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Der Israelit · 1887-02-24 · Heft 16 (24.2.1887) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 16 (24.2.1887)
Date
1887-02-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XX ^VI. Jahrgang. * 3 j 4 i i * Zweite Beilage zu Kr. 16 des Israelit. Zertongsnachrichteu und Correfpondenzen. Deutschland. Rhaunen, 14. Febr. 2ch erlaube mir, die Spelten Ihres gesch. Blattes in einer für denen Lesekreis intcrepantes Nnicum in etwas ausgiebiger 'iikiic in Anspruch zu nehmen; und bat dieses llnicum für meine bayerischen Landcsbrüdcr große Wichtigkeit, cs gibt nänUich über das Thema des Liedes: Was ist des Deutschen Vaterland? einen cigentbümlichen Aufschluß: Zur Lache! Ich wurde tt. Dccrcr der Hohe» König!. Negierung zu Eoblcnz nach Einsendung meiner Zeug« iiine über Führung und Qualifikation, unbeanstandet im August 1884 als israel. Lehrer, Eantor und Schächter im Orte LauterSweilcr genehmigt; sungirte hier mit bestem Erfolge lr. Zcugniß zwei volle Jahre. Im August 188« bezog ich in gleicher Eigenschaft die eine Sttmde entfernt liegende Stelle zu Rhaunen auf dem Hundsrück. Am 13. August 188« reichte ich meine Zeugnisse mit einem Gesuche an die Hohe König!. Regierung zu Trier um Genehmigung beim hiesigen Bürgermeistcramte ein, am 20. Oktober kam eine Verfügung der Kgl. Regierung an, daß in Folge der Landrathlichen Randbemerkung vom 30. September (47 Tage wären auf Grund des £ 71 Abschn. II. des Grieses für die Iudenfchaft vom 23. Zuli 1847 die Genehmigung versagt wird. Das Gefcv lautet: Daß alle Richtpreußcn als Ausländer bettachtet und als isr. EultuSbcamte nicht zugelaffen werden. Auf meine sofortige Recoursbcschlvcrde, die ich statt direkt an den Kgl. Obcr-Präsidcnten nach Eoblcnz zu machen irrrhümlich an daS Kgl. Brenß.Eulrusministcrium richtete, dann später auf eine an den Obcr-Präsidcnren eigens nochmals gerichtete Beschwerde und Bitte um Aufhebung besagter mir undenkbaren Verfügung, habe ich auch nicht eine ttnzige Beantwortung erhalten. Zweimalwiederholte ich sowohl beim Ober-Präsidenten als auch beim Enltusminister meine Bitte, aber stets ohne stets das permanente Schweigen. Endlich, 2ls ich mich um Hilfe an den deunchen Reichs- . kanzler gewendet, bekam ich einige Tage darauf! vom Errltusminister Nachricht, daß die „Erörte-! rnn g c n" noch nicht geschlossen seien. Dieses geschah im Mona: Dezember: seit dieser Zeit habe ich noch weiteres Stillschweigen trotz wiederholter Anfrage bein: Minister und beim Ober-Präsidenten zu verzeichnen. Heute habe ich rnich nochmals an den deutschen Reichskanzler gewendet um Abhilfe refp. Beschleunigung. Auch habe ich, alSSe. Kgl.Hoheit Prinz Luitpold von Bayern in Berlin war, uiich an denselben um Intervention gewendet, aber aych ohne Erfolg und ohne Antwort. Bezeichnend ist noch, daß in Reg- Bez. Eoblcnz, Tüncldors und Wiesbaden überall „Bayern" als isr. Lehrer undEultusbeamte angcstcllt und genehmigt sind. Ich frage mm: Was ist des Deutschen Vaterland nach der Ansicht der Regierung von Trier? DerArti kel 3 der deutschen RcichSverfassung sagt, daß Angehörige der BundeSstaateu nicht alSAuslüudcr betrachtet werden. Wer gibt mir einen Rarh. was zur Beschleunigung der Sache zu thun wäre? Für eine andere Stelle kann ich mich nicht melden, weil der Oberpräsidcnr in (5oblenz meine Zeugnisse < Originale) mir noch nicht retournier har. Mein Vertrag ist zwar nach Ansicht dcS Kgl. Amtsgerichts auf Grund dcs 1184 des Eod Eov. nicht ungiliig, allein die Mitglieder der isr. Religionsgcscllfchaft hier sind der Ansicht, wenn nicht gedient wird, brauche man nickt zu zahlen, und haben zum Theil die Berufung an das Kgl. Landgericht Trier ergriffen. Wie cs mir nun mit meiner ans 0 Köpfen bestehenden Familie ohne Einkommen, fern von der Heimarh (nach Ansicht der Rg. zu Trier im fremden Lande», ohne Existenzmittel zu Murhe fein mag und isi, kann sich kein Mensch denken. ES ist bezeichnend, daß der hiesige Bürgermeister auf strenge Befolgung der Verfügung der Kgl. Regierung sicht. Er hat schon, a!S er erfahren, daß ich während des AblefenS der heiligen Thora denl Vorleser Fehler corrigire, eigens, den Polizciscrgeanten am Sabbat-Morgen in die Synagoge gesendet, welckcr auch die ganze Tauer des Gottesdienstes dorr blieb. Derselbe hatte den Austtag, sobald ick dieses Verbrechen nochmals beginne, das als EultnSbcamtendienst angesehen werde, mich aus der Svnogoge gewaltsamer Weile zu entfernen. Ich habe alles Mögliche, was in meinen Kräften stand, gethan, nun bitte ich alle meine Landsleute, alle Bayern, die einigermaßen etwas Einssuß 1

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