Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 16 (24.2.1887)
- Date
- 1887-02-24
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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haben, für mich eiuzntrelcn und yi imervcniren. •ftciT Wirklicher Geheimer-Medizinal-Ratü Tr. K ri- »1 c 11 c i', Lorstand des isr. GemeindebundeS, wollte sich nach der mir vom Herrn Obcrrabbincr Tr. Zuckermaudel in Trier zugegangenen Blinheilung für mich verwenden, mehr weiß ich nicht. Wer rcrrhet und hilft mir und wer löst mir das Räthfel? Moritz M ay, Lehrer. f g h a n i ft a n. Bnlth am Auru-Darja. El-Ehidr ist geftordeu! Tie werden nun wohl fragen, wer war Cvl=(5I)il>r und was hat er für sein Volk und seinen Glauben geleistet, das; ein jüdisches Blatt seinen Nekrolog veröffentlichen foll V Nun. El-Ehidr war die populärste jüdische Persönlichkeit im südlichen Turkeftan, der es, gänzlich abgesehen von seinem streirgreligiösen Leben, seinem sonderbaren Broderwerb und seinem milden Sinne, schon durch seinen seltenen Lebenslauf verdient haue, daß ihm irgend ein jüdisches Blatt — die Juden 'Mittelasiens bejiöcn leider noch immer kein öffentliches Organ und muffen sie sich daher, wenn sie irgend eine Mirrheilung ihren übrigen Glaubcnsbrüdern in der Tiasvora machen wollen, an irgend eine europäisch-jüdische Zeitung wenden — einen Nachruf widme. Es werden jetzt ungefähr fünfzig Jahre fein, da tauchte im südlichen Turkeftan rin Jude auf, der nch Eliahu Turli nannte und anfangs mit europäischen ff-alanreriewaaren: Fcdermcncrn, Scheelen. Bändern u. s. w. hausiren ging. Er sprach ein wenig Tsagarei «Osttürkisch), auch etwas Hebräisch, Englisch und Rmsisch. Er gab an, ans Zndien zu kornmen, welches Land er dcßhalb verlassen habe, »vcil dort, besonders im Norden desselben, nur wenig Juden leben und er sich gerne unter Glaubensgenoffen bewegen und ernähren möchte. Er habe nun das Hindulnschgebirge überschritten und die beiden Mlmnaia Badachschan und Manrifmn dnrchrvandert. um nach dem südlichen Bokhara zu gelangen, wo ein wirkliches jüdisches Leben herrscht und er fick daselbst auch leicht ansässig werde machet« können. Mehr wollte er über seine Bergangenheit nichr mittheile». Dagegen behaupteten Andere, daß der fremde eigentlich ein Berbannter in den sibirischen Bergwerken gewesen sei. von «vo er sich dann i:ach Tnrteftan geflüchtet habe. Andere wollten wieder wissen, derselbe sei ein geheimer Agent der russischen Negierung und durchwandere er in ihrem Aufträge Mittelasien, um eine Beschreibung der Länder und Staaten daselbst znsammenzustellen und nach Petersburg zu senden. Einige meinten wieder, der fremde sei eines schweren Verbrechens halber aus Ruff land entflohen und nach Mittelasien gekommen. 2? hatte sich um den Emigranten ein ganzer Sagenkreis gebildet und ihn so auch höchst populär.uÄ berühmt gemacht. Tiefer selbst fehle indcß leine Beschäftigung ruhig fort, verheirarhele sich mit einem Mädchen aus Hiffar und suchte seinen .Kundenkreis irrrrrrcrmchr zu erweitern, indem er mit seinen Waarer. auch in die entlegendsien Gegenden Turkeftans vordrang und dieselben dort auf den Marktplätzen feilbot. klebst mir Galanteriewaarcn hausirte er später auch mit Tevhilin, Sidnrim, Zizith etc., die er aus Bockhara oder >thi«va bezog. Nebstbei war er anL ein Tallal «Ehevermittler) und. hat er zahlreiche jüdische Mädchen glücklich unter die Haube gebracht. Maut er ittm in eine fremde Stadt, so bot er während des Tages seine verschiedenen Waaren fei», während er des Abends wieder eifrigst Ehen vermittelte. Schließlich war er auch noch ein „&ubraui" «Gräberbcfucher). Wollte nämlich eine Jüdin aus Bokhara, die in >lhi:va oerheiralhet war. am Grabe ihrer verstorbenen Mutter — in Mittelasien, wo das Reifen nur mittelst Karawanen geschieht, ist der Gräberbesuch sehr erschwert, auch kostspielig und zeitraubend — ein Gebet verrichten lasten, so gab sie nur El-Ehidr den Auftrag dazu und ar:Ä eine kleine Geldspende, der darm, wenn er nach Bokhara kaut, die erhaltene Ordre «nffs Gewitlenhaftestc vollführte. Eliahu Turki wurde dadurch höchst populär in Turkeftan. Mag nur. lein, weil er ein Namensbruder deS Propheten Eliahu war. oder auch, weil er jahraus jahrein kn der Welt umherwanderte oder auch, weil er die Gewohnheit hatte, wenn cr in ein jüdisches Haus kam. solange vor der Tdüre zu steheit, bis der Hausherr herauskam und ^hn zum Eintreten einlnd, so wrc man es am Pepachabend mir dem Propheten Eliahu rnacht, immcrhtn wurde er scherzweise El-Ehidr genau»!, rin Name den die Orientalen gewöhnlich dem erwähnten Propheten beilegen. El-Ehidr heiß: nämlich im Arabischen der Ewiggrüne, der Unsterbliche. daher eine paffende Bezeichnung für den Propheten Eliahu. So durchzog nun El-Ehidr Turkeftan, in der Kreuz und Ouere, verkaufte hier cm Paar „extrc feine" izrrzrz) Tephilin, dorr wieder ein kostbares Fcderme)«erchen aus Birmingham, brachte eine arme jüdische Waise ans Kitab nach Khiwa unter J>if Haube, führte einem reichen Seidenhändler für denen einzige Tochter einen tüchtigen Bachur «Talmudgelchrren» zu. oder wallte auf die Friedhöfe hinaus und berere dorr für die Seelenruhe thcuerer Todrev-