Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 14 (17.2.1887)
- Date
- 1887-02-17
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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XXVIII. Jahrgang. Zweite Beilage zu Nr. 14 -es Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Leipzig. Auf der ersten Internationalen Ausstellung fürVolksernährung und Kochkunst hier wurde der von Herrn I)i. Pavilsky aus Posen ausgestellte Flcischcxtrakt mit der Silbernen Medaille prämiirt. Es ist dies eine große Auszeichnung, die nur äußerst selrcn einem Fabrikate zu Thcil wird, welches zum ersten Male ausgestellt ist. Tie offizielle Ausstcllungszcirung erklärt ausdrücklich, daß sich der Dr. PapilSky'sche Flcischcxtrakt vor den anderen Flcischcxtraklsortcn durch reineren und angenehmeren Geschmack auszcichnet. Lcsterr. - Ungar. Monarchie. Wie»», 5. Februar. Wie die „D. Ztg." meldet. wird das Gesetz zur Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der Juden bereits in diesem Sommer dem Abgcordncteuhause vorgclegt werden. Der Verfasser destelben ist Hofrath Guiewosz, der cs bereits vor fünf Jahren vollendet hatte. Damals jedoch wollte es das Ministerium nicht vorlegen und es blieb liegen, bis Hofrath Rittuer den Wirkungskreis des Hofraths Guiewosz übernahm. Ter ursprüngliche Entwurf wurde in einigen wenigen Punkten verändert und liegt jetzt abgeschlossen dar. Zur Grundlage dieses Gesetzes wurden die Bestimmungen genommen, nach denen überhaupt die nichtkätholische» ReligionSgcmeindcn in Oesterreich organisirt sind. Es enthält daher nichts grundsätzliches Neues. Nur die vielfachen Verschiedenheiten in der Organisiruug der jüdischen Eultusgemcinden, wie sic in den einzelnen Provinzen bestehen, sollen aufgehoben werden. Teshald wird das Gesetz einzig und allein für Mähren tiefer einschneidend sein. In Mähren sind nämlich nicht weniger als 21 jüdische EultuSgemeindcn auch als polnische Gemeinden mit den Rechte» derselben constituirt. Es bestehen demnach in 21 Städten je zwei Bürgermeister und Gcmcinderäthe, christliche Ad jüdische. Tem soll ein Ende gemacht werden. Die Abänderung wird besonders damit begründet, daß diese vollständige Sonderung der jüdischen Gemeinden in Mähren eigentlich aus der neuesten Zeit dcrrühre und in ihrer Schroffheit erst seit dem Jahre 1849 bestehe. Wien. Die „Polit. Eorr.* bringt folgende, für nach Rußland reisende Israeliten nicht unwichtige Mittheilung: „Aus verschiedenen in letzterer Zeit ciugclaufenen Mittheilungcn geht hervor, daß ' nach Rußland reisende Personen israelitischer Konfession bei den dortigen Behörden anläßlich der Vidirung ihrer Pässe Schwierigkeiten begegnen, indem die russischen Gesetze ausländischen Juden nicht nur die Niederlassung, sondern auch im Allgemeinen den Eintritt nach Rußland zum zeitweiligen Handelsbetrieb prinzipiell verbieten. Das Handels-Ministerium hat demzufolge Veranlassung genommen, das Nothwcndige zu verfügen, damit den bcthciligten Personen in vorkommeuden Fällen bchördlichersetts die nothwendige Belehrung zu Theil werde. Bor Allem ist daraus Bedacht zu nehmen, daß nur ausnahmsweise dem $ 2 des Supplements zum Art. 486 des Paßgesetzes (Band XIV der russischen Gesctzsamm- . lung. Fortsetzung aus dem Jahre 1876) wirklichen Großhändlern und Groß-Industriellen israelitischer Konfession, bczw. deren Vertretern, welche Nachweisen können, daß sie in Rußland Handels-Operationen von bedeutendem Umfange durchführen oder bezwecken, der Eintritt nach Rußland gestattet ist. Dieser Nachweis kann entweder durch ein von der betreffenden Handels- und Gewcrbckammcr auszustellendeS Zcugniß oder durch sonstige der kais. Regierung Garantie bietende Referenzen erbracht werden. Diese Legitimationen müssen jedoch den Umfang des Geschäftsbetriebes des den Eintritt nach Rußland begehrenden Kaufmanns womöglich durch präzise ziffermäßige Angaben zur Darstellung bringen.* Italien. Rom, 7. Februar. Unser ncuerrichteteS Rabbiner-Seminar ist endlich eröffnet und halte ich es daher für meine Pflicht, dem „Israelit* auch mit den zwei Professoren, welche als Lehrer an dieses. Institut berufen worden sind, ein wenig bekannt zu machen. Tiefe zwei Professoren sind bekanntlich Tr. Mose? Lcvi .Ehrenreich und Rabbiner Moise Soraui. Erstcrcr wurde 1819 in Brody geboren und besuchte in seiner Jugend einige Dalmudschulen und später absolvirte er auch das Gymnasium. Nach Eröffnung des Rabbiner-Seminars in Padua trat er als Zögling in dasselbe ein, um es als diplontirter Rabbiner wieder zu verlassen. Er wurde - dann von der jüdischen Gemeinde in Görz als Leh-