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Der Israelit · 1887-02-28 · Heft 17 (28.2.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 17 (28.2.1887)
Date
1887-02-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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299 an die 3. und 4. Commission zu näherer Prüfung in Gemeinschaft mit dem Eonsistorium. insbesondere auch zur Ermittlung eines geeigneten Platzes für einen Neubau beschlossen. Ich werde Ihnen s. G. w. später über diesen Gegenstand des Näheren berichten. P a l L st i n a. Hebron. Ein im Dienste der Mission stehender angeblich auronsirtcr Arzt, der vor Kurzem sich dabiernicdcrgclassen, wollte scincKunst auch zurLeelcnsängcrei benutzen. Die Negierung aus sein Treiben aufmerksam gemache, verlangte seine LegitiwationSvapiere, die samrnttich gefälscht waren. Es stellte sich heraus, das; er gar nicht Arzt ist. Mit Schimpf und Schande mußte er die Stadt verlassen. FeuilLetou. ßine jüdische Korschungsrcisc in Arabien.*) Unsere Reisenden mochten ungefähr zwei bis drei Stunden geschlafen haben, als sic plötzlich durch einen Lärm geweckt wurden. Sic horchten auf und Körten nun. wie man sic von der Gapc aus beim Namen rief und gleich darauf wurde auch ein Schuß abgcfcucrt. In Arabien, wo cs an den Häusern keinen Glockcuzng gibt, pflegt man nämlich deren Bewohner durch einen Rcvolvcrschuß zu wecken. Ter Hausherr sprang nun von seinem Lager auf, neigte sich über die Brustwand der Terrasse und fragte, was cS unten gebe. Wir gehören der Karawane an, die heute anS Asmieh hier cingetrossen iß, antworteten ihm mehrere Stimmen von der Gasse herauf. Leider ist unser Mitreisender Abulfadhi loebcn von einem Schlaganfalle betroffen worden, und da wir gehört haben, daß Dein Sohn ein trichngcr Arzt^sci, so bitten wir Dich, laß ihn mit uns vor das Thor, wo wir lagern, ziehen, damit er dort den Kranken besuche. Hckim(Arzt) Zadik, der dem Leser schon bekannte Sohn des Hausherrn, kleidete sich nun schnell an und begab sich zu dem .Kranken. Als er nach einer Stunde wieder bcimkehrtc, da thellte erden zwei Reisenden mit, das; dieKarawane ch »rolge des Krankheitsfalles heute ihre Reife nickt lorrictzen werde, womit diese auch vollkommen cruvcmanden waren, da sic nun so den Sabbat gehvng feiern werden ' können. Unseren Glanbcus- .nrdcrn im Oriente ist cS nämlich gestaltet, auch *) €k$e 3h. t. am Sabbat mit der Karawane zu reisen und zwar wegen r-Ttz rvw2 (Lebensgefahr), da sie sonst allem die Reise sortsepcn müßten und sich s» der Gefahr aussctzen würden, die Beute wilder Tüiere oder Wegelagerer zu werden oder auch auö Wassermangel zu verschmachten. Unsere zwei Reisenden konnten nun heute die übliche» Gebete mit Mknsau verrichten und wurden sic als Gäsie selbstverständlich auch zur Thora gerufen. Das Frühstück (El-Fatir) bestand heute, da des Sabbates halber kein Feuer angezündct wurde, aus einem Glase mit Branntwein vermengten Palmwein. Tatteltuchen. Ziegenkäse und Milch. Die Hausfrau brachte hierauf eine Schüssel mit gerösteten Mcloncnkörncrn, mit denen sich nun die Männer die Taschen füllten und dann cinen Spaziergang zur Karawane machten. Im Oriente ist cs nämlich üblich, daß die Juden am Sabbat und den Feiertagen in ihrem Sladtviertcl promemrcn und dabei zur Zerstreuung geröstete Mclonwkörncr kauen. Bon der Karawane hcimgekehrt, stattete die Gesellschaft dann den angesehensten Inden des Städtchens Besuche ab und wurden sic überall mit Palmwein, Tattclkuchen und Früchte» bewirthct r-a-aa rcarrä na, um mir recht viele ScgenSsprüche machen zu können. Während dieser ihrer Besuche erfuhren sie, daß der erkrankte Abulfadhi gestorben sei und noch im Lause des Tages bestattet werden wird. Ihr Mittagessen nahm dann die Familie Sid Barnch s, da cs heute ungemein heiß war, im Keller des Hauses ein, und bestand dasselbe aus Rcisktößchcn mit Hühnerfleisch gefüllt, in Olivenöl gebratenen Eiern, Hammelfleisch mit Kürbiß-Salat, einer Art Törtchen in Sonnenform cSchcmßich) mit Apfelschnrttcn und Mandeln gefiillt, kaltem Huhn mit einer Essigsauce und scliließlich kleinen mit gestoßenem Reis, Pfeffer und Kalbfleisch gefüllten Würstchen. Letzteres Gericht ist die Pieee <le resisiawe bei den arabischen Juden, weil aus dasselbe der Wein vortresflich mundet. Tie Reisklößchen, die gebratenen Eier und die Würstchen wurden noch Freitag Abends in einen Haufen glühender Kohlen gestellt, um sie so wann zu halten. Tic arabischen Juden nennen solche in Kohlen gewärmte Speisen „Tabit" „(Ucbernachtet)" von Zabat" übernachten, während die syrischen Juden dieselben „Hamm" und die europäischen „Sdjolct" nennen. Nach dem Essen folgte dann die Siesta, indem sich nun alle Hausbewohner im kühlen Keller einem süßen Schlaf Hingaben. Tie Mizwah von „Scholosch Sudoß" oder wie die arab. Juden sie nennen, „El-Tlata," wird auch in Arabien strenge inncgchalten und wird das betreffende Mahl der

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