Erst, als der Krieg ausbrach gegen die Philister, kehrte David nach Hause zurück, von wo er später von seinem Barer nach dem Kriegsschauplätze geschickt wurde, um seinen beim Heere stehenden Brüdern Lebensmittel zu uberbringen. Hier hörte er, wie der Niese