Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 14 (17.2.1887)
- Date
- 1887-02-17
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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mm Lö-üsS 246 rer an ihre Communalschulc berufen, wo er die Bekanntschaft von Jizchak Samuel Reggio machte, dessen Tochter er nachher ehelichte. Hierauf lebte er einige Jahre als Privatlehrer in Tricn. Später erhielt er die Rabbinerstcllc in Modena, wo er bis 1860 verblieb, um dann als Rabbiner nach basale zu gehen. Letzteren Posten behielt er blos bis 1871. da er in diesem Jahre von Ritter Gnastalla di Modena nach Turin berufen wurde, um die Erziehung seiner Löhne zu übernehmen, welcher Einladung er auch Folge leistete. Zn gleicher Cigcnschail fungirte er später auch einige Jahre im Hanse de» Cavaliere Malvano, bis er 1884 zum Direktor der Talmud-Thoraschule in Rom ernannt wurde. Diesen Posten har er nun jctzr mir dem edreuvollcren und lucrativeren eines Professors am Rabbiner- Seminar vertauscht, wo er biblische Cregenk und hebräische und chaldäische Grammatik dociren wird. Tr. ährenreich hat sich auch als hebräischer Schriststeller einen Namen gemacht und hat er in der von Luzzatto veranstalteten Bibelausgabe die Bücher Daniel, CSra, Rehemia und einen großen Theil von Hosea und Micha inS Italienische übertragen. Denen College Sorani wird Ritual-Theologie, dogmatische Akoral und Honiiletik vortragen. Sorani wurde am 2. Dezember 1827 zu Pinigliano (Toscana) geboren und erwarb er sich sein reiches hebräisches Wissen auf einigen oberitalicnisckcn Ieschiborh. 1855, ging er als Rabbiner nach Lugo und 1856 als solcher nach Fiorcnzuola bei Parma, wo er bis 1*60 verblieb, mit nun das Rabbinat in Cento bei Bologna zu übernehmen, das cr bis 1881 beibehielt. Cr wurde hierauf als Rabbiner nach Cuneo berufen und im vergangenen Herbste als Professor an das Rabdiner-Seininar. Herr Sorani bat schon Manches au« fciucut großen Wissenschatze der Leffentlichkcit übergeben, so eine italienische llebersctzung des -er, die indem» nur ein Bruchstück geblieben ist. Auch veröffentlichte er mehrere Predigten, einige hebräische und italienische Gedichte rc. , An Spenden sind bis jetzt für das Aabbiner- Seminar eingegangen: 15,000 Lire in Baarem und 7000 Lire in fünfptozentigcn Staatspapiercn. An jährlichen Unterstützungen wurden demselben dis jetzt 2OO0 Lire zugesagt. In Mantua verschied im Alter von 82 Jahren der dortige Rcligionslehrcr David Riss im, Sohn des auch in Deutschland wohlbekannten Rabbi Salomon Nissim. Der Berstorbene fungirtk zugleich auch als Biee-Rabbiner und Hasan an der deutschen Svnagoge in genannter Stadt. Seine seltene Frömmigkeit gepaart mit einem unbegrenzten Wohlrhätigkeitsnnne und einer seltenen Bescheidenheit machten ihn zu einer Zierde des italienischen Jndenthums und beweinen wir daher in dem Heimgcgangeu einen Bater, einen Lehrer und einen Wegweiser. \~,y *:r ’:rr;n 'n nn. — Unser Glaubensgenosse, der GrasCmilio Dttenlenghi in Alessandria,hat der dortigen Synagoge eine 122 (TKora) mit einem kostbaren Mäntelchen (7'p2) zum Geschenk gemacht. Da wir Juden alle Modcthorheiten mitmachcn. warum sollen wir uns nicht auch duelliren und uns gegenseitig die Köpfe spalten? Bor wenigen Tagen erst baden sich in Ancona zwei Baale-Barim (Familienväter) auf Säbel dnellirt, wobei einem derselben der linke Arm verwundet wurde. Nächstens dürfte nun ein italienischer Jude L la Mar- Ltti 50 Tage lang hungern und ein anderer dürste per Beloeipede nach Jerusalem fahren. Mode in Mode. Rumänien. Focsany. In unserer Stadt erkrankte die Frau des Divisions-Kcncral Cantilli, welche der jüdische Arzt t»r. Schapira behandelte; die Patientin starb, und der Arzt erhielt ein echt nationalrumänisches Honorar. Als der General nämlich dern Arzte auf der Straße begegnete, zog er den Säbel und hieb ihm die Rase ab. Vr. Schapira, einer der beliebtesten Aer.zte unserer Gegend, ein Desterreicher von Geburt, ist an den Folgen dieser barbarischen Mißhandlung gestorben. Der Mörder, General Cantilli, ist aber bis zur Stunde noch Commandant der Division in Focsauy. Rumänische Justiz. (England. London, «. Februar. Irr der kn jüngster Woche abgehalteneu Sitzung des Council der United Synagsgue wurde beschlossen, dem Jewish College iRabbiner-Seminar) die bisher gewährte Subvention von L. 2OU pro anno zu entziehen. Der angebliche Grund, daß nur Synagogen an den Fonds thcilhanig fein könnten, iss nicht stichhaltig, da ja das diesige rrern r'r eine Subvention erhalt, auch ans dem Syuagogcnfond an Anne verabreicht werden. Cs scheint demnach, daß die seither von dem Jcwish-College angestrebre Richtung nicht als mir den Prinzipien der orthodoxen Synagogen vereinbar erachtet wird, was zwar nicht deutlich ausgesprochen aber dennoch genügend angedemet wurde. — Tic jüngste Nummer der Jewish-World enthält einen Leitartikel über die orthodoxen Gesinnungen des Council, was wir mit Freuden begrüßen und was voraussichtlich von Seiten des Nabbinares kräftige llurersrützung finden wird. —