Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 16 (24.2.1887)
- Date
- 1887-02-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1 i 4 | . -y i einmal 180, daun mehr als 170 und 159) umgekommcn seien. Jedenfalls war die Gemeinde größer als die Zahl der Umgekommcncn und mutz mehr als 200 betragen haben. Wann die Juden wieder nach Frankfurt gekommen, ist nicht zu bestimmen, sicherlich war aber bereits 1281 wieder eine Anzahl in der Stadt. Von 1349 bis 1300 sind keine Juden in Frankfurt nachzuweisen. Im lcktcrcn Jahre verlieh Karl IV. der Stadt das Recht, wieder fremde Juden auszunchnlen und mit ihnen den Betrag der jährlichen Abgaben zu vereinbaren. In den Bürgerbüchern sind sie von 1350 ab überhaupt nicht mehr eingetragen: in dem ältesten Gtsctzduche aber, in welchem von nun ab die Ramcn der zu Bürgern aufgenommencn Juden vcrmcrlt werden, erscheinen sic cm seit 1360, obwohl das Buch spätestens 1352 begonnen worden icin mutz. Im Jahre 1360 sind dort 8 jüdische Familicnhäuptcr als neu in das Bürgerrecht ausgenommen verzeichnet. Mehr als diese acht jüdischen Haushaltungen waren aber damals in Frankfurt überhaupt nicht, wie die Judenstcucrliste lehrt, welche 1360 zum ersten Male im Rcchcnmcistcrbnche erscheint. Jndctz finden sich, nach der von Dr. Bücher mitgcthcilten Tabelle der Judrnsteucr von 1360—1500 im Jahre 1387 schon 18 jüdische Haushaltungen mit einem durchschnittlichen Steucrberrag von zusammen 439 Gulden, oder durchschnittlich von 24,3 Gulden Jahresstcuer per Familie. Rechnet man hierzu noch etwa drei nicht in der Ttcucr veranlagte Haushaltungen, so dürfte man nach dem Satze von 140 weiblichen Personen auf loo männliche (Erwachsene) und 2—3 Zlindcr auf die Familie, als Gesammtsummc anuchmcn 21 Männer, 28 Frauen und 55 Kinder, zusammen 104 Personen. Damals zählte Frankfun im Ganzen 10,179 Einwohner, während cs gegenwärtig nichr als l34,ooo hat. Israeliten wohnen heute iu Franktun -i5,400; sie bilden also beinahe ein Zehntel ber gegenwärtigen Gesammtbcvölkerung, sind da- 6cgcn um das Anderthalbfache zahlreicher als cs drc Bewohner der ganzen Stadt FrankfuN vor •HK) Jahren gewesen. Oestcrr. - Ungar. Monarchie. Prag. Tic Stanhaltcrei bewilligte dem 'chrchisch-jüdischen Gcbct-Berein -rer ~r» die VcrunnaUung von Sammlungen unter den Glaudens- ^norien des ganzen Landes für den Bau einer Synagoge. Ter Vorstand der isr. Kultusgemcindc um Um Gutachten befragt, hat sich gegen die Zwcckotätzigkeit derartiger Sammlungen ausgesprochen, weil kein Bedürfaist für ein solches Lerhaus bestehe. Zum Stadthauptmanu von Trcntschin wurde unser Glaubensgenosse, Herr Tr. Samuel Wciucrt, erwählt. Er ist der erste jüdische Stadrhauptmann in Ungarn. Am vergangenen Mittwoch starb in Großwardein Frau Sara Fried im Alter von 118 Jahren. Sie war bis kurz vor ihrem Tode im Besitze aller ihrer geistigen Fähigkeiten. England. London. Dieser Tage wurde am englischen Hofe ein Eoncert gegeben, bei welchem auch die überaus rührende alrjüdifche Melodie des «tü h unter großem Beifall vorgctragen wurde. M a r o c c o. Tanger, im Februar. Sultan Sidi Mulcy Hassan har soeben einen neuen Beweis von seinen despotischen Gesinnungen und Bestrebungen geliefert. Durch einen Federstrich, der in Form eines kaiserlichen Fcrmans bekannt gemacht wurde, hat derselbe den drei hier cristircndcn Zeitungen, den einzigen im ganzen marockanischcn Reiche, das Lebenslicht auSgeblascn und ihnen das weitere Erscheinen strengstens untersagt. Diese drei Zeitungen sind nämlich: der arabische „Maghreb El-Achsa/ die englische „Moroco Times“ und der französische „Le Keveil du Maroc,“ von denen die erstcre das Organ der spanischen, die zweite daS der englischen und die dritte das der französischen Regierung oder deren Vertreter hier waren. Letztere Zeitung gehörte einem Israeliten, Herrn Kohn, der. wenn auch sein Blatt vorzüglich ein politisches war, dasselbe dennoch oft zum Sprachrohre seiner im marockanischcn Reiche lebenden unglücklichen und geknechteten Glaubensgenossen machte. Tie Israeliten Maroccos haben somit auch das einzige Organ, in dem sie ihre Klagen und Beschwerden zum Ausdrucke bringen konnten. verloren. Der Sultan suchte fein tyrannisches Vorgehen damit zu entschuldigen, dast die genannten drei Zeitungen unaufhörlich „bk Thatcn der Regierung lächerlich (?) gemacht und zwischen den hier rcndircnden Vertretern der fremden Mächte, Uneinigkeiten (?) und Zwistigkeiten (?) gesäct haben.- Ein maröccanisches Sprichwort sagt: Eine gute Entschuldigung wischt schon das halbe Vergehen weg. Eine englische Gesellschaft har jetzt dem Sultan einen vortrefflichen Streich gespielt. Schon seit Jahren unterhandelte dieselbe nämlich mit dem Sultan wegen der Legung eines submarinen Kabels zwischen hier und Gibraltar, um so auch das Kai-