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Der Israelit · 1887-02-21 · Heft 15 (21.2.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 15 (21.2.1887)
Date
1887-02-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVIII. Jahrgang. Anlage zu Kr. 18 -es Israelit. ZeiLuvgSoachrlchteu und Corrcspondeuzeu. Deutschland. Burgpreppach. Tcm elften Rechenschaftsbericht über die Talmud-Thora-Schule zu Burgprcppach für das Jahr 1885/86 entnehmen wir: Tie Verwaltung der hiesigen Talmud-Thora- Schule ist lange mit sich darüber zu Rathe gegangen, ob sic auch in diesem Jahre, in welchem die Anstalt ihres eigentlichen Führers und Leiters beraubt war, einen Jahresbericht veröffentlichen soll oder nicht. Eie hat sich für daS erste entschieden und zwar aus folgenden Gründen. Zunächst glaubt ne, daß die edlen Glaubcnsbrüdcr, die der Anstalt nach wie vor ihre thätige Thcilnahme zugcwcndct baden, gerade für die Zeit, in welcher der Anstalt der eigentliche Leiter fehlte, ein unr so größeres Recht haben, über das Thun und Lasten, Wirken und Schaffen in derselben Aufschluß zu verlangen und zu erhalten; dann soll durch die Tarlegung der inneren und äußeren Verhältniffe der Anstalt während jener traurigen, vrüfungsrcichen Zeit von neuem die Wahrheit bekräftigt werden, daß Gottes gnädiger Beistand selbst unter den ungünstigsten Zeiten und Verhältnissen niemals einem Werke fehlt, das in reinster Absicht unternommen, in edlem Sinne aufgefühn und in gottgefälligem Geiste verwaltet worden ist. Es soll dies einerseits ein ehrendes Zcugniß sein für diejenigen, die ihre thatkräfligcn Lyrnpathieu unserer Anstalt auch in diesem Jahre Mgewendet haben, wie es andererseits den Beweis soll erbringen, ob wir dieser Snmparhicn auch würdig gewesen sind. Letzteres dürfte dann das Vertrauen auf fernere hochherzige Theilnahme und Unterstützung als nicht unbegründet erscheinen lasten. Bei der Wiederbelebung des Rabbinats mußte selbstverständlich das Bestreben der leitenden 5t reife darauf gerichtet fein, einen Mann zu gewinnen, besten Vergangenheit nicht ollem die Forrcrhaldes religiösen Geistes und Lebens in den chm unterstellten Tistriktsgcmcindcn verbürgt, tondcrn der auch die Kraft und den Wille» hat, wil dem Aufgebote aller feiner Fähigkeit und NMigen Machtmittel für die Forterhalrung un- Talmud-Thora einzutreren. Tie Regierung, dw unsere Anstalt seit ihrem Besiehe» die wärmste Fürsorge widmet, unterstützte auch ihrerseits die Verwirklichung unserer Absichten dadurch, daß sie in der Ausschreibung der Tistriktsrabbinerstelle geeigneten Bewerbern die Uebertragnng derVorstandschast der Präparandcnschule in Aussicht stellte. Tie Wahl der Tistriktsgemeindc» siel auf Herrn Tr. Hermann Deutsch aus Frauenkirchen, damals RcligionSlchrcr in Frankfurt a. M., den auch die Regierung bestätigte und vermittelst hoher Regierung?- cntschließung vom 21. Oktober c. mit der Vorstandschaft der Präparandcnschule, deren provisorische Leitung mit Beginn des vorigen Wintersemesters von der Regierung dem Lehrer Herrn Wolf Reumann übertragen worden war. betraute. — Was^ die inneren Verhältnisse unserer Anstalt im verflonenen Schuljahre betrifft, so können wir nur Angenehmes und Erfreuliches darüber berichten. Fünf Zöglinge des 3. Kurses bctheiligten sich an der Aufnahmsprüfung der israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg und bestanden mit gutem Erfolge: drei andere des 2. und einer des 3. Kurses haben Aufnahme im Lehrerseminare zu Köln a. Rh. gefunden; ein Zögling dcS 1. Kurses konnte in die 3. Klaffe der Lateinschule zu Schwcinfurt eintrcten. Mehrere andere haben sich, ausgerüstet mit de« für das Leben nöthigcn allgemeinen und religiösen Kcnnlniffen, einer nützlichen gewerblichen Thätigkcit zugewendet. Am 13. Juli beehrte der Negierungsrath Herr Krcisschulrcsercnt Lcrmann die Schule mit seinem Besuche. In dem diesbezüglichen Berichte der Regierung wurde der Stand der Schule als ein geordneter und befriedigender bezeichnet. Dem neuen Leiter bleibt es Vorbehalten, die infolge jener Visitation von der Regierung ergangenen Anordnungen und Entschließungen nach Möglichkeit zur Ausführung zu bringen, sowie auch dem Verlangen nach Erwcstermrg und mehr methodischer Behandlung des 1ln:crrichts in jüdischer Geschichte durch lieber» nähme dieses Faches zu entsprechen. Tie Verwaltung ist auch in diesem Jahre be-. mübt gewesen, die technischen Lehrmittel der Anstalt zu erweitern und zu vcrvollkommen. Boa wohlthätigem Einfluffe aus den gymnastischen Unterricht venprichr der neu erworbene, der Anstalt gegenüberliegende, große Turnplatz zu werden, welcher, ausgcstattct mit den nörhigen Gcrärhcn baldigst seine. Bestimmung übergeben werden wird. — .,

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